Die Zukunft des Pops passiert genau jetzt: ein Streifzug für das coolste Genre der Gegenwart. Doch existiert diese Musikrichtung überhaupt?

Outer Space (ynk) - Regelmäßig wollen die Leute dem Genre die Existenz absprechen, aber wir wissen doch alle, was gemeint ist. Angefangen 2016 als PC Music, haben die die Popmusik subvertierenden Electro-Beats irgendwann ihre ganz eigene Pop-Sphäre entwickelt. Geprägt von Künstlern wie SOPHIE, A.G. Cook, Danny L Harle oder Charli XCX haben sich ganze Szenen und Generationen mit ihrer eigenen Interpretation der Musik-förmigen Post-Ironie herausgebildet. Vieles davon klingt wie die Zukunft, passiert aber schon jetzt. Berechtigterweise werden inzwischen Einwände erhoben, denen zufolge die Bubblegum-Bässe und Autotune-Exzesse niemals ganz Mainstream werden können. Aber selbst wenn nicht: Wer 2017 nichts als Charli XCX gehört hat, steht auf der richtigen Seite der Geschichte. Vroom Vroom, Motherfuckers! Hier kommen ...

... die besten Hyperpop-Songs

Um kurz die Eckdaten abzustecken: Für die Liste in Frage kommt alles, das offen dem Begriff "Hyperpop" zugeordnet werden kann oder zumindest nachweislich davon inspiriert ist. Das heißt, wir fangen nicht mit dem Lieblings-Spiel der PC Music-Community an, irgendeinen Song in den Raum zu werfen und zu fragen, ob er Hyperpop sei. Die Antwort lautet nämlich: nein. Weder "Firework" von Katy Perry noch "I Am The Best" von 2NE1 noch "Stairway To Heaven" von Greta Van Fleet sind Hyperpop-Songs, auch wenn sie es vermutlich gerne wären. Abgesehen davon ist alles drin, und ich versuche, die verschiedenen Zeiten und Ären weder nostalgisch noch mit Gegenwarts-Bias zu bewerten. Klingt cool? Dann ab dafür!

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Charli XCX

Charli XCX,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Charli XCX,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Charli XCX,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Charli XCX,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Charli XCX,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Charli XCX,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Charli XCX,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Charli XCX,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Charli XCX,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Charli XCX,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Charli XCX,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Charli XCX,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Charli XCX,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Charli XCX,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Charli XCX,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Charli XCX,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Charli XCX,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof)

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15 Kommentare mit 13 Antworten, davon 5 auf Unterseiten

  • Vor einem Monat

    Die Musik ist geil, euer Geschmack ist einfach rückständig

    • Vor einem Monat

      genau mein humor...

    • Vor einem Monat

      Dann gibt diesen Subjekten doch einfach nur noch ein bisschen Zeit ;)

    • Vor einem Monat

      Du bist nicht Marty McFly und die vorgestellte Musik hier ist auch keine Zukunftsmusik. Sie ist im besten Fall eine nostalgisch klingende Hommage an alte Popmusik, verpackt mit angestrengt ironischer Attitüde und im schlechtesten Fall ein Teenager, der vor lauter gelangweilter Affektiertheit am Synthpad eingeschlafen ist.

    • Vor einem Monat

      Wie man ironisch Nostalgie neu verwurstet, zeigt Neil Cicierega am besten. Der bedient sich zwar direkt an Originalen, allerdings beherrscht er seine Werkzeuge, im Gegensatz so manch Hyperpoplern aus der Liste, die so klingen, als haben sie Pitch Shifting und Glitch-VSTs gerade erst in ihrer DAW entdeckt.

    • Vor einem Monat

      Wie genial produziert manche Sachen sind, gerade so Stuff von SOPHIE oder Arca, kann man wahrscheinlich auch nur verstehen, wenn man selber hinter einer DAW sitzt.

      Ich würde niemanden dazu zwingen, die Musik zu feiern, selbst mir ist dann doch einiges zu viel (gerade bei den Instrumental-Alben von A.G. Cook), aber das ganze als billig produzierte Sache abzutun, hinter der kein wirklicher Gedanke steckt, wird dem ganzen nicht gerecht.

      Als jemand, der hobbymäßig selbst produziert kann ich nur sagen, dass sich so klassische Trap-, Boombap und Popbeats wesentlich einfacher und schneller produzieren lassen, als der Hyperpop-Kram. Die große Herausforderung ist es da z. B. die verzerrten Bässe so zu mixen, dass sie nicht die Boxen zerstören und generell genügend Abwechslung und Drive reinzukriegen.

      Als Challenge oder als Gedankenspiel würde ich mal vorschlagen, einen Beat vom neuen Kollegah-Album nachzubauen, dann "xXXi_wud_nvrstøp_ÜXXx" von 100 Gecs, um dann nochmal zu beurteilen, in welchem der beiden Instrumentale mehr Arbeit steckt.

    • Vor einem Monat

      Sophie ist da auch meine genannte Ausnahme. Wie sie produzierte ist meisterlich, und überhaupt nicht genretypisch aufs Nervtöten ausgelegt.

    • Vor einem Monat

      Mehr Aufwand bedeutet nicht automatisch mehr Ertrag. Premos 1-sample beat von "represent" oder "full Clip" ist musikalisch überzeugender als jedes Produkt hier, auch wenn's repetitiv aufgebaut ist.

  • Vor einem Monat

    Yannik steht da wirklich hinter und das ist erstmal gut. Irgendwann wird er seinem studentischen, pseudo-avantgardistischen Milieu entwachsen sein und sich selbst fragen, was er sich dabei gedacht hat. That's life.

  • Vor einem Monat

    Bin ja Fan des Genres, hab dank der Liste aber auch die eine oder andere mir unbekannte Perle entdeckt. Hätte "Immaterial" jedoch ebenfalls als tauglich für die 1 gehalten.