"Stop your whining, you're alright". Mit diesen Worten lässt sich Konstantin Gropper gleich im Opener "A Song For Myself" für seinen Hang zum Melancholischen rügen. Denn während die Welt in den letzten beiden Jahren kollektiv in einen wehleidigen Halbschlaf rutschte, fand Gropper in sich einen Optimisten.

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  • Vor 8 Monaten

    "Er nimmt sich auf 'Amen' knapp eine Stunde, um das eigene Erleben der letzten Jahre zu reflektieren, in meist abstrakten Texten, die immer wieder mit Groppers durchscheinendem Humor bestechen" - ich lese laut.de wirklich gern, aber das ist Schülerzeitungsniveau, tut mir leid.

  • Vor 8 Monaten

    Dieser Kommentar wurde vor 8 Monaten durch den Autor entfernt.

  • Vor 8 Monaten

    Hab den nicht groß verfolgt. Wenn er immer mal wieder obligatorischerweise in irgendeinem Kulturprogramm auftauchte, fand ichs blaß. Ohne die Platte gehört zu haben, kommen die zitierten Zeilen bei mir ziemlich peinlich an. Ich finds sehr leicht, sich vorzustellen, wie z.B. Max Giesinger oder Annenmaykantereit sie auf deutsch singen ¯\_(ツ)_/¯.

    • Vor 8 Monaten

      Hör mal rein. Wahrscheinlich wirst du feststellen, dass du Get Well Soon mit dem Max-Giesinger-Vergleich großes Unrecht tust. Denn Max Giesinger ist richtig übel, keine Frage.

    • Vor 8 Monaten

      Hatte die erste Scheibe damals ein paar mal gehört. Dann aber auch nie wieder, auch wenn mir was was shufflemäßig begegnet ist. Zweite Platte wurde dann pflichtgemäß gehört. Die war aber sehr fad. Ist nicht so, als wär mir die "Band" nicht immer wieder mal begegnet. Aber es klang stets wiederholt und ausgelutscht.

      Hab da den guten alten Deutsch-Bonus in Verdacht, dens auch bei Filmen und Büchern gibt. Was überall sonst mittelmäßig wäre, ist als Deutsches natürlich richtig supi. Während das, was international eher beachtet wird, wie The Notwist z.B., von der hiesigen Indie- oder Untergrund-Szenen eher weniger Aufmerksamkeit bekommt Da wirds dann schnell zu bunt.

    • Vor 8 Monaten

      Ja, die Geschmäcker sind halt verschieden - ich kann mit The Notwist nichts anfangen, obwohl ich es oft probiert und mir durchaus Mühe gegeben habe.

    • Vor 8 Monaten

      "Ja, die Geschmäcker sind halt verschieden"

      Nein, in diesem Fall:
      Rage ist schlicht selbstlobotomiert!

      Und in vielen anderen Fällen: Frag hier mal rum....

    • Vor 8 Monaten

      Selbstlobotomie? Psychopharmaka müßte ich auch mal ausprobieren. Danke für die Erinnerung!

      Und ne, Get Well Soon sind einfach super provinziell mit verkrampft urbanen Ansprüchen. Die Verkörperung Baden-Württembergs, sozusagen. Deswegen interessiert sich auch außerhalb des Landes keine Sau für sie. Oder auch nur, wenn vier Wochen seit der letzten Platte vergangen sind und sie entsprechend nicht mehr im Feuilleton erwähnt werden.

    • Vor 8 Monaten

      Könnte es sein, dass hier eine kleine Täter-Opfer-Verdrehung vorliegt? Die Feuilletons begeistern sich (mal wieder) darüber, dass ein Künstler aus der Provinz gar nicht mal so provinziell klingt, wie man das für die Provinz erwartet hätte. Wobei das doch das eigentlich provinzielle an der ganzen Angelegenheit ist - ebenso wie der Vorwurf der Provinzialität von schlecht verarbeiteten diesbezüglichen Komplexen zu zeugen scheint.
      Fehlt noch die Frage nach den Grenzen der Provinz im diesem Land. Die gerne zur Schau gestellte Selbstbesoffenheit unserer (ja auch oft nicht nativen) Großstädter lässt mich manchmal eher vermuten, dass die Provinz sich über ganz Dtl. erstreckt, als Provinz im Kopf, sozusagen.
      Und dann sei noch die Frage gestellt, was im Gegensatz zum Schwabenländle dann Weilheim zum Nabel der Welt gemacht hat (und was Notwist als bundesdeutschen Feuilletonisten-Liebling dann so sehr unterscheidet). Vielleicht ist der Gegenpol zur Provinz vielmehr der Ort (im Atlas oder im Kopf), wo etwas neues passiert, bei dem sich niemand die Frage stellt, wie die Herkunft einzuordnen wäre.
      Sei es wie es ist, eine Wertung nach geographischen Maßstäben halte ich für ein eher schlechtes Kriterium, um sich Musik anzunähern.

    • Vor 8 Monaten

      Ragi einfach mal argumentativ komplett zerstört, dass ihm die Worte abhanden gekommen sind wie sein Profilbild.

    • Vor 8 Monaten

      Netter Versuch, Gleep. Bussi ;)

    • Vor 8 Monaten

      Der exaktere unter den existierenden vogtis hat aber tatsächlich 1-2 Monolithen ins Argumentfeld gepflanzt.

      Weilheim kannste halt höchstens bei pathologischer Fixation auf Live für dich zerbersten lassen aus Fanhörnchensicht, obwohl sie nach dem Ausstieg von Acid Pauli / Console inzwischen auch auf den Alben wieder bissl konventioneller arrangiert tönen. Bleibt dennoch eine ziemlich einzigartige stilistische Entwicklung die ihnen niemand mehr nimmt und kaum wer in vergleichbar kommerziell nennenswertem Umfang zu Stande brachte oder in Relevanz überlebte. Sind zwar für mich seit jeder der Inbegriff einer Studioplattenband, bin aber der ehrlichen Meinung, dass uns musikkulturell und insbesondere für die eigene Aussaat Nachwuschmusikschaffender sehr viel mehr geholfen wäre wenn The Notwist DAS in der internationalen Gunst und als aller Leute naheliegendste Assoziation zu Musik aus Deutschland wäre, was Rammstein und die Scorpions aktuell nun mal leider sind.

    • Vor 8 Monaten

      Dieser Kommentar wurde vor 8 Monaten durch den Autor entfernt.

    • Vor 8 Monaten

      Und Get Well Soon hat stärkere und schwächere Alben, zumindest bei mir jedoch hat bisher keines "Mannheim und provinzielle Kurpfalz" oder "badensische Dorfklausegeschichten" als naheliegendste Assoziationskette aushelöst und ich kann's beurteilen als provinzieller Teil des 50km-Speckgürtelradius drum herum.

    • Vor 8 Monaten

      Oh, live sind die Notwist schon enorm gut. Gerade international ein sehr gefragter Live-Act. Und das, obwohl die nicht gerade top vermarktet werden oder wollen. Oder gerade deswegen.

      Das Provinzielle war vielleicht nicht der entscheidende Faktor. Ich erkenne bei den ewig selben Progressions in dramatischem Moll eine große Verkrampftheit, die Vorbilder erreichen zu wollen. Und meine Assoziation dazu ist jedes mal: Du kommst aber hörbar aus Baden-Württemberg, Junge. Ist meine Erfahrung mit vielen Schwaben, daß sie gleichzeitig aus ihrem kulturell verödeten Bundesland herauswollen, ihre drollig-konservative Gemütlichkeit es dann aber irgendwie doch nicht will.

    • Vor 8 Monaten

      Ouh... hätte dir gar nicht zugetraut da so viel zu gönnen, @Ragi.

      So viel i.S.V. mehr als ich, der sie seit der "Neon Golden" eigentlich zu jeder neuen Scheibe wenigstens einmal um die Gegend HD/KA herum in Clubatmosphäre live mitzunehmen versucht und absolut überzeugt ist, dass Achers' Markus sich seither mindestens so hart bemüht, gesanglich zum technischen Niveau der Rest-Truppe und seinem eigenen übrigen Bühnenwirken aufzuschließen wie Derwatt sich vor seinem Kommentar hier bemüht hat The Notwist prinzipiell zu mögen und gut zu finden. Wie wir inzwischen wissen ja leider beides mit dermaßen bescheidenem Erfolg, dass wahre Bescheidenheit an der Stelle gebietet eben dieses stete Bemühen gar nicht erst einen solchen zu nennen.

    • Vor 8 Monaten

      Ragi, vielleicht könntest du auch einfach mal aufhören deine Unzufriedenheit mit deinem Kartoffeldasein auf alles und jeden zu übertragen, hm? Danke.

    • Vor 8 Monaten

      Nö. Ich werde euch an meinem traumatisierenden Kukturschock, der mit monatlich zunehmender hiesiger Bräsig- und Regungslosigkeit nur verschärft wird, teilhaben lassen. Zumindest bis meine Umstände und mein Wille es ermöglichen, dieses ewig gestrige, zurückgebliebene, bald hochmilitarisierte Drecksloch Europas wieder zu verlassen. Grinsesmiley!

    • Vor 8 Monaten

      Richtig so, Ragi. Geh zurück nach Russland!

    • Vor 8 Monaten

      ragism bruder du soltest auch in deutschland nicht chillen nur mit kartoffel hier ist auch am start viele coole kanakz mehr auswahl als in andere lander

    • Vor 8 Monaten

      Tja, ganz eindeutig Lässigkeitsvorteil "Nicht meine Spezies, nicht mein Problem" kann ich da nur schreiben. :)

  • Vor 8 Monaten

    Wieder eine großartige Platte mit einigen Highlights. Ich habe ihn bereits zweimal live gesehen und muss sagen, das ist wirklich gutes Handwerk, was die da abliefern. Manchmal knödelt er ein bisschen, manches ist sehr verkopft, aber wenn er loslegt, macht es echt Spaß. Bewertung geht in Ordnung.

    • Vor 8 Monaten

      Will ihn jetzt nicht unnötigerweise weiter dissen. Aber die Formulierung "gutes Handwerk" ist ein Warnsignal. Wie "nett" oder "interessant". Ist ja kein Handwerk hier, sondern es soll unterhalten, berühren, ergreifen, abstoßen, aufrütteln - oder kurz: bewegen. Ein Handwerker kann das außer im Porno eher nicht.

    • Vor 8 Monaten

      Zugegeben eine etwas unglückliche Formulierung, aber ich weiß glaube ich, was Ehrenfelder meint. Mir hat Get Well Soon für meinen Geschmack - bei echt starken Momenten - als ganzes tendenziell immer etwas zu sehr im eigenen Melancholie-Saft geschmort und blieb insgesamt etwas ungreifbar. Bis ich ihn dann live als überraschend gut gelaunten und kommunikationsfreudigen Entertainer erlebt habe, dessen Konzert das Gros des Publikums mit einem versonnen-zufriedenen Grinsen auf den Lippen verlassen hat. Vielleicht noch nicht ganz den verqueren Charme von Divine Comedy (und warum werden die eigentlich immer ignoriert?) versprühend, aber zumindest ein Bruder in Geiste. So etwas kann einem die Musik schon ein Stückchen näher bringen (ohne dass ich sie jetzt rauf und runter hören würde). Amen hat mir im ersten Durchlauf mal wieder ganz gut gefallen, mal schauen, wie viele Durchläufe die Platte am Ende erreichen kann.

    • Vor 7 Monaten

      Das was vogtissimo gesagt hat würde ich unterschreiben. Speziell der Vergleich mit Neil Hannon passt sehr gut, denn der hat ähnlich geniale Momente und manchmal ist er einfach zu versponnen. Aber immer gut für Überraschungen. Aydo Abay ist auch so einer. Alle drei sind live immer unterhaltsam und eine Reise wert.

  • Vor 8 Monaten

    Das stimme ich dir zu ist ein gutes Album geworden die schnelleren Lieder gefallen mir etwas besser als die langsamen Lieder. My Home Is My Heart, This Is Your Life und One for Your Workout gefallen mir am besten I Love Humans und Richard, Jeff and Elon sind sind auch nicht schlecht.

  • Vor 8 Monaten

    Wer sich fragt wieso deutsche Musik international nicht viel reißt der höre sich diese Lieder hier an und vergleicht diese mal mit Rammstein.

    • Vor 8 Monaten

      Dieser Kommentar wurde vor 8 Monaten durch den Autor entfernt.

    • Vor 8 Monaten

      Nun gut, den hätt ich weiter oben auch an @Ragi schenken können, dass der eine nennenswerte Vorwurf Richtung Gropper tatsächlich nur sein kann, dassde den Bub zwar irgendwann oimal wieder naus kriegt hoscht aus der Mannheimer Popakademie, seine manchmal zu bemerkende schematisch-schablonenhafte Herangehensweise ans Komponieren aber selbstredend den Eindruck bekräftigt du bekämst die Mannheimer Popakademie jetzt erst mal net mehr so schnell aus dem Bub naus.

      ...aber wenn wirr jetzt zu schematisch-schablonenhaftes Songwriting bekriteln möchten kommt dein Gegenbeispiel auch ziemlich beinamputiert zum Vergleich gerollt... :rayed: :confused:

    • Vor 7 Monaten

      Zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe. Aber gut, ich mag beides.
      Übrigens ist Erfolg kein Gradmesser für handwerkliche Qualität, sonst wären Scooter und DJ Bobo nicht die einzig erfolgreichen Überlebenden der 90er Techno- und Eurodancecraze.

  • Vor 7 Monaten

    Konstantin Gropper for ESC

  • Vor 2 Monaten

    Sorry aber wenn man gws mit rammstein vergleicht, sagt das mehr über den
    Hörrenden aus als über die Musik. Amen ist ein Kunstwerk, das man nur erfasst, wenn man sich von Musik berühren lässt. Besten Album ever!