Es war einmal in Westberlin: Bushido will keine Wäsche mehr waschen. Das findet Arafat nicht ganz sauber. Und wem gehört Michael Schindler?

Berlin (ksc) - Mal nachrecherchieren, worum es da eigentlich geht in dieser Räuberpistole Bushido vs. Arafat - so der Gedanke. Zwei Stunden später sind um die 25 Tabs offen, größtenteils von Raptastisch, Bild oder Hiphop.de. Es ist alles sehr kompliziert. So ein schwammiges Gefühl macht sich im Kopf breit, das sich einstellt, wenn man mehr weiß als vorher, dabei aber dümmer geworden ist. Man würde jetzt gerne bei Nacht und Nebel runter zu den Docks, zur Not auch in ein Parkhaus, um sich von einer im Schatten stehenden Gestalt mit tiefer Stimme die ganze Sachlage erläutern zu lassen.

Fest steht: Bushido und Arafat Abou-Chaker haben sich nicht mehr lieb. Letzterer half dem jungen Anis Ferchichi einst, aus dem Vertrag mit Aggro Berlin (RIP) auszusteigen, indem er dem jungen Indielabel ein nicht näher definiertes Angebot machte, dass dieses wohl nicht ablehnen konnte. Seitdem galt, soweit man weiß: Alle Einkünfte, ob aus dem Musik- oder Immobiliengeschäft, werden halbe-halbe geteilt.

Zur Erinnerung, das ist Bushido:

Und das ist Arafat:

Seit vergangenem März ist es aus mit der trauten Zweisamkeit, soviel ist sicher bekannt. Darüber hinaus weiß man eigentlich nur, was die Beteiligten zur Sachlage von sich gaben:

Arafat wandte sich via Instagram an die Öffentlichkeit und behauptete, bei einem klärenden Gespräch im März habe sich Shindy klar gegen einen Verbleib bei EGJ ausgesprochen, da er nicht mehr Bushidos "Herzschrittmacher" sein wolle (so soll Bushido etwa versucht haben, Shindys letztjährige Tour zu verhindern, um mehr Aufmerksamkeit für seine eigene zu bekommen). Eine Vertragsauflösung habe der kranke Mann von Kleinmachnow verweigert.

Man sei im Kompromiss so verblieben, dass besagter Michael Schindler weiterhin gemeinsames Eigentum sei, Bushido ihn aber gegen lyrische Angriffe zweier notorischer Düsseldorfer verteidigen müsse. Gab es auf deren letztem Album doch so einige despektierliche Kommentare Richtung Berlin. Dies habe Bushido abgelehnt, da er vor den beiden "Todesangst" habe. Mittlerweile erpresse Bushido Shindy mit dem immer noch gültigen Vertrag und habe ihn zum kürzlich aufgenommenen Foto und einem gemeinsamen Track auf seinem kommenden Album gezwungen.

Alles Humbug, sagt Bushido im Twitch-Livestream: Er verbitte sich das Wort Erpressung schon mal sowieso, zudem brauche er sich zur Frage nach dem Besitzrecht an Shindy nicht zu äußern, denn: "Shindy weiß, was passiert. Du weißt, was passiert. Ich weiß, was passiert und wir drei sind die Einzigen, die wissen müssen, was passiert". Das ist sehr aufschlussreich. Zum Thema Diss oder kein Diss in Richtung Arafat: "Du hast nie irgendwelche Sachen klären können. [...] Aber ich wasche keine Wäsche mehr für dich, kannst du knicken".

Todesangst gegenüber den Oberbangern weist er somit von sich. Des Weiteren beschuldigt er Arafat, den 31er getanzt zu haben, wie wir im Jargon sagen, und Personen aus Bushidos Umfeld bei der Polizei wegen Schüssen auf eines von Arafats Lokalen im Juni angeschwärzt zu haben.

Spätestens hier wüsste auch die Gestalt mit der tiefen Stimme im Schatten nicht mehr weiter. Es schwirren Namen wie Ashraf R. und Veysel K. durchs gossipgeile deutsche Internet. Von diversen Immobilien ist die Rede, in die man zu glücklicheren Zeiten gemeinsam investiert hat, bei denen die Besitzansprüche aber ähnlich unklar zu sein scheinen wie im Falle Shindys. Wenigstens streiten sie sich nicht über die Labradore.

Was das alles zur Hölle mit Musik zu tun hat? Zweierlei. Zum einen wollen wir dem Leser die ersten und wohl einzigen Rapversuche von Arafat Abou-Chaker (als "Presi") nicht vorenthalten, die Bushidos listige Frau Anna-Maria Ferchichi ans Tageslicht beförderte. Wohl als Vergeltung für Behauptungen Arafats, Bushido könne "gar nix":

Zum anderen hat der König von Kleinmachnow für kommenden Freitag den Track "Mephisto" angekündigt, nach dem man mehr wisse, so Bushido. Vielleicht ist das alles auch nur eine gigantische Promoaktion für die zweite Staffel "4 Blocks". Ganz sicher verdiene ich mich irgendwann dumm und dämlich, indem ich aus dem Ganzen das Drehbuch für eine äußerst groteske Sitcom mache. Eines ist klar: Schlauer werden wir dadurch wohl auch nicht.

Fotos

Bushido

Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig)

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2 Kommentare mit 5 Antworten

  • Vor 9 Tagen

    Passte noch nie zu Egj. Soll gehen

    • Vor 9 Tagen

      Ich weiß nicht. Zwischen chakuza und Kai eins, bizzy Montana,d-bo und nyze wirkt auch Shindy nicht wirklich fehl am Platze.

    • Vor 9 Tagen

      Shindy ist doch der erfolgreichste neben Bushido der je bei EGJ war stand jetzt... die ganzen Emo-Brüder um Nyze, Bizzy und Chakuza haben genau einmal auf Sampler No1 gepasst. Btw, heftiger Abstieg den Chakuza hinter sich hat, der Typ ist ja richtig fertig und durch.

    • Vor 9 Tagen

      Shindy soll zurück in die Bissigheimer Gosse.

    • Vor 9 Tagen

      Chak ist ein nur noch ein Schatten. Dem hat der Erfolg sichtlich nicht gut getan. Bizzy ist (in Interviews) ein ekelhafter Zeitgenosse. Nyze? Who?
      Shindy find ich mit Abstand der spannendste Künstler bei EGJ. Der hat Ambitionen, und beim Debüt sehr frischen Wind erzeugt (was bei EGJ sonst nie der Fall war). Denke aber der wäre beim Major besser aufgehoben.

    • Vor 9 Tagen

      Kann ja zu Godsilla, genau sein Kaliber menschlich. :lol:

  • Vor 9 Tagen

    Arafat hätte einfach auf sein großkotziges Rooz-Interview 2015 verzichten sollen

    Da hat er sich schlicht lächerlich gemacht, unglaubwürdig, angreifbar und somit das über viele Jahre in Lyrics, Erwähnungen und Gerüchten mühsam aufgebaute Mysterium mit einem Schlag in Luft aufgelöst

    Seitdem war er nur der cholerische "Alkofat", der mit dem sehr dicken Ali in seinem Kaffeehaus gammelt, vorschnell droht und absolut nix klärt, im Gegensatz zu seiner vormaligen Legendenbildung

    Klar, dass das dann niemand mehr beeindruckt hat, ein JBG Tagteam schon gar nicht und ein Twichido vorm lustigen Fortnitegezocke ein paar gelöste Sätze Richtung verbitterter Abouchakalakka-Sippe richtet

    Ob und wo Shindy Musik machen wird seh ich eher desinteressiert. Der hat auf seinen drei Alben alles gesagt, kopiert und probiert. Absolut no hate