Oliver Pocher ist derzeit in einem Clip für die Europawahl am 7. Juni als Rapper Straßen-Cobra zu sehen. Der Annahme, er sei nun CSU-Rapper, tritt der Comedian energisch entgegen.

Konstanz (mis) - "Yeeh yeeh yeeh / Straßen-Cobra 2009 / was geht?" Gewohnt ausdrucksstark tritt Oliver Pocher in einem Werbeclip hinsichtlich der Europawahl am 7. Juni als Rapper Straßen-Cobra auf arg- wie ahnungslose Jugendliche zu. Dass der Ex-Showpartner von Harald Schmidt schon mit Bushido um die Häuser gezogen ist, merkt man seinem (Non-) Style in den viereinhalb Film-Minuten selbstverständlich nicht an.

Aber wer hätte dies von einem Mann, der in erster Linie für niveauarme Gag-Kalauer steht, ernsthaft erwartet? Wohl nicht einmal die Europaministerin des Freistaats Bayern, die den Comedian für das Projekt gewinnen konnte und sich einzig und allein erhofft, mit solch TV-gestählter Prominenz Jung- und sonstige Nichtwähler zu mobilisieren.

rap.de versus CSU-Rap

Als die Hip Hop-Seite rap.de allerdings gestern mit der zugespitzten Zeile "Pocher rappt für CSU" aufmachte, setzte es Gegenwehr. Zwar mache sich Pocher in einem Werbespot für die Europawahl 2009 stark, so der Rechtsbeistand des Pseudo-Rappers in einer Mitteilung, dieser Clip sei aber ausdrücklich nicht von der CSU in Auftrag gegeben.

Selbst wenn die CSU die Mehrheit in der Bayerischen Staatskanzlei stellen und den Posten des Europaministeriums besetzen sollte, ist eine Verkürzung dieser Art natürlich unzulässig. Das wussten sicher auch die Kollegen von rap.de, die sich aber aufgrund von Pochers unsäglichen Hip Hop-Kultur-Persiflagen fern jeglicher Tiefsinnigkeit diese einmalige Chance zum Gegenschlag offenbar nicht nehmen lassen wollten.

"Einen echten Kick für Europa"

Nicht alle lachen über den Wahlspot übrigens aus den richtigen Motiven: CSU-Ministerin Emilia Müller aus der Oberpfalz findet es laut Süddeutscher Zeitung klasse, wie der blonde "Sympathieträger" ihre Sache vertritt. Pocher gehe als "nicht ganz konventioneller Botschafter richtig witzig und frech" zu Werke, findet Müller, die sich davon einen "echten Kick für Europa" verspricht.

Wir wünschen uns lediglich, dass am 7. Juni so viele Wähler wie möglich an die Urnen gehen.

110 Kommentare

  • Vor 12 Jahren

    @Anonymous (« Ich persönlich glaube, dass der Schritt zu einer Musik hin, die nicht innerhalb der Standardtonalität liegt, ein natürlicher Vorgang in Schönbergs Schaffen war.
    Man kann ja beispielsweise auch bei Opus 4 Strukturen erkennen, die auf eine harmonische Neuorientierung hinweisen, vorallem in der Mitte des ersten Satzes. Insofern war es klar, dass er sich irgendwann vollständig von den üblichen Formeln lösen würde.
    Man muss nur hinterfragen, weshalb er diesen Schritt gewagt hat und nicht bei seinen usprünglichen Experimenten mit Standardharmonik und atonal anmutenden Elementen geblieben ist.
    Ich glaube, dass das wohl spekulativ bleibt. »):

    Semantisch auchnicht unbedingt einwandfrei ...

  • Vor 12 Jahren

    Schönberg hat seinen alten Stil verlassen, weil er ihn als einengend gesehen und seine Zwölftonmethode als musikalisch freier betrachtet hat.
    Nur n00bs hier

  • Vor 12 Jahren

    @Streetthug (« Schönberg hat seinen alten Stil verlassen, weil er ihn als einengend gesehen und seine Zwölftonmethode als musikalisch freier betrachtet hat.
    Nur n00bs hier »):

    Meine Rede. :D