laut.de-Kritik

Das Metalcore-Genre ist nicht tot zu kriegen.

Review von

"Wir lieben Bands wie Unearth, Killswitch Engage oder All That Remains, die meiner Meinung nach die Gründer des Ganzen sind und ich glaube, das hört man unserer Musik auch etwas an. Ich mag auch ein paar Bands der momentanen Welle. Die meisten klingen sehr ähnlich, aber ab und zu kommt wieder eine Truppe auf, die erfrischt", erklärt Klampfer Mehdi die Inspirationsquellen seiner Gruppe.

Die A&R-Abteilung von Nuclear Blast formuliert naturgemäß etwas deutlicher, was man sich von der Band um die Brüder Davyd und Daniel erhofft: "Einerseits bedienen sie sich im Metal, andererseits verstehen sie es wie kaum eine zweite Band, den mittlerweile schon als Old School Metalcore zu bezeichnenden Sound der Anfänge mit den jüngsten Ausgeburten dieser Spielweise zu vermengen".

Nun erst mal die Kirche in Southampton lassen. Der "Redeemer" läutet eine Platte ein, die zum Teil mit melodiösen Gitarrenläufen aufwartet, sich klarer mit gutturalem Gesang abwechselt, während bratende Riffs und ein hämmernder Drum-Sound das Klangbild abrunden. Breakdowns und viele Tempowechsel wirken zumindest der Langeweile etwas entgegen. So weit, so schon hunderte Male gehört.

Cleane Gesangspassagen nehmen dem Gemetzel das Schwert aus der Hand, bevor Schreihals Daniel die Screamo-Attacken dort unterbringt, wo es am meisten weh tut. Besonders wenn sie dem Gaul die Sporen geben, klingt das absolut publikumstauglich. In "Lionheart" verschwimmen gar die klar gesungenen Parts in einem ausufernden Anfall an Riff- und Schlagzeuggewalt, die selbst das "Royal Blood" zum Gefrieren bringt. Beide Nummern heben sich leicht von dem restlichen Mahl ab.

Wo Nuclear Blast drauf steht, ist Qualität drin. Das beweist auch dieser Silberling. In und um den eingängigen Refrain in "Royal Blood" schwebt sogar ein Hauch lyrischer Sozialkritik über den aufgewirbelten Staubwolken. Doch richtig frisch wirkt das alles nicht. Denn auch Bury Tomorrow zerren den Metalcore nicht aus seiner Sackgasse heraus oder heben ihn gar auf eine neue Stufe.

Zwar ist das Genre nicht tot zu kriegen, doch es hängt schon seit geraumer Zeit am Tropf und auch neue Gesichter verhelfen nicht zu altem Glanz. Wer sich am Zustand der totalen Stagnation jedoch keinen Zacken aus der Krone bricht, sich gerne zu All That Remains, AILD, Heaven Shall Burn und Caliban die Zähne aus dem Kiefer schlägt, der kann auch hier nicht völlig falsch liegen.

Trackliste

  1. 1. Redeemer
  2. 2. The Maiden
  3. 3. Lionheart
  4. 4. Message To A King
  5. 5. An Honourable Reign
  6. 6. Knight Life
  7. 7. Royal Blood
  8. 8. Bitemarks
  9. 9. Abdication Of Power
  10. 10. Kingdom
  11. 11. 1603
  12. 12. Sceptres
  13. 13. Vacant Throne
  14. 14. A Curse

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13 Kommentare

  • Vor 8 Jahren

    wer kauft diesen Schrott eigentlich - ich fasse es nicht, wie man sich von dieser Musik nur mehr als eine Scheibe ins Regal stellen kann? So öde und vorhersehbar, dabei ausgelutscht wie Madonna Brüste. Musikalische Bankrotterklärung in höchster Form. Tut auch nichts zur Sache, dass es bei gott noch schlimmeren Mallcore-Käse gibt und das Teil sozusagen die Spitze des stinkenden Haufen ist (und somit wenigstens noch Luft bekommt, als unten tief drin zu stecken).

  • Vor 8 Jahren

    @JaDeVin: kann man so nur unterschreiben, wenn nicht gar unterstreichen :)

  • Vor 8 Jahren

    converge, coalesce oder botch stehen wie monolithische schatten über solchen bands, dass es schon recht makaber ist beides metalcore zu nennen.