laut.de-Kritik

Derbe Party-Beats - und ein Antony/The Johnsons-Cover.

Review von

Mit gerade mal 24 Jahren zählt Avicii schon länger zu den erfolgreichsten und mittlerweile auch reichsten DJs der Welt. Zur Erinnerung führt das der Schwede dem Unwissenden im Booklet seines Debüts "True" noch mal vor Augen: Statt Infos zu Songs und Gästen blättert man sich durch die Erfolgsgeschichte, die 2010 mit einem Remix und dem ersten Tack "Alcoholic" beginnt, über Hits wie "Bromance" oder "I Could Be The One" geht und 2013 "The New Chapter" aufschlägt.

Was wohl neu ist? An Aviciis Grundprinzip ändert sich schon mal nichts: Große Stimmen leiht er sich hier und da, ein paar Gitarren-Einlagen sind dabei und vor allem jede Menge Beat-Geballer. Dass es dabei immer so brachial zugehen muss, hat er sich wohl vom Kollegen Skrillex abgeschaut.

In eine richtige Schockstarre verfällt man deswegen nur in einem Moment: Denn "True" hält ein mindestens so unerwartetes wie grauenhaftes Cover parat: "Hope There's Someone" von Antony & The Johnsons.

Hätte Antony Hegarty eine House-Version seiner zerbrechlichen Ballade gewollt, hätte er damit wohl sein Nebenprojekt Hercules And Love Affair beauftragt. Sicherlich nicht jemanden, der eine schwedische Casting-Sirene namens Linnea Henriksson die Lyrics nachkreischen und wispern lässt, unterlegt von Klimper-Beats, die in nerviges, industrielles Gestampfe münden. Pfui, Avicii!

"Addicted To You" gehört mit der verführerisch markanten Stimme von Audra Mae, sanfter Gitarrenbegleitung und verhältnismäßig zurückhaltenden Beats zu den hörenswerteren Tracks. Hätte gut zum neuen Soundtrack von "Der Große Gatsby" gepasst. Ähnliches gilt für die groovende Nile Rodgers-Koop "Shame On Me", die dank hektischer Dance-Anleihen und Roboter-Effekten an Klasse einbüßt.

Starke Nerven erfordert der Achtminüter "Dear Boy" trotz der zauberhaften Mø. Wenn sie ihre Stimme erhebt, flimmern die Synthies etwas leiser, dafür geraten die intrumentalen Parts umso robuster und krawalliger. Spätestens, wenn es am Ende eine Minute lang dumpf vor sich hinpoltert, kehren Aloe Blaccs Lyrics vom Anfang in Gedanken zurück: "Wake me up when it's all over." ("Wake Me Up")

Adam Lambert schaut, Überraschung, für eine klebrige 70er Disco-Nummer vorbei, mit "You Make Me" kommen Freunde von Shouts auf ihre Kosten und am Ende rundet "Heart Upon My Sleeve" mit Duell-Atmosphäre und einem Mitglied von Imagine Dragons ab.

Varianz bietet Aviciis Debüt durchaus, allerdings nicht sonderlich ausformuliert. Am Ende stampfen eben immer derbe Party-Beat-Konstrukte vor sich hin und hin und hin.

Trackliste

  1. 1. Wake Me Up
  2. 2. You Make Me
  3. 3. Hey Brother
  4. 4. Addicted To You
  5. 5. Dear Boy
  6. 6. Liar Liar
  7. 7. Shame On Me
  8. 8. Lay Me Down
  9. 9. Hope There's Someone
  10. 10. Heart Upon My Sleeve

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12 Kommentare mit 7 Antworten

  • Vor 7 Jahren

    Mit welcher Erwartung ist der Rezensent eigentlich an das Album herangegangen? Hat er Heavy Metal oder verträumte Indie-Melodien erwartet?

    Ich finde Avicii ist von allen DJs die angenehmste Variante. Wake me up und Levels finde ich genial; und meiner Meinung nach hat auch solche Musik seine Daseinsberechtigung - nämlich dann, wenn man einfach tanzen und abfeiern möchte.

    • Vor 5 Jahren

      mein freund du bringst es genau auf den punkt!
      ich bin normal kein fan von edm aber avicii kann man sich durchaus mal geben!
      wenn man komplexe soundstrukturen erwarten naja, man geht ja auch nicht in nen jason statham film mit der aussicht auf tiefgang

  • Vor 7 Jahren

    Bin in dem Genre hier nicht zu Hause, aber ich gestatte mir trotzdem mal, das scheiße zu finden.

  • Vor 7 Jahren

    Ich muss sagen, das ist hörbarer als so mancher US-Dubstep Mist, was ich nicht erwartet hätte. Zwei Sterne für die Bums-Bums-Beats mit relativ einfachen Melodien für die Masse gehen schon in Ordnung.