laut.de-Kritik

Solider Hardrock mit Fist-Raising-Refrains.

Review von

Bei American Idol 2006 musste sich Chris Daughtry am Ende mit dem vierten Platz begnügen. Keinen Grund, Frust zu schieben, dachte sich der Vin Diesel-Lookalike und knüpfte enge Bande zu Genregrößen wie Chad Kroeger (Nickelback) oder Gibson-Hero Slash. Mit seinem selbstbetitelten Erstling rollte er die Charts von hinten auf.

Das neue Album "Leave This Town" folgt dem selben musikalischen Rezept und verspricht soliden Hardrock mit Fist-Raising-Refrains und einer Power-Produktion in der Tradition erfolgreicher Kommerzrocker wie Nickelback, Creed oder 3 Doors Down.

Die Songs sind solide umgesetzt und mit zahlreichen Knalleffekten ausgestattet. Auch das Spiel mit der Dynamik beherrschen Daughtry und seine Hired-Guns perfekt.

Allerdings persifliert sich der 29-Jährige mit dem Titel der neuen Single ein wenig selbst: Als bahnbrechende Kollaboration mit Kroeger angekündigt, schimpft sie sich "No Surprise". Dieser Name ist dann leider auch oft Programm.

Allzu handelsüblich zupfen Daughtry und seine Gitarren-Crew die Akustik-Klampfen, bevor der Refrain mit powerchordlastigem Instrumentalgepose und tränenziehenden Lyrics vom bevorstehenden Beziehungsende kündet. Doch auch das bedeutet Professionalität: Zu wissen, wie man über die Runden kommt. Die neue US-Rock-Generation substrahiert den Hairspray-Posing-Faktor des 80er-Hardrock der Marke Bon Jovi und addiert grungiges Antiposertum.

Vielleicht ändert sich das in Zukunft, wenn Modulationen Einzug halten, die Vier-Minuten-pro-Song-Grenze fällt und Obamas Change-Versprechen ins Bewusstsein der Rocker einsickert. Ihr schafft das

Trackliste

  1. 1. You Don't Belong
  2. 2. No Surprise
  3. 3. Every Time You Turn Around
  4. 4. Life After You
  5. 5. What I Meant To Say
  6. 6. Open Up Your Eyes
  7. 7. September
  8. 8. Ghost Of Me
  9. 9. Learn My Lesson
  10. 10. Supernatural
  11. 11. Tennessee Line
  12. 12. Call Your Name

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LAUT.DE-PORTRÄT Daughtry

Kelly Clarkson war die erste, die vorgemacht hat, wie man nach der Teilnahme beim prestigeträchtigen American Idol eine selbständige Karriere aufbaut.

15 Kommentare

  • Vor 9 Jahren

    @Kuroro (« Nix gegen Nickelback ;) »):

    Die letzte war "Nett" aber nicht mehr!

  • Vor 9 Jahren

    Naja, die Hälfte der Platte war wirklich nicht so derbe. Aber einige Songs haben's echt rausgerissen ;)

  • Vor 9 Jahren

    Ihr seid also alle der Meinung das Album sei "scheiße", hab ich das so richtig aufgefasst, tut mir leid wegen der Ausdrucksweise, aber das triffts denke ich am besten? Das kann ICH zwar nicht nachvollziehen, muss ich aber hoffentlich auch nicht... Um auch mal etwas positives zu schreiben: Mich hat das Album absolut überzeugt. Klar, sie haben ihren Stil, der in den Songs nicht allzu sehr variiert, aber wenn man den nicht mag, dann sollte man wirklich die Finger von diesem Album lassen...