laut.de-Kritik

Entspannte Folkklänge von Lambs ehemaliger Sängerin.

Review von

Bis 2004 sorgte Louise Rhodes mit ihren Kompositionen und ihrer Stimme für die menschliche Note beim Trip Hop-Duo Lamb. Ein offizielles Ende der erfolgreichen Band gab es nicht, doch nutzte Rhodes die anschließende Zeit, um ihr Leben umzukrempeln. Sie verließ ihren Ehepartner und zog mit ihren zwei Kindern in eine Kommune aufs Land.

Back To Basics, sozusagen, was auch für ihr Solodebüt gilt. "Meine Mutter war eine Folk-Sängerin, also führe ich jetzt wohl diese Tradition weiter", erklärt sie. Ein Schritt, der alles andere als überrascht, passt eine akustische Gitarre doch vorzüglich zu ihrer tiefen, weiblichen Stimme. Perkussionen, Trommeln, Streicher – mehr braucht Rhodes nicht, um dem Hörer ihr Herz zu öffnen und ihn in eine entspannte, träumerische Welt zu locken.

Die Aufnahmen fanden auf der Farm statt, auf der Rhodes und ihre Kinder leben. Weit weg von der Hektik der Großstadt und der dazugehörigen Nachtszene klingt sie so, als hätte sie jegliche Anspannung hinter sich gelassen. Was sich glücklicherweise nicht auf das Album überträgt, das zwar keine Hits enthält, aber einen Blick auf die Charts auch nicht nötig hat.

"Mit Lamb fühlte ich mich als etwas, das irgendwie größer zu sein hatte als das Leben. Die Auftritte, die Kleider, das ganze Set-Up. Es gab immer diesen Unterschied zwischen der Lou im Alltag und der Lou auf der Bühne mit Lamb. Jetzt endlich läuft alles zusammen. Ich bin einfach nur diese Frau, die zwei Kinder hat und ihr Leben. Da ist kein Unterschied mehr, das mag ich. Alles wirkt ehrlicher, und genau so wollte ich es", erklärt Rhodes.

Eine Frau mit langen, zusammen gebundenen Haaren sitzt an einem Holztisch und zupft gedankenversunken auf einer klassischen Gitarre. Auf dem Tisch liegt ein in Leder gebundenes Tagebuch, hinter einer Glasfront öffnet sich eine englische Wiese. Das Bild auf der Rückseite der CD fängt die Stimmung der dazugehörigen Lieder perfekt ein.

Trackliste

  1. 1. Each Moment New
  2. 2. Tremple
  3. 3. Treat Her Gently
  4. 4. Fortress
  5. 5. No Re-run
  6. 6. Beloved One
  7. 7. Save Me
  8. 8. Inlakesh
  9. 9. To Survive
  10. 10. Why
  11. 11. Deep (Hidden Track)

Videos

Video Video wird geladen ...

Weiterlesen

LAUT.DE-PORTRÄT Lamb

Autechre, The Charlatans, The Chemical Brothers, The Fall, Joy Division, The Smiths, New Order, Oasis, Simply Red, Stone Roses, The Verve. All diese Bands …

LAUT.DE-PORTRÄT Lou Rhodes

Das vorläufige Ende von Lamb 2004 ist für Louise Rhodes auch privat eine Zeit des Umbruchs: Die Beziehung zu ihrem Ehemann endet, die Sängerin und …

1 Kommentar

  • Vor 10 Jahren

    Daß sie bei Lamb mehr war als es ein Mensch normalerweise auf Dauer sein kann merkt man ihrer Musik an. Ich werde mir jetzt auf jeden Fall ihre neue Musik anhören, so unvoreingenommen wie ich es kann, aber was Lamb geschaffen haben ist einfach überirdisch!

    Und damit mein ich am wenigsten den bekannten Song Gorecki oder Gabriel (auch wenn die total genial sind)... wirklich herausragend sind meiner Meinung nach 'Til the Clouds clear', 'Gold' und 'Bonfire'.

    Kein Wunder, daß man soviel geniale Kreativität nciht lange durchalten kann... das war einfach verdammt groß!