laut.de-Kritik

Vom Häftling zum Champion.

Review von

Robert Rihmeek Williams, besser bekannt als Meek Mill, hat ein aufregendes Jahr hinter sich. Im März 2018 wird er aufgrund eines angeblichen Verstoßes gegen seine Bewährungsauflagen inhaftiert. Dies führt zu einer medialen Debatte, der Stars wie Beyonce, Jay-Z, Lebron James und Kevin Hart beiwohnen. Dank einer Kaution kommt er schließlich wieder auf freien Fuß und setzt sich seither für die Criminal Justice Reform in den USA ein.

Nun ist Mill ein regelrechter Triumph gelungen, sein neues Album "Championships" schoss in der vergangenen Woche auf Platz eins der Billboard Top 200. Kein Wunder, hat sich Meek Mill doch mit Künstlern wie Cardi B, Jay-Z, Future und Drake zusammengetan.

"Championships" lässt aber auch aus eigener Kraft aufhorchen. Meek thematisiert die Ghettoisierung, soziale Ungleichheit und das kapitalistische System genauso wie seine Vergangenheit. Meek Mill dazu in Entertainment Weekly: "Ich habe dieses Album 'Championships' genannt, weil ich mich nach dem Überwinden von Armut, Straßengewalt, Rassismus und Vorurteilen in meiner rechtlichen Situation wie ein Champion fühle, diesen Punkt in meinem Leben und meiner Karriere erreicht zu haben ... Das ist für Menschen, die aus der Hood kommen, nicht selbstverständlich. Viele sind entweder tot oder im Gefängnis. All diese Probleme zu überwinden und es bis zu diesem Punkt zu schaffen, das ist die Definition eines Champions."

Passend zu seinem Überflug verwendet Meek Mill zu Beginn seines Songs "Intro" den Phil Collins-Klassiker "In The Air Tonight". Zusammen mit Mills Lines, die er rappt, als hänge sein Leben davon ab, startet das Album sehr stark.

Immer wieder thematisiert er seine Vergangenheit, wie in "Oodles O'Noodles Babies", wo er seine Kindheit mit Instant-Suppennudeln beschreibt, oder in "Trauma", in dem er über seine Zeit im Knast rappt. "What's Free", wird dem ein oder anderen bekannt vorkommen, denn Mill ließ sich hier von Notorious B.I.G.s "What's Beef" inspirieren. Zusammen mit Jay-Z und Rick Ross verwandelt Meek den Track aus dem Jahr 1997 in eine neue, aber mindestens genauso gute Version. Dass er sich gerne an Klassikern bedient, zeigt er auch in "Respect The Game", das Elemente aus Jay-Zs "Dead Presidents" aufweist. Toller Track, der nicht so Mainstream wirkt wie manch anderer.

Das Rezept mit den aktuell sehr angesagten Reggaeton-Vibes und Meeks Rap-Lines machen den Track "Uptown Vibes" zu einem Außenseiter. Allerdings zu einem verdammt guten, denn auch dank Fabolous und dem aus Puerto Rico stammende Rapper Anuel AA ist der Latin Trap eine gute Clubnummer. Schön, auch mal einen anderen Sound auf dem Album zu hören.

In "24/7" holt sich Meek die britische R'n'B-Sängerin Ella Mai mit ins Boot. Der eher ruhigere Song fällt auf und tut dem Album gut. Deutlich härter geht es bei "Going Bad" zu, den Meek zusammen mit Ex-Rivale Drake aufnimmt. Jetzt herrscht allerdings wieder Frieden, wie folgende Zeile beweist: "Ich und Drizzy stehen wieder für einander ein, es wird unheimlich." Dank Drake ist das Lied auch unheimlich gut.

Dass Mill mit vielen Features überzeugt, ist nichts Neues, doch diesmal glänzt er mit wirklich hochkarätigen Kollaborationen. Zu den Topstars auf "Championships" zählen Cardi B in "On Me", 21 Savage in "Pay You Back" und Kodak Black in "Tic Tac Toe".

Bereits jetzt befinden sich 15 Songs des Albums in den Billboard Hot 100. Ein Erfolg, der Meek Mill nach seinem vergangenen Jahr sicherlich gut tut.

Trackliste

  1. 1. Intro
  2. 2. Trauma
  3. 3. Uptown Vibes (feat. Fabolous & Anuel AA)
  4. 4. On Me (feat. Cardi B)
  5. 5. What's Free (feat. Rick Ross & Jay Z)
  6. 6. Respect The Game
  7. 7. Splash Warning (feat. Future, Roddy Ricch and Young Thug)
  8. 8. Championsships
  9. 9. Going Bad (feat. Drake)
  10. 10. Almost Slipped
  11. 11. Tic Tac Toe (feat. Kodak Black)
  12. 12. 24/7 (feat. Ella Mai)
  13. 13. Oodles O'Noodles Babies
  14. 14. Pay You Back (feat. 21 Savage)
  15. 15. 100 Summers
  16. 16. Wit The Shits (W.T.S) (feat.Melii)
  17. 17. Stuck In My Ways
  18. 18. Dangerous (feat. Jeremih and PnB Rock)
  19. 19. Cold Hearted II

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7 Kommentare mit 6 Antworten

  • Vor einem Monat

    Die Zeile aus dem Song mit Drake ins deutsche zu übersetzen, ist auch ziemlich unglücklich. So geht doch komplett verloren, dass er sich auf Drakes diss track gegen ihn im gemeinsamem Track bezieht. Stattdessen wird hier das ganze so nebenbei abgetan.

    In jeder 2. Deutschrap Review wird bemängelt, dass das alles austauschbar und belanglos ist. Und wenn dann mal Alben kommen, die mehr mitbringen, kommt ne belanglose und austauschbare Kritik dazu.

  • Vor einem Monat

    Der/Die Redakteur/in benutzt inflationär oft Standardfloskeln mit denen er Alben abspeist (wie dieses), von denen man aufgrund ihrer Relevanz eine tiefergehende Auseinandersetzung im Rahmen der Review erwartet.

    Beispielzitate: "Der eher ruhigere Song fällt auf und tut dem Album gut." oder "Dank Drake ist das Lied auch unheimlich gut." oder "Toller Track, der nicht so Mainstream wirkt wie manch anderer."

    Das sind Plattitüden meines 14jährigen Nachbar, wenn ich ihn nach seiner Meinung frage. Soll das professioneller Musikjournalismus sein? Ich lese Kritiken nicht nur in der Erwartung von irgendwelchen Bewertungen, sondern auch um durch substantiierte Meinungsäußerungen des Kritikers weitere, neue Sichtweisen auf ein Werk zu erhalten, was ich glaube schon verstanden zu haben oder verstehen möchte. Dies ist mit so einer Review nicht möglich (ähnlich auch die etwas bessere Kelvyn Colt Review).

    2/5 Sternen

  • Vor einem Monat

    Also für mich ist das tatsächlich eines der besten Ami-Rap-Alben dieses Jahr gewesen.