laut.de-Kritik

Man verzeiht den mangelnden Mut zum Experiment.

Review von

Nur gut ein Jahr nach "Cassadaga" neuen Output von Conor Oberst zu hören, ist grundsätzlich eine Freude. Doch fragt man sich, warum er vorliegendes Album unter seinem eigenen Namen eingespielt hat. Er schreibt alle Songs selbst, spielt sie mit diversen mehr oder weniger bekannten Mitstreitern ein, die Aufnahmen besorgen Mike Mogis, Andy LeMaster und er. Eigentlich alles, wie bei den Bright Eyes auch.

Und auch der Sound hat sich nicht groß verändert. Zusammen mit seiner Mystic Valley Band getauften Entourage changiert der Meister des tiefgehenden Songwritings zwischen Introvertiertem, Verletzlichem, Zweiflerischem ("Eagle On A Pole") und nach Außen gehenden, fast schon fröhlichen Stücken ("I Don't Want To Die (In A Hospital").

Stilistisch lässt sich das in Mexiko eingespielte Album - ähnlich wie die Bright Eyes - zwischen Singer/Songwriter ("Cape Canaveral") und Country oder Countryblues ("Sausalito") einordnen. Das ist selbstverständlich nicht sonderlich innovativ, aber Conor und seinen Mitmusikern mag man den mangelnden Mut zum Experiment verzeihen.

So ist "Conor Oberst" nichts weiter als ein neues Bright-Eyes-Album unter dem Deckmäntelchen des Sologangs. Der Etikettenschwindel stört dabei nicht, denn die Musik zählt - und die entspricht dem gewohnten Qualitätsstandard des brillianten Frontmanns. Für Fans also ein Muss, wer den Bright-Eyes-Kosmos noch nicht kennt, dem bietet sich hier ein geschmeidiger Einstieg.

Trackliste

  1. 1. Cape Canaveral
  2. 2. Sausalito
  3. 3. Get-Well-Cards
  4. 4. Lenders In The Temple
  5. 5. Danny Callahan
  6. 6. I Don't Want To Die (In A Hospital)
  7. 7. Eagle On A Pole
  8. 8. NYC - Gone, Gone
  9. 9. Moab
  10. 10. Valle Místico (Reuben's Song)
  11. 11. Souled Out!!!
  12. 12. Milk Thistle

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