Porträt

laut.de-Biographie

Lemur

Von der Trennung von Herr von Grau 2014 lässt sich der rappende Part des Duos nicht aufhalten. Er gibt sich den Namen Lemur und macht alleine weiter.

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Kein ganzes Jahr später veröffentlicht der 1981 geborene Wolfsburger sein erstes Soloalbum "Geräusche", auf dem er unter anderem auch Songs seiner früheren Rap-Kombo Aksel des Bösen verbaut.

Die klangvollen Beats und wortgewandten Texte entstehen stets in Eigenarbeit. Dabei beschränkt sich Lemur nicht nur auf Hip Hop, sondern findet auch für elektronische Klänge, für Techno, Drum'n'Bass, Dancehall oder Dubstep Platz.

In seinen Texten beschäftigt sich der Mann, der sich nach einem Feuchtnasenaffen benannt hat, viel mit der Wut auf die Gesellschaft. Er verarbeitet persönliche Erlebnisse und Empfindungen, die dabei von glücklichen Momenten bis hin zu depressiven, menschenverachtenden Tiraden reichen.

2016 erscheint ein Kollabo-Album zusammen mit Marten McFly, Bruder im Geiste wie im Reim. In "Provisorium" philosophieren zwei getriebene Menschen darüber, wie es sich anfühlt, Hummeln im Hintern zu haben.

Über sein darauffolgendes Album "Die Rache Der Tiere", das 2017 erscheint, sagt Lemur selbst, es sei das Beste, das er je gemacht habe: "Ich bin echt stolz wie Bolle auf das Teil ... so richtig ... weil ich finde, dass ich mit dem Alter echt immer besser werde, also was diese komplette Mucke anbetrifft." Bescheidenheit ist eine Zier, die Lemur nicht zu brauchen scheint.

Dominiert bei "Geräusche" noch das Wütende in Lemur, finden sich auf "Die Rache Der Tiere" auch positivere und hoffnungsvollere Momente. Die blitzen auch auf seiner im Herbst 2018 nachgelegten EP "Die Herrschaft Der Kakerlaken" wieder durch, auch wenn das Szenario hier, eine postapokalyptische Dystopie, insgesamt eher unerfreulich ausfällt.

"Ich habe das Gefühl, eine Art Metamorphose durchlaufen zu haben", analysiert Lemur sich selbst. "Ich sehe Musik nun mit ganz neuen Augen, wie ein Kind, das sich über die unendlich vielen Möglichkeiten freut, auf dieser Welt Dinge zu veranstalten."

Bei aller Veränderung hält er aber an einer Sache fest: Persönliche Gefühle ausdrücken und in Geschichten zu verpacken - auf diesem Terrain bewegt er sich so sicher wie ein Lemur in den Baumkronen Madagaskars.

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