Mystische Aura, interreligiöse Symbolik, verschwiegenes Auftreten – seit jeher bringen die extremen Metal-Spielarten Bands mit durch und durch okkultem Image hervor. Dabei betet die belgische Post-Metal-Institution Amenra im Gegensatz zu ihren schwarzmetallischen Kollegen nicht ma den Teufel an.

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  • Vