laut.de-Kritik

Wieder mal selbst für Fans eine zweischneidige Sache.

Review von

Annihilator sind wirklich ein ganz eigener Fall. Auf der einen Seite hat Jeff Waters eine ganze Reihe an Songs veröffentlicht, die auf Jahre hinweg einen anhaltend hohen Stellenwert in der Thrash-Szene behalten werden. Auf der anderen Seite finden sich aber immer auch Stücke auf den Alben, die allerhöchstens das Zeug zur B-Ware haben.

Auch auf "Feast" gibt es jede Menge Licht und Schatten. So ist der Einstieg mit "Deadlock" und "No Way Out" absolut gelungen. Auch an "Smear" und "Demon Code" hab ich persönlich recht wenig auszusetzen. Allerdings habe ich bei Annihilator nach wie vor das Gefühl, dass der gute Jeff seine Songs zu oft einfach aus diversen Riffs von seiner Festplatte zusammen stückelt, die nur bedingt flüssig miteinander funktionieren.

Klar, der Mann hat einen unverwechselbaren Gitarrenstil und ist an seinem Instrument einer der ganz Großen. Leider schlägt sich das nicht immer im Songwriting nieder. "No Surrender" hat mit seiner jazzig-funkigen Art einen interessanten Ansatz. So was kennt man eigentlich eher von Suicidal Tendencies. Für meinen Geschmack ziehen die Jungs das Ding aber nicht konsequent genug durch, weshalb der Song ziemlich zerfahren wirkt.

Auch die erneute Zusammenarbeit mit Danko Jones bei "Wrapped", die wie erwartet deutlich rockiger und straighter ausgefallen ist, geht nicht wirklich auf, der Refrain ist leider viel zu banal geraten. Von der schnulzigen Ballade "Perfect Angel Eyes" und den meist recht einfallslos programmierten Drums will ich erst gar nicht anfangen.

Das macht "Feast" mal wieder zu einer sehr zweischneidigen Sache, selbst für Fans. Was die Kurve dennoch ein wenig nach oben richtet, ist die Bonus-CD, auf der Jeff und Dave insgesamt 15 eingangs erwähnten Kracher neu aufgenommen haben. Wie man live immer wieder feststellen konnte, bringt der Junge auch die Songs seiner zahlreichen Vorgänger ausgesprochen souverän!

Trackliste

CD 1

  1. 1. Deadlock
  2. 2. No Way Out
  3. 3. Smear Campaign
  4. 4. No Surrender
  5. 5. Wrapped
  6. 6. Perfect Angel Eyes
  7. 7. Demon Code
  8. 8. Fight The World
  9. 9. One Falls, Two Rise

CD 2

  1. 1. Fun Palace
  2. 2. Alison Hell
  3. 3. King Of The Kill
  4. 4. Never, Neverland
  5. 5. Set The World On Fire
  6. 6. Welcome To Your Death W.T.Y.D.
  7. 7. Nozone
  8. 8. Bloodbath
  9. 9. 21
  10. 10. Stonewall
  11. 11. Ultra Motion
  12. 12. Time Bomb
  13. 13. Refresh The Demon
  14. 14. Word Salad
  15. 15. Brain Dance

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LAUT.DE-PORTRÄT Annihilator

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14 Kommentare

  • Vor 6 Jahren

    @JaDeVin (« @Jlabbacher («
    Einfaches Beispiel: Warum zwängt man im vorgerückten Alter seine Wampe in ein viel zu kleines T-Shirt von damals und fährt zu einem Live-Konzert?
    Weil man die Mucke von früher hören will. »):

    oder auch nur weil man kein Geld für ein neues Band-Shirt hat? »):

    Annihilator würden auf jeden Fall wie allen anderen Thrash Metal Bands derbe Mastodon-Einflüsse total gut tun. Das wäre das höchste der Gefühle für alle intelligenten Leute, die nicht auf nem Zottel-Kuttentrip hängen geblieben sind sondern so gebildet und cool wie du.

  • Vor 6 Jahren

    Ach ja nun, ganz nette Platte.
    Die schneiden sich doch ins eigene Fleisch, ob der Vergleichbarkeit der Gesangsleistungen bei z.B. Fun Palace einst und jetzt. Das hat ja mit Dave fast schon was Schlager-mäßiges.
    Dazu kommt, dass die Stimme mir fast durchgehend ziemlich durch den Computer gezogen klingt.

  • Vor 6 Jahren

    Der Auftritt bei Wacken war bombastisch. Werd' mal reinhören.