"Ich muss dem Volk wieder Punchlines geben." Kollegahs ruppige, sich aber stets auch selbst ironisierende Sprachkunst mag aus der Zeit gefallen wirken, sie unterhält auf "Free Spirit" nach 17 Jahren Karriere aber noch immer. Völlig zurecht, mitunter stilvoll, stellt er weiterhin seine lyrische Überlegenheit …

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  • Vor 3 Monaten

    You either die a Lappen or live long enough to see yourself become the Hurensohn

  • Vor 3 Monaten

    Sind die zitierten Textstellen nicht irgendwo klassische Kollegah-Lines, die nur mittlerweile nicht mehr so einfach zu schlucken sind, da die Trennschärfe zu seiner Künstler-Persona nicht mehr gegeben ist oder hat sich das inhaltlich wirklich so verändert?
    Review liest sich sehr nach Fanboy, der sich (widerwillig) von seinem Idol emanzipieren muss.

    • Vor 3 Monaten

      Zur Frage: Entschieden verändert, finde ich. Natürlich gab es auch auf seinen noch überwiegend gefeierten Veröffentlichungen schon viel Ablehnenswertes, aber eben solches, das man schlüssig seiner absurd überzeichneten Kunstfigur zurechnen kann (Selbstüberhöhung, Menschen- und insbesondere Frauenverachtung). Die hier zitierten Textstellen dagegen sind thematisch deutlich anders gelagert und lassen sich - mMn - unter anderem durch Bezüge auf reelle Interviewaussagen von Felix Blume - kaum anders als als ernst gemeinte Einlassungen zu gesellschaftlichspolitischen Diskursen lesen.

      Bzgl Revieweindruck: Geht mir auch ein bisschen so. Aber ist das nicht eigentlich sogar der Idealfall für einen solchen Verriss? Der Rezipient kann die Stärken des Küstlers durchaus schätzen und hält das, was daraus in der Vergangenheit schon entstanden ist auch in Ehren, kann aber hier selbst bei immer noch vorhandenen Ansätzen und bestem Willen nicht anders, als die Schwächen oder in diesem Fall sogar grundsätzlich problematischen Seiten des Albums für die ausschlaggebenderen zu halten. Hat das nicht eine viel größere Aussagekraft für den Leser als wenn jemand, der sein Zeug schon immer scheiße fand, zum selben Urteil kommt?

    • Vor 3 Monaten

      Danke für die ausführliche Antwort, Kubi :)

  • Vor 3 Monaten

    Quasi jeder Deutschrapper erzählt, wie scheiße Deutschrap ist. Ich halte das für eine sehr qualifizierte und überzeugende Meinung!

  • Vor 3 Monaten

    "Sollte diese Entwicklung weiter voranschreiten, dürfte über kurz oder lang der Verfassungsschutz tatsächlich sein Interesse am Zuhälterrap entdecken."

    Am Ende ist das alles Kunst. Doch allein dieser letzte Satz der Review zeigt, wohin wir uns entwickeln. Wenn das, was Kollegah hier in Songs packt bald bereits ausreicht, um den Verfassungsschutz auf den Plan zu rufen, dann leben wir doch bereits in der Zensur-Matrix. Es betrifft ja aktuell nicht nur die Musik... und hinterher will es wieder keiner gewusst haben. Hatten wir ja schon mehrmals in der Geschichte.

    • Vor 3 Monaten

      Die Geister des dritten Reichs oder der DDR zu beschwören, wenn's darum geht irgendwelche gefährlichen Inhalte zu relativieren, ist in den vergangenen ein, zwei Jahren auch zu einem durch und durch langweiligen "rhetorischen" Kniff degeneriert. Jeder will schön weiter seine Verschwörungstheorien, Halbwahrheiten und Lügen verbreiten "und hinterher will es wieder keiner gewusst haben", ganz genau.

