laut.de-Kritik

Irrsinnige Breaks und unglaubliche Drum-Leistungen.

Review von

Fünf Jahre haben Cryptopsy ihre Fans warten lassen, ehe sie nach "And Then You'll Beg" ein neues Studioalbum abliefern. Dabei legen sie die Messlatte für Bands wie Morbid Angel, Cannibal Corpse, Hate Eternal oder Dillinger Escape Plan wieder einmal verdammt hoch, denn was die technischen Fertigkeiten angeht, sind die Kanadier nach wie vor nicht von dieser Welt.

"Luminum" stimmt mit sanften Akustikgitarren auf das Album ein, doch man weiß von vorne herein, dass das nur die Ruhe vor dem Sturm ist. Und tatsächlich bricht dieser mit "In The Kingdom Where Everything Dies, The Sky Is Mortal" mit einer Wucht über den Hörer herein, die jeden Tornado in den Schatten stellt. So atemberaubend die Leistungen der Mucker einmal mehr sind, so deutlich fällt auch auf, dass Ursänger Lord Worm, der Ende 2003 zur Band zurück gekehrt ist, im Vergleich zu seinem zwischenzeitlichen Ersatz Mike DiSalvo etwas abstinkt.

Der Lord gibt sich zwar redliche Mühe, kommt aber an die Monsterröhre von DiSalvo nicht ran. Das war's dann auch schon mit Kritikpunkten, denn "Once Was Not" ist ansonsten eine Ansammlung an irrsinnigen Breaks und unglaublichen Leistungen an den Drums, dass der Unterkiefer ständig auf Halbmast hängt. Gerade "Carrionshine" ist von den Drums her der helle Wahnsinn, was Flo Mournier hier ablässt lässt jeden Drumcomputer vor Neid erblassen.

Während das Würmchen bei "Adeste Infidelis" im Mittelteil vereinzelt französische Texte verwendet, greift er für "The Curse Of The Great" tatsächlich auch auf ein paar deutsche Sätze zurück. Dabei handelt es sich auch um einen der wenigen Tracks, bei dem die Franco-Kanadier nicht durchweg aufs Gaspedal drücken. Dafür warten sie in "The Frantic Pace Of Dying" und besonders in "The Pestilence That Walketh In Darkness [Psalm 91: 5-8]" mit einigen fast symphonischen Elementen auf. Von den jazzigen Parts, beispielsweise bei "Keeping The Cadaver Dogs Busy", ganz zu schweigen.

"The End" übertreibt den Spaß zwar etwas und rupft das Album leicht auseinander, doch "Endless Cemetary" sorgt für einen versöhnlichen Abschluss. Irgendwie bleiben Cryptopsy im technischen Death Metal doch das Maß aller Dinge.

Trackliste

  1. 1. Luminum
  2. 2. In The Kingdom Where Everything Dies, The Sky ...
  3. 3. Carrionshine
  4. 4. Adeste Infidelis
  5. 5. The Curse Of The Great
  6. 6. The Frantic Pace Of Dying
  7. 7. Keeping The Cadaver Dogs Busy
  8. 8. Angelskingarden
  9. 9. The Pestilence That Walketh In Darkness
  10. 10. The End
  11. 11. Endless Cemetery

Weiterlesen

LAUT.DE-PORTRÄT Cryptopsy

Unter dem Namen Necrosis schließen sich 1992 in kanadischen Quebec Shouter Lord Worm (den sein Mutter eigentlich Dan Greening genannt hat), die beiden …

Noch keine Kommentare