In einem Interview mit dem Radiosender Zündfunk sollte Sven Regener ein kurzes Statement zum Thema Urheberrecht abgeben. Aus dem geplanten Frage- und Antwort-Spiel wurde ein fünfminütiger Monolog, in dem sich der Element of Crime-Frontmann über den Großkonzern Google und seine Tochterfirma Youtube …

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  • Vor 9 Jahren

    @dirteatdirt (« dass künstler über youtube kein geld machen stimmt mal wirklich garnicht, seiens partnerschaften mit youtube,oder einfache werbeeinblendungen (diese blöden kleinen fenster unten im bild). klar sind das keine millionen die da zusammenkommen, aber gewisser stetiger gewinn ist schon drin... »):

    Wenn ich Dein Weltbild ein wenig gerade rücken dürfte: WER verdient mit den Werbeeinblendungen WAS? Ein Partner (!) verdient via youtube mit den Werbeeinblendungen. Das ist der Videoeinsteller. Das bedeutet aber nicht, daß dieser Einsteller auch Urheber oder Interpret des dargebrachten Stückes ist. Wenn ich mich hinstelle und "Schwere See" von Element Of Crime auf youtube trällere, müßte laut deutschem Urheberrecht die Mannschaft um Sven Regener, da sie komplett als Urheber angegeben ist, dafür einen Obolus sehen. Wo würde der in diesem Fall fließen? Wenn ich einen Clip von einem Straßenmusikanten hochlade, der "Straßenbahn des Todes" von EOC singt und plötzlich Partner werde - was haben Element Of Crime davon? Man kann mir viel erzählen, aber nicht, daß auf youtube Videos mit Musik überwiegen, die von den Künstlern oder Urhebern hochgeladen wurden.
    Darüber hinaus müßtest Du erst mal Partner bei youtube werden, um von den Werbeeinnahmen zu profitieren. Das ist erst mal nichts Anderes als eine Art verkappte Wette, und ich kann sehr gut verstehen, daß da viele Künstler keine Lust zu haben.
    Gruß
    Skywise

  • Vor 9 Jahren

    @MachMaLauter:
    a) Es ist fraglich, ob die GEMA die Verhandlungen in den Sand gesetzt hat; die überhohen Forderungen wurden meines Wissens jedenfalls von keiner der beiden Seiten bestätigt, wahrscheinlich aufgrund einer Stillschweigevereinbarung.
    b) Was bringt es kleinen Bands im allgemeinen, Videos auf youtube einzustellen? Am Ende hast Du vielleicht 20.000 Abos, bestehend aus je zwei Leuten in 10.000 Städten weltweit und immer noch keine zwingenden Umsätze gefahren. Wie baust Du darauf eine Karriere auf?
    c) Die Plattenlabels lassen sich nicht von der GEMA vertreten. Die GEMA ist ein Verein, in dem sich Komponisten, Texter, Arrangeure etc. organisiert haben.
    b) Die Logik ist zwar schön, aber das trifft nicht den Kern des Problems, weil neben der Plattenfirma auch noch Urheber und Interpret bestimmte Rechte auf einen Anteil haben, nachdem sie öffentlich gespielt worden sind.
    Gruß
    Skywise

  • Vor 9 Jahren

    Find ich schon erstaunlich, wies Youtube geschaft hat, gegen die Gema Stimmung zu machen, obwohl kaum einer der Gemakritiker wirklich weiß, was die Aufgaben der Gema sind, noch eine Vorstellung davon haben, was "Urheberreecht" in Deutschland eigentlich bedeutet. Kleiner Tipp, (vor allem an Cyclonos...), bevor hier nochmal jemand irgendeinen sinnlosen Quatsch erzählt:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Urheberrecht_…)

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gema

  • Vor 9 Jahren

    Find ich schon erstaunlich, wies Youtube geschaft hat, gegen die Gema Stimmung zu machen, obwohl kaum einer der Gemakritiker wirklich weiß, was die Aufgaben der Gema sind, noch eine Vorstellung davon haben, was "Urheberreecht" in Deutschland eigentlich bedeutet. Kleiner Tipp, (vor allem an Cyclonos...), bevor hier nochmal jemand irgendeinen sinnlosen Quatsch erzählt:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Urheberrecht_…)

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gema

  • Vor 9 Jahren

    und @ cyclonos: was genau stört dich denn bitte? dass sich auch ein musiker aussuchen kann, mit wem er geschäfte macht?

  • Vor 9 Jahren

    @JaDeVin (« Tja, das mag ja sein und er kann sich eben noch so im Recht fühlen. Dann soll er eben seinen Job an den Nagel hängen, weil diese Entwicklung kann man sich dann als Musiker eben nur so auch entziehen. Ist eben so. Und was ist jetzt mit einigen Bands/Künstlern, die ihr Zeugs übers Internet selbständig vermarkten? Soll er eben auf youtube einen Channel einrichten, wo er dann seine echten Fans sammelt und für sich Werbung macht. Tut er auch nicht.
    Urheberrecht an der Kunst. Da mag er auch recht haben, seine Konsumenten ticken eben anders. Kann ich noch so mit dem Zeigefinger erhoben darauf aufmerksam machen ... ich wiederhole mich in dieser Sache. Schon genug dazu geschrieben ...
    Hier mal eine Seite, wo es exzellente Musik gibt - http://bandcamp.com/. Und für die Musik von diesem Regener-Typ wäre mir sogar meine Bandbreite zu schade. Braucht er zumindest keine Angst haben. Btw. @Azelia: wo bitte gibt Soap%Skin ein Statement auf ihrer Facebook-Seite ab. Dort ist nur der Artikel verlinkt. Das kann bedeuten, dass sie dieser Meinung ist, muss es aber nicht zwangsläufig ... »):

    da hast du wohl leider nur bis zur hälfte gelesen und gedacht. hier das statement von soapskin, du findest es unter dem link vom sven regner interview. Die ersten zwei Sätze lasse ich weg, da sie sich auf einen Post beziehen, den ich hier nicht auch posten mag.
    "... Das Überangebot und die gleichzeitige Amateurisierung der Musik und ihrer Industrie ist keine Veschuldung der Industrie selbst. Eine der Verschuldungen der Industrie ist die Verleugnung der tatsächlichen Ausbeutung. Menschen sind heute oft noch der Überzeugung dass Musiker mit Plattenvertrag von ihrer Musik leben könnten wenn nicht sogar reich sind. Dass alles was im Internet stattfindet auch nur dann relevant ist, ist eine Entrüstung der Kunst selbst. Das Ergebnis eines freien Internetmarktes sollte nicht die Erwerbslosigkeit der Künstler sein. Internetkonzerne leben von Künstlern, aber Künstler nicht von ihnen."
    Nochmal. Ich gebe Herrn Regner nicht in allen Punkten recht, aber in vielen. Wie viele Künstler müssen euch das noch sagen, damit ihr ihre Perspektive seht oder erkennt, ohne das ihr sie gleich als geldgeil oder medienhuren hinstellt? Um nun doch Herrn Regner halb zu zitieren. Stattdessen wird weiter Musik umsonst runtergeladen und damit dem Künstler ins Gesicht gespuckt.

  • Vor 9 Jahren

    Das heißt doch das Problem ist hausgemacht. Irgendwie kommt mir das so vor: Der Assistenz-Arzt, der die ganze Arbeit erledigt, beschwert sich über den Oberarzt, der mehr verdient, herrisch ist und nicht mal Schichten schieben muss. Aber sobald der Oberarzt ist, fehlt er sich genauso. Tja, vielleicht sollten die Musiker mal zusammentun. Geld ist noch genug da, na ja die Verteilung ist ähnlich schlecht, so dass eben die Saisonmusiker ganz unten stehen und einige immer noch ziemlich abkassieren. Wird nur schwer gegen Google anzukommen, die sind der Global Player und haben immer die Internetfreiheit auf ihrer Seite (solange sie dieses Argument für ihren Gewinn bringen können, ansonsten sind sie daher kleinklich). Und anstatt immer auf youtube zu schimpfen, warum setzt man nicht auch an den Providern an (Highspeed-Interneflats sag ich da nur).

  • Vor 9 Jahren

    Erdbeermarmelade sag ich da nur (siehste, dass kann ich auch)

  • Vor 9 Jahren

    Regener hat recht, Ende der Diskussion.

  • Vor 9 Jahren

    Die Musiker verdienen doch beim CD-Verkauf eh nichts, das ist doch bekannt(http://www.basicthinking.de/blog/2008/04/0…)... Geld wird durch Konzerte und Merchandise verdient. Und damit Konzerte voll sind und viel Merchandise gekauft wird braucht man Bekanntheit, welche man durch z.B. Youtube erlangt :)

  • Vor 9 Jahren

    Ich fand die Brandrede geil. Gerade die Kommentare auf der Homepage einer grossen Wochenzeitschrift bestätigen ihn, also Leute die Regener als "Millionär" und "Geldgeil" bezeichnen. Solche Säcke, also echt. Dann möchte ich mal sehen was die so beruflich machen, und ob sie bereit wären, dafür schlecht bezahlt zu werden, so nach dem Motto "wenn Du an die Sache glaubst, musst Du nicht bezahlt werden". Das ist natürlich Unsinn. Die meisten Indie-Bands können nur sehr knapp finanziell über die Runden kommen, eben über Auftritte. Über dem Verkauf eher nicht. Dazu passt der Kommentar von Flugifant ganz gut.

    Allerdings ist das alles nicht so einfach, denn Youtube kann, so wie früher MTV, eine Werbe-funktion haben. Ich habe unlängst ein Interview mit Daniel Lorca von Nada Surf gelesen, wo er die Band Blonde Redhead pries. Ich wurde neugierieg und hörte mir Aufnahmen auf Youtube an. Das gefiel mir so gut, dass ich dann sofort ein Album bestellt habe. Ohne den Clip hätte ich es nicht gemacht, auch nicht bei einer (meist sehr schlechten) Live-Aufnahme.

    Und ich stehe der GEMA als klassischer Musiker mehr als skeptisch gegenüber. Nachdem Prinzip Idee gut, Umsetzung eher mies.

  • Vor 9 Jahren

    @Flugifant:
    Und weil die sowieso nix bekommen, braucht youtube auch nix zu bezahlen?
    Außerdem: wo bleiben die Komponisten und Texter bei Deiner Logik?
    Gruß
    Skywise

  • Vor 9 Jahren

    Regener hat übrigens damit Unrecht dass es die element of crime Videos nicht bei youtube gibt. Die gibt es da und dafür brauchst du noch nicht mal übern proxy zu gehen.
    Und er kann nur machtlos zuschauen und sich darüber freuen. :D

  • Vor 9 Jahren

    Jede Band hat die Möglichkeit, seine Videos auf anderen Portalen oder auf der eigenen Website zu hosten und über soziale Netzwerke zu teilen. Youtube ist nicht das Sprungbrett für unbekannte Künstler, zu dem es hier gemacht wird. Niemand ist darauf angewiesen.

  • Vor 9 Jahren

    @Skywise Das war jetzt primär gegen Herrn Regener gerichtet

  • Vor 9 Jahren

    Der Bandname "Element of Crime" geht übrigens auf den gleichnamigen Film von Lars von Trier zurück.

    Mal abgesehen davon, dass es eine originäre Leistung in den allerseltesten Fällen gibt (wenn überhaupt) und dass wirklich ALLE kreativ schaffenden Menschen nur deshalb eine bestimmte Leistung erbringen konnten, weil sie eine gute Ausgangsbasis hatten, die selbstverständlich ein Bestandteil des neuen Produktes ist ? oder um Isaac Newton zu zitieren "Wenn ich weiter sehen konnte, so deshalb, weil ich auf den Schultern von Riesen stand." (was, nur so am Rande, auch nicht von ihm stammt, sondern ein Zitat Didacus Stella ist, der wiederum auf Bernhard von Chartres zurückgeht).

    Das heißt ? die freie Verwertung von Ideen und Wissen ist für den Fortschritt absolut essentiell!

    Niemand spricht einem Künstler etc. ab, für eine erbrachte Leistung einen sinnvollen Lohn zu erhalten. Also Niemand (oder fast Niemand) möchte das Urheberrecht abschaffen. Aber die derzeitige Form des Urheberrechts und die Verwaltung durch Content-Verwerter ist ein zu Recht zu kritisierender Punkt, denn das stärkt mitnichten den Urheber (und das schwache Argument, dass "schüchternen" oder "marktwirtschaftlich minderbemittelten" Künstlern durch diese Industrie geholfen wird, kann ja wohl nicht sein ernst sein, da gibt es ja wohl tausend Gegenbeispiele angefangen bei DSDS bis hin zu den Beatles und Prince).

    Es fördert nämlich genau Megaunternehmen, die sich auf Kosten der Allgemeinheit UND der Künstler bereichern. Wir erinnern uns aber sicher noch, dass das Urheberrecht auf 70 Jahre nach TOD des Künstlers ausgedehnt wurde, weil der Disney Konzern plötzlich die Hosen voll hatte.

    Oder ein anderes Beispiel sind Patente, deren (bewusste) Verletzung von großen Unternehmen begangen werden können (Nokia, Apple), weil man leicht im Austausch einen Deal mit dem betreffenden Unternehmen machen kann ? Versuch das mal als kleines innovatives Start-Up ? viel Spaß!

    Und dass Menschen bereit sind, für Content zu bezahlen sehen wir sehr gut an Steam, dem AppStore und Audible.

    Wir haben also neue Content-Verwerter, die auch ganz gut verdienen -- die alten Content-Verwerter, die sich wieder einmal zu lange an alte Vertriebsmodelle geklammert haben bekommen jetzt Panik und es geht wieder nur darum eine ?alte? Industrie zu schützen, die mit dem Urheber aber auch rein gar nichts zu tun hat ? ganz wie damals bei Disney.

  • Vor 9 Jahren

    @Dave Bowman:
    "Das heißt ? die freie Verwertung von Ideen und Wissen ist für den Fortschritt absolut essentiell!"
    Komisch, ich komme nach diesem Zitat eher zu dem Schluß, daß die Vorarbeit der Riesen gefälligst gewürdigt werden soll. Von einer freien Verwertung von Ideen und Wissen ist da nicht die Rede. Abgesehen davon finde ich es faszinierend, daß gerade unter diesen angeblich ach! so quälenden Umständen wie etwa einem Urheberrecht solche Sachen wie technische oder musikalische Entwicklungen in den letzten hunnertnochwas Jahren gerade in Ländern wie Großbritannien oder Deutschland, gewissermaßen den Vätern des Copyrights/Urheberrechts abgegangen sind wie Zäpfchen.

    "(und das schwache Argument, dass "schüchternen" oder "marktwirtschaftlich minderbemittelten" Künstlern durch diese Industrie geholfen wird, kann ja wohl nicht sein ernst sein, da gibt es ja wohl tausend Gegenbeispiele angefangen bei DSDS bis hin zu den Beatles und Prince)."
    Was sollen mir diese Worte sagen?

    "Es fördert nämlich genau Megaunternehmen, die sich auf Kosten der Allgemeinheit UND der Künstler bereichern. Wir erinnern uns aber sicher noch, dass das Urheberrecht auf 70 Jahre nach TOD des Künstlers ausgedehnt wurde, weil der Disney Konzern plötzlich die Hosen voll hatte."
    Nein, wir erinnern uns nicht, weil wir nämlich keine US-Amerikaner sind. Wir Deutschen erinnern uns daran, daß die Verlängerung der Schutzfrist auf 70 Jahre nach dem Tod des Autors im Jahr 1965 stattfand. Disney war in Deutschland übrigens nicht involviert. Das Leistungsschutzrecht für Europa wird bald auf 70 Jahre nach Entstehung einer Aufnahme o. ä. verlängert. Ob Disney da die Finger im Spiel hatte, weiß ich nicht. Die Unterhaltungsindustrie aber ganz bestimmt.

    "Oder ein anderes Beispiel sind Patente, deren (bewusste) Verletzung von großen Unternehmen begangen werden können (Nokia, Apple), weil man leicht im Austausch einen Deal mit dem betreffenden Unternehmen machen kann ? Versuch das mal als kleines innovatives Start-Up ? viel Spaß!"
    Umgekehrt kannst Du als kleines innovatives Unternehmen auch ein Patent anmelden und wenn dann ein Großer kommt und Dir Dein Spielzeug wegnehmen will, hat *der* viel Spaß. Frag' mal Microsoft.

    "Wir haben also neue Content-Verwerter, die auch ganz gut verdienen -- die alten Content-Verwerter, die sich wieder einmal zu lange an alte Vertriebsmodelle geklammert haben bekommen jetzt Panik und es geht wieder nur darum eine ?alte? Industrie zu schützen, die mit dem Urheber aber auch rein gar nichts zu tun hat ? ganz wie damals bei Disney."
    Du magst es nicht wissen, aber das Urheberrecht ist zunächst mal eine Sache des Urhebers. Rein zufällig hat man auch einen Namen gewählt, der das in etwa aussagt. Das Urheberrecht besagt unter anderem, daß der *Urheber* für eine öffentliche Wiedergabe seines Werks entlohnt werden soll. Das Urheberrecht legt fest, welchen Schutz ein Werk genießt und wann der *Urheber* einschreiten kann. Es regelt, wie eine Sache zu bewerten ist, an der mehrere *Urheber* beteiligt sind. Es regelt, wie ein *Urheber* etwas veröffentlichen darf und welche Rechte sich zwangsläufig daraus ergeben. Die "Industrie", falls Du damit Plattenfirmen meinen solltest, greifen zwar auch auf das Urheberrecht zurück, hier jedoch im Teilbereich Verwertungsrecht/Verbreitungsrecht, aber im unumstrittenen Zentrum des Urheberrechts steht der *Urheber*.
    Gruß
    Skywise

  • Vor 9 Jahren

    "Erste grosse Überraschung: Das Internet ist kein Plattenladen. Sorry, aber da habense dich angelogen. Das Internet ist statt dessen so eine Art Radio- oder Fernsehsender. Merkt man schon daran, dass es Strom braucht. Du kannst da Sachen draus ?aufnehmen?, wie beim Radio, aber nichts draus wegnehmen (?stehlen?).

    Zweite Überraschung: Es gibt kein Musikloch seit 15 Jahren, sondern geile neue Genres, die du aber wohl verpasst hast, weil du ja lieber Bekanntes hörst. Kein Problem damit, hör was du willst, aber beschwer dich nachher nicht, es gäbe nichts Neues, das so klingt wie das Alte. Ich hör inzwischen Dubstep, und hab auf dieser Grundlage ne neue Gitarrenband angefangen.

    Dritte Überraschung: Ich lebe von meiner Arbeit als Urheber, vor allem als Journalist, mit Artikeln, die zu 100 % frei im Internet zu lesen sind. So leid es mir tut, das schon wieder sagen zu müssen, aber die Industrie-Ära ist vorbei, und mit ihr das Geschäftsmodell der massenproduzierten Kulturdatenträger. Viele Musiker auf der Welt leben inzwischen von neuen Geschäftsmodellen. Mach das doch auch, bitte.

    Vierte Überraschung: Leute wie ich sind inzwischen aktiv in der Piratenpartei, weil nur noch hier ein Urheberrecht diskutiert wird, das auch den Urhebern nützt, und nicht nur den industriellen Verwertern. Sorry, aber als Autor oder Musiker kriegst du üblicherweise nicht mehr als 5 Prozent vom Endverkaufspreis. Auf deinem YouTube-Channel bekommst du 50 % der Werbeeinnahmen. Und wenn du den Deal direkt mit Amazon machst, 70 % des Umsatzes. Überleg dir das mal. Nur weil jemand Kunst macht, hat er kein Recht auf Geld dafür. Er muss die Kunst verkaufen. Er muss die Leute überzeugen, ihm Geld zu geben.

    Fünfte und letzte Überraschung: Mensch, Alter, mach die Augen auf, die haben dich verarscht. Du warst zu oft mit den Unkreativen beim Biertrinken. Die Wirklichkeit ist: Noch nie war es für uns Urheber besser als heute, zu Zeiten von Internet und digitaler Kopie. Glaub mir. Ich weiss, wovon ich rede. Weil ich beide Seiten kenne."

    Quelle:
    http://11k2.wordpress.com/2012/03/22/sven-…

  • Vor 9 Jahren

    "Nur weil jemand Kunst macht, hat er kein Recht auf Geld dafür. Er muss die Kunst verkaufen. Er muss die Leute überzeugen, ihm Geld zu geben."
    Das stimmt schon, aber wieviel Geld der Künstler dafür bekommen soll, sollte schon in der Hand des selbigen liegen oder zumindest Verhandlungsache sein.
    Wenn er es umsonst unter die Leute bringen will (was auch die ach so tollen Deichkind und Jan Delay komischerweise nicht machen), dann ist das sein gutes Recht. Soll er machen. Eber man kann und sollte ihn nicht dazu zwingen. Wenn er Geld dafür haben will, auch. Wenn es dann keiner haben mag, ok. Mal über den Preis oder das Produkt nachdenken. Aber man kann diese Entscheidung ob jemand einen Obulus für sein Werk bekommt nicht einfach entreißen und ihn noch dafür beschimpfen. "Ich nehm' dir jetzt dein Werk weg und wenn Du etwas sagst, dann bist du Arsch ein veralteter Spießer."