    • Vor 3 Monaten

      Es ist ja schon ein wenig komplexer als das. Angesichts dessen, was er als Privatperson von sich gibt, kann man diese Trennung einfach nicht mehr machen. Kunstfreiheit hin oder her, er bedient die Sprache und Rhetorik von Personen, die die Realität in vielen Punkten verweigern, übergriffig geworden sind, die Demokratie abschaffen wollen und sogar schon Morde begangen haben. Da einfach auf Kritik mit einem "Das ist nur Kunst!" zu reagieren, wäre in diesem Fall meiner Meinung nach falsch.

      Da hatten die Vertreter von Hirntot-Records eher einen Grund und vor allem eine bessere Grundlage, ihre Werke als rein fiktional zu kennzeichnen.

    • Vor 3 Monaten

      Also dass die nato "militärisch" ist, ist ja jetzt weder ne merkwürdige Feststellung noch unwahr.
      Es scheint aber, dass sich seit Corona alles im Wettbewerb um den Tanz um die "eine gültige Meinung" befindet.

      Ich seh hier keine Meinung, die man nicht HABEN kann. Ob man die TEILEN muss, sei mal dahingestellt - aber es ist schlicht richtig und wichtig, dass es diese Meinungen gibt.

    • Vor 3 Monaten

      "Doch allein dieser letzte Satz der Review zeigt, wohin wir uns entwickeln. Wenn das, was Kollegah hier in Songs packt bald bereits ausreicht, um den Verfassungsschutz auf den Plan zu rufen"

      Lern lesen, mien Jung!

      "Sollte diese Entwicklung weiter voranschreiten"

    • Vor 3 Monaten

      „Zensur“?
      alter komm mal runter bitte.

    • Vor 3 Monaten

      Ohne jetzt zu allem Stellung nehmen zu wollen aber was den Verfassungsschutz und Kollegah betrifft. Ich finde die Anmerkung (jetzt nach diesem Album) nicht übertrieben. Wie sagt man so schön? "Die Einschüsse kommen näher"

      Kollegah hat eine enorme Reichweite. Er hat eine enorm treue Gefolgschaft (ich weiß nicht inwieweit sich das geändert hat, ich verfolge ihn schon lange nicht mehr). Mensch und Kunstfigur haben eine Symbiose gebildet und da kann man natürlich sehr gut mit arbeiten. In Musik lassen sich solche Nachrichten auch gut einstreuen.

      Erster Treffer auf Google:
      "Der Verfassungsschutz hat die Aufgabe, Gefahren für die freiheitlich demokratische Grundordnung und die innere Sicherheit durch politischen Extremismus und Terrorismus sowie Bedrohungen durch Spionageaktivitäten zu erkennen und einzuschätzen. Im Sinne eines Frühwarnsystems wird er bereits tätig, wenn noch keine konkreten Straftaten begangen wurden.

  • Vor 3 Monaten

    Fame produziert Neider. Fuck laut.de

  • Vor 3 Monaten

    Der Psychosenboss hält einen einstündigen Monolog:
    https://www.youtube.com/watch?v=5jxvghIZzc4

    Der rafft echt nix mehr :lol:

    • Vor 3 Monaten

      @Forndom:
      Fünf Kommentare gelesen, zwei Aspirin gebraucht. Kann ich echt nicht empfehlen. Ersteres mein' ich. Wie nennt sich das, wenn sich eine Reihe von Leuten zusammenfinden und demütig Kollegah dafür danken, ihnen die Augen geöffnet und sie zu einem Alpha gemacht zu haben?
      Hab' mir noch nicht mal das Video selbst angeschaut, abgesehen von dem großzügigen ersten Zug von dem Kotzbalken (wer oder was mit dem Wort gemeint ist, darf jeder für sich entscheiden). Aber ich bin mir ziemlich sicher: dieses Publikum hat sich den Mann so was von verdient ...
      Gruß
      Skywise

    • Vor 3 Monaten

      Hab's mir komplett gegeben. Halten wir fest. Depressionen exestieren nicht, er hat keine Lines gebitet und das schlimmste dass er einen die ganze Zeit versucht unterschwellig mit zu teilen dass er früher ja ein richtiger Hustler war und in Flughafen Toiletten verkauft hat. Ich weiß nicht, aber diese Street-Stories wirken bei ihm einfach so falsch. Musste die ganze Zeit lachen. Echtes Armutszeugnis das Video aber hab mich gut unterhalten gefühlt.

    • Vor 3 Monaten

      @Skywise:
      Ich vermute und hoffe, dass viele von diesen Leuten, sollten sie überhaupt echt und keine Bots sein, noch früh genug mit den sakralen Weisheiten ihres Überbosses auf die Schnauze fliegen und realisieren, dass ihr superdolles Idol doch nur ein schwurbelnder, dampfplaudernder Agitator und Manipulator war.

    • Vor 3 Monaten

      Schon hart, wenn da irgendwelche 16jährigen Milchbärte erzählen, wie sehr dieses Video ihre Sicht aufs Leben verändert hat... :rayed:

    • Vor 3 Monaten

      Wie geil ist das video. Hab es genüsslich wegkonsumiert.

    • Vor 3 Monaten

      Fresse ihr Opfa

    • Vor 3 Monaten

      "Danke Boss, für diese Worte! Ich feier dich seit Day 1,bin mittlerweile auch 38 Jahre alt(Verheiratet /1kind), ich hatte nie Zweifel dir gegenüber, ich habe mir jedes deiner Alben gekauft, weil du den Support verdient hast! Freunde lachen teilweise darüber, aber das war mir immer egal! Dieses Video zeigt mir, umso mehr das ich im Recht bin." Oh Mann...

  • Vor 3 Monaten

    gar nicht mitbekommen, dass es ein album gibt

  • Vor 3 Monaten

    Kolle war schon immer ein Pfosten. Braucht niemand.
    1/5 bis 0/5 endlich eingeführt wird.

  • Vor 3 Monaten

    Ungehört 0/5. Kölle braucht keiner mehr. Das gleiche wie immer bla bla. Gut Album abgehandelt.

    Eine Sache Frage ich mich nach der review aber doch. Wieso wird der Kerl (zu Recht) mit 1/5 abgespeist, weil er ein scheiß Typ ist der scheiße erzählt und ein scheiß leben als scheiß Typ zu Musik macht. Und Kanye West bekommt dafür fanboy reviews mit 4/5 aufwärts? Spiel das musikalische eine Rolle? Das wird in der review hier nicht behandelt. Aber wenn es, wie diese kolle Review impliziert, vor allem im die Person, die Aussagen und die Haltung geht, dann sollte Kanye bei deutlich schlechteren Bewertungen landen. Immerhin droht Kollegah nicht öffentlich anderen mit dem Tod, hat definitiv den kleineren Gott komplex und wirkt doch noch menschlicher als die menschliche Vollkatastrophe aus Chicago.

    Kurz gesagt: wie bei laut.de Musik bewertet wird scheint doch nach völlig unterschiedliche Maßstäben zu erfolgen.

    • Vor 3 Monaten

      Oder du scheinst es einfach nicht kapieren zu wollen, kann auch sein. Der Hellste warste ja eh noch nie.

    • Vor 3 Monaten

      Kollegah hat hier früher durchaus durchschnittliche bis gute Bewertungen bekommen, obwohl er auch da bereits abseits der Musik fragwürdige Dinge abgezogen und gesagt hat. Die jetzige Wertung ist 1/5, weil offensichtlich auf dem neuen Album selbst und mehr als zuvor fragwürdige Lyrics enthalten sind. Damit wurde aus meiner Sicht auf eine musikalische Verschlechterung reagiert, da die Texte zur Musik dazugehören. Das erscheint schon stimmig.

    • Vor 3 Monaten

      Zum einen hat man mit unterschiedlichen Rezensenten auch immer unterschiedliche Ansichten. Vielleicht ist es für Teile der Redaktion auch ein 3/5-Album, was ich zwar anzweifle, kann aber auch sein. Bei Kanye wird es, sowie ich die Tendenzen einzelner Redakteure einschätzen kann, auch so gewesen sein, dass einige von denen es nicht gut fanden.

      Zum an deren ist der Unterschied zwischen Kolle und Kanye einfach der, dass Kanye immer schon sehr darauf bedacht ist, etwas neues und originelles zu schaffen, während Kollege einen objektiven Maßstab dafür anwendet, wie ein guter Beat auszusehen hat und was ein guter Flow ist. Sowas nutzt sich schneller ab. Wenn dann kongruent zum Charakter auch die Musik immer uninspirierter und beschissener wird, kriegt man dann halt auch mal wegen beiden Aspekten einen Verriss. Wobei ich seinerzeit die Bewertung zu Jesus Is King viel zu hoch fand. Das war Kernschrott und hatte, trotz seiner experimentellen Ideen nichts in irgendeiner Playlist zu suchen.

  • Vor 3 Monaten

    Abu Kinderkacke (Kampfname) ist und bleibt die Nr. 1 im Autodrom!

  • Vor 3 Monaten

    Einfach crazy, wie die Albungcovers einfach jedes Jahr besser werden in Deutschrap! Deutschrap ist einfach fresh jnd fly und so und auf jeden Fall auch richtige Musik! Wer was anderes behauptet ist nicht lit!

  • Vor 3 Monaten

    Der Baus kann dieses strolchenhafte Benehmen in der Kommentarspalte nicht dulden wie flachbrüstige Hoes.

  • Vor 3 Monaten

    Wie hier bei Laut von den Lautusern/Redakteuren seit Jahren über jeden HansWurst und jede HansiWürstin ellenlange Elogien, Schmähreden und sonstiges lebensinnstellende Fragen und Selbstreflexionen ausgebreitet und geschrieben werden... ist schon peinlich, nervtötend und langweilig. Leute mit euren Kommentaren gebt ihr den falschen Leuten Aufmerksamkeit... ich weiß, ich bin nun auch ein Teil davon, aber bei 143 macht das den Braten auch nicht mehr fett. Allein, dass das hier wahrscheinlich Leute dazu bringt, dass die einfach bei YT reinschauen und sich die Scheiße reinziehen, somit helft ihr dem Kollegah mehr als das ihr ihm schadet.

  • Vor 3 Monaten

    Ganz ehrlich… grauenhafte und dümmliche Texte, billige Computersounds, albern „Drums“, ein albernes Cover. Überhaupt ist alles blöd!

  • Vor 3 Monaten

    Interessant. Ich habe mir das Album angehört und den Gedanken gefasst, dass Kollegah eine Psychose hat und seine Texte unmöglich ernst meinen könnte, wäre es anders.
    Einige Aspekte des Reviews würde ich noch stärker oder extremer formulieren: Kollegah wähnt sich wohl weniger in der Mitte von Gutmensch und Aluhutträger, sondern als darüber erhaben. Ich denke, er sieht sich mit seinem "befreiten Geist" schlichtweg als absolut - so absurd es klingen mag.
    Die Stelle mit dem Ukraine-Krieg hört sich und liest sich tatsächlich, erst recht unter Einbezug der restlichen Lieder des Albums, so an, als stehe eine obskure Entität oder Macht auch hinter dem Krieg als Auslöser. Wohlwollend könnte man es jedoch auch derart interpretieren, dass im Schatten des Krieges eine Umgestaltung stattfinden soll, ohne dass der Akteur oder die Akteure der Umgestaltung gleichzeitig Auslöser für den Krieg sein müssen. Ob es was besser macht? - wer weiß.
    Zu guter letzt zum Albumcover, was ein Kommentar hier aufgegriffen hat: ich denke, das Gesicht Kollegahs soll hier im gewissen Sinne vom Licht der Wahrheit erstrahlt sein, während er in der Umkehr den Durchblick hat. Links und rechts liegen jeweils im blauen Dunkel oder Nebel. Stumpfe Bildsprache, vorauseskomptierend, was auf der "CD" hinter dem Cover auf dem Hörer wartet.