laut.de-Kritik

Storytelling-Qualitäten und herausragendes Flow-Talent.

Review von

"We're like the Levi's Jeans of Hip Hop. We never go out of style." Ein wunderbarer Vergleich, den Domino, Produzent der Hieroglyphics, da aufstellt. Um so schöner ist er noch, weil Domino Recht hat. Die Hieroglyphics sind nach ihrem gefeierten Debüt "Third Eye Vision" wieder mit einer ordentlichen Portion Style zurück. Dementsprechend erfreut "Full Circle" jeden Hörer, denn das neunköpfige Kollektiv aus der Bay Area San Franciscos hat nach diversen Solo-Projekten endlich wieder zusammen gefunden, um seine Kräfte zu bündeln.

Besonders gute Arbeit haben die Produzenten des Albums geleistet. Wie viele Rap-Kollegen kaufen die Hieroglyphics ihre Instrumentals nicht bei der Top-Riege der Beat-Bastler ein, sondern schöpfen lieber aus ihrem eigenen Kreativitäts-Pool. Die Musik stammt aus den eigenen Reihen, von A Plus, Opio und Domino. Schallten nicht die Hieroglyphics aus den Boxen, könnte man glatt meinen, die Stars auf "Full Circle" seien die Beats. Denn die drei Produzenten zünden ein wahres Feuerwerk der Abwechslung. Egal ob bei klassischem Orchester ("Classic"), schrägem Wurlitzer ("Heatish"), melodiösem Zupfem an der Gitarre ("Chicago") oder mystisch-orientalischen Klängen ("Fantasy Island" und "One Hundred Thousand Indi"), bei dieser Auswahl kann jeder nach eigenem Geschmack den Favoriten wählen.

Höchstwahrscheinlich ist wie in der gesamten Geschichte der Hieroglyphics kein Radio-Hit dabei. Dafür haben Hieroglyphics-Alben andere Qualitäten. In Sachen Lyrics sind die Rapper Del, Extra Profilic, A Plus, Pep Love und die Souls Of Mischief ohne Frage eine Klasse für sich. Die nachdenkliche Zusammenarbeit mit Goapele, einer jungen Soul-Hoffnung aus der Bay Area, reiht sich textlich und musikalisch in die Tradition eines "U Got Me" der Roots ein. Im ähnlichen Stil ist "Maggie May", das durch Storytelling-Qualität überzeugt. Ihr herausragendes Flow-Talent unterstreichen sie mit "Love Flowin'". Sie rappen so passend auf eine orchestralen Beat-Kulisse, dass es dem Hörer die Tränen in die Augen treibt.

Auf "Powers That Be" hagelt es schließlich einen musikalischen Tritt in Richtung aller Major-Labels, mit denen die Hieroglyphics stets Probleme hatten. Als logische Konsequenz entstand ihr eigenes Label Hiero Imperium, das seit gut sechs Jahren durch hochwertige Produktionen von sich Reden macht. Der neueste Streich macht da keine Ausnahme und bringt das Kollektiv erneut einen Schritt aus ihrer stets unterschätzten Stellung im Rap-Zirkus weiter.

Trackliste

  1. 1. Prelude
  2. 2. Fantasy Island
  3. 3. Powers That Be
  4. 4. Make Your Move (Featuring Goapele)
  5. 5. Shift Shape
  6. 6. Classic
  7. 7. Chicago
  8. 8. Heatish
  9. 9. Halo
  10. 10. Love Flowin'
  11. 11. One Hundred Thousand Indi (W/ Abstract Rude)
  12. 12. Let It Roll
  13. 13. Maggie May
  14. 14. Jingle Jangle
  15. 15. Full Circle (Featuring Goapele)
  16. 16. 7 Sixes

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2 Kommentare

  • Vor 11 Jahren

    Versteh bis heute nicht, warum die Platte nicht die volle Punktzahl bekommen hat.

  • Vor 11 Jahren

    ich gebe auch 5/5

    fantasy island ist DIE hymne der gruppe, powers that be ist auch abnormal gut

    let it roll ist ein verdammtes beat und flow-brett, jingle jangle und love flowin insbesonders sind meisterwerke
    filler gibt es so gut wie keine, die beats variieren unheimlich, kein song klingt wie der andere, große bandbreite an beattechniken und unglaublich gute rapper mit einem enormen skill/flow-paket

    was will man mehr