Die Band löschte destruktive Kommentare unter ihrem Gratis-Film und bekommt jetzt den Spiegel vorgehalten.

Frankfurkt (zoe) - Vergangene Woche haben die Böhsen Onkelz zu ihrem 40-jährigen Bestehen ihren Spielfilm "Nero" auf YouTube geteilt. Trotz der Starbesetzung mit Ben Becker waren die Kommentare der Fans vielfach negativ. Daraufhin löschte die Frankfurter Band die kritischen Beiträge.

"Deshalb löschen wir jetzt alle destruktiven Kommentare"

"Freunde: Auch wenn euch der Film nicht gefallen haben mag, bitte ich darum, Respekt vor den Kreativen zu haben. Ich schrieb es schon an anderer Stelle: 'Schrott', 'Müll' und Co sind keine konstruktiven Meinungsäußerungen, sondern Provokationen, die wir nicht gestatten", schrieb die Band auf Facebook.

Weiter argumentierten sie so: "Keiner, der in seinem Leben etwas kreiert, möchte das anschließend über sein Werk lesen oder hören müssen. Deshalb löschen wir jetzt alle destruktiven Kommentare".

Onkelz Fans verstehen die Welt nicht mehr

Das allerdings stieß bei einigen ihrer Fans auf Unverständnis. Ein Fan postete: "Was eine Kackscheisse! Dann hätten die Onkelz auch immer den Mund halten sollen? Genau den schleimigen Weg sind die nie gegangen und das sollen jetzt wir Fans?". Mehrere Anhänger der Onkelz beschwerten sich über die Doppelmoral, dass die Band in ihren Texten häufig selbst destruktive Kritik äußere: "Nur wer austeilt, muss auch einstecken. So ist halt das Leben ... und wer sich rausnimmt destruktiv zu kritisieren, muss bzw. sollte sich auch so etwas gefallen lassen. Also fangt doch etwas sinnvolleres mit eurer Zeit an, anstatt jeden Kommentar zu löschen".

Und tatsächlich stellt sich ja die Frage: wenn man alle Böhse Onkelz-Lieder löschen würde, die keine 'konstruktiven Meinungsäußerungen' enthalten, sondern nur Provokation, was bleibt denn dann überhaupt noch übrig?

Weiterlesen

laut.de-Porträt Böhse Onkelz

"Wir sind der Stachel im Arsch der Nation", heißt es auf einer ihrer Platten. Das hätten die Böhsen Onkelz wohl gern. Tatsache ist, dass viele hierzulande …

22 Kommentare mit 34 Antworten

  • Vor einem Monat

    Persönlich sehe ich zwischen Netiquette und künstlerischer Freiheit nen großen Unterschied. Von daher halte ich den oben genannten Beitrag für unprofessionell.

    Mit dem Film selbst konnte ich nicht wirklich viel anfangen, nicht mein Genre, nicht mein Verständnis eines Handlungsstrangs, zu wenige Worte und sämtliche Bilder, die zwar wohl allesamt in einen Bandgeschichte-Kontext zu bringen wären, waren teilweise schon so abstrakt gezeichnet, dass man sich da fast Szene für Szene durchklicken müsste um sich dann Gedanken zu machen, was hier was genau dargestellt werden sollte.

    Das macht den Film nicht schlecht, aber speziell genug, dass es nicht einfach etwas für jeden ist, damit muss man leben können. Zu einem "uns hört man nicht nur nebenbei" ist jetzt sogesehen noch ein "uns sieht man nicht nur nebenbei" dazu gekommen.

    Die Reaktionen der Fans haben mich weder überrascht noch gewundert, ist aber auch nicht Sinnbildhaft für die Onkelz Fans, sondern auch nur ein Spiegel der Gesellschaft. Zu meckern gibt es immer, zu konstruktiver Kritik ist kaum einer fähig, dazu noch die allgemeine Rezeption "wer am lautesten schreit, hat recht" , und schon sind wir dann bei einem Newsbeitrag wie diesem hier.

    • Vor einem Monat

      Als symbolische Kunst verkaufter Dreck bleibt trotzdem Dreck. Dieser Film ist einfach in jeder Hinsicht so verdammt gewollt und nicht gekonnt, dass es körperlich weh tut.

    • Vor einem Monat

      "Persönlich sehe ich zwischen Netiquette und künstlerischer Freiheit nen großen Unterschied."

      Dann bezeichne ich meinen Trollbeitrag einfach als performative Kunst und schwupps ist das Scheinargument auch ausgehebelt. Halte ich für einen dummen Doppelstandard, Leuten, die sowieso schon eine Plattform haben, noch irgendwelche Sonderrechte einzuräumen.

  • Vor einem Monat

    Ach Gott jetzt erst gesehen :D Sind das die gleichen Onkelz die sonst so stolz drauf waren, überall anzuecken? Was eine peinliche Aktion.

  • Vor einem Monat

    Keine konstruktiven Meinungsäußerungen, sondern Provokationen - dann müsste laut.de sicher 90% aller Kommentare löschen.