laut.de-Kritik

Die Underground-Funkateers gehören in die Major-League.

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Yo, das ist Hip Hop nach meinem Geschmack! Roughe Snares, pumpende Grooves, tighte Raps, intelligente Samples, messerscharfe Scratches zu einem Netzwerk verwoben, dem nie das relaxte Feeling abgeht. Höchste Zeit, dass die offiziellen Underground-Funkateers aus Los Angeles die Major League knacken. Das zweite Album der Dilated Peoples ist durchgehend fett und spart trotzdem nicht mit Highlights.

Nach wenigen Takten hat sich diese Platte "eingenickt". Mit Tiefschlaf hat das freilich wenig zu tun. Schon eher mit dem Gefühl eines Hip Hop-Releases, der den Idealen der Kultur treu bleibt ohne zu langweilen. Für Abwechslung sorgt nicht zuletzt die Unterstützung unterschiedlicher erstklassiger Beat-Architekten und Crews (DJ Premier, The Alchemist, ?uestlove, Da Beatminerz und Tha Liks), die sich Evidence, Iriscience und DJ Babu aus West und Ost ins Studio geholt haben.

Die ersten fünf Tracks kennen kein Erbarmen. "Live On Stage" verbreitet bouncendes Bühnen-Feeling. Alchemist hat der Single "Worst Comes To Worst" ein charttaugliches Korsett verpasst. DJ Premier gibt den Raps von "Clockwerk", einem der besten Songs, seinen unvergleichlichen Kick mit. Viele der Raps auf der Platte würden auch ohne die dazugehörigen Tunes rocken (beispielsweise im Anti-Kriegs-Track "War").

Das schräge "Trade Money" spricht kurz und treffend die Gratwanderung zwischen Sell Out und Underground an: "We don't love money, but we don't hate money". "Heavy Rotation" mit den Liks, "Proper Propaganda" mit seinen geilen Samples sowie die Beats von "Panic" rollen wie Sau. Im letzten Drittel lässt die Platte allerdings ein wenig nach.

Trotzdem, der Dilated Peoples-Sound bleibt angenehm hart und doch laid back, düster, aber nie übermäßig negativ. Dies mag vor allem an den vielen Jazz-Samples, sprich melodiösen Tunes, und Funky-Grooves liegen, die sich das US-Trio zurecht geschnitten hat. Qualitativ rollt die Platte, die während der Tour mit den Jurassic 5 und den Roots entstand, in der ersten Liga - keine Frage. Den Kopf haben die Dilated Peoples aber im Untergrund und das würde auch an der Spitze der Charts so bleiben.

Trackliste

  1. 1. Live On Stage
  2. 2. Worst Come To Worst
  3. 3. Clockwork
  4. 4. Trade Money
  5. 5. Heavy Rotation
  6. 6. Self Defense
  7. 7. Phil Da Agony Interlude
  8. 8. Proper Propaganda
  9. 9. Dilated Junkies
  10. 10. Panic
  11. 11. Pay Attention
  12. 12. Night Life
  13. 13. War
  14. 14. Hard Hitters
  15. 15. Defari Interlude
  16. 16. Expansion Team Them

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