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Der tanzende Onkel

In einem ausführlichen Gespräch mit GQ Style verbreitete sich Andre 3000 über seinen musikalischen Status Quo: Zwar produziere, schreibe und spiele er konstant weiter Musik und genieße es auch, die Dateien auf seinem Rechner zu stapeln, konkreten Output stellt er aber kaum in Aussicht.

"Im Grunde genommen hasse ich es, ins Studio zu gehen. Das einzige, das mich da hinzieht, ist meine Begeisterung für andere Künstler. Ich habe als Produzent für ein paar Leute gearbeitet. Ein paar Projekte. Aber das ist das Verrückte: Ich hab' den Puls nicht mehr. Der Rhythmus verändert sich mit jeder Generation. Die Intensität und die Drums verändern sich. Und an dem Puls bin ich nicht. Ich kann nicht einmal so tun. Es würde sich so anfühlen, als würdest du deinem Onkel beim Tanzen zusehen."

Darüber hinaus spricht er darüber, sich selbst nie als einen außergewöhnlich guten Rapper gesehen zu haben, und überlässt Big Boi die Ehre, der eigentliche Leader der Band zu sein.

Ungewohnte Töne für jemanden, der sich in so manchen Top 5-Listen findet. Die Resonanz der Fans auf derartig resignierte Töne folgte natürlich auf dem Fuß.

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Doubletime Zu alt für Rap?

André 3000 fühlt sich abgehängt. 187 kämpft gegen die Polizei, XXXTentacion um seine Freundschaft und Kollegah gegen die neue Welle.

3 Kommentare mit 2 Antworten

  • Vor 3 Jahren

    Mir geht diese gespielte Bodenständigkeit schon länger auf den Sack. Nein ich bin gar kein so guter Rapper wie jeder in mir sieht usw. Wenn du etwas machst willst du auch stolz darauf sein und Anerkennung dafür bekommen, dass ist etwas ganz normales und hat im gesunden Maße rein gar nichts mit Narzissmus zutun. Noch ein Beispiel aus deutschen Landen Shindy oder andere Rapper die labern ja mein letztes Album war eher ein Mixtape usw ach halt doch die Fresse dann nenne es halt gleich Mixtape oder Wixtape. Ne du gespielte Bodenständigkeit ist einfach nur peinlich.

  • Vor 3 Jahren

    Passt doch, habe ihn auch nie als außergewöhnlich guten Rapper gesehen.

    • Vor 3 Jahren

      Man kann seine Aussagen kritisch und eigenartig finden, aber 3Stacks ist doch der Inbegriff des außergewöhnlichen Rappers. Er vereint Flow, Lyrics und Kreativität zu einem einzigartigen musikalischen Paket. Bin keiner dieser Sorte, die alles feiern, nur weil es alt ist, aber ATliens, Aquemini, Stankonia und das Doppelalbum sind tatsächlich mal zeitlose Klassiker. Klar, einen großen Anteil hatte sicher auch der ewige Unterschätzte, Big Boi, aber was die Alben auch so ewigfrisch macht, ist auf die Versiertheit von Andre 3000 zurückzuführen. Big Boi war "einfach" ein konventioneller Rapper auf Champions League Level, während 3000 einfach ein Außerirdischer war, gesegnet mit zu viel Talent. Für mich vom Gesamtpaket her der beste Rapper aller Zeiten.

    • Vor 3 Jahren

      Ok, in gewisser Hinsicht hast du recht, mein Beitrag war eh nicht ganz ernst gemeint.

      Bin kein großer Fan seiner Musik und würde im Leben nicht daran denken, ihn auch nur in die Nähe des "best rapper of all time" zu setzen. Aber außergewöhnlich - wenn man es auf das Wort runterbrechen möchte - ist er wohl tatsächlich, ja. Das lässt sich schwer bestreiten.

  • Vor 3 Jahren

    Finde Andre 3000 auf "The Ends" dem Intro des 2ten Travis Scott Albums extrem on point. Finde keinen zweiten Rapper der alten Garde der auf zeitgenössicher Produktion so krass performt. Der Part ist einfach wahnsinn. Wie kann er bloss so tiefstapeln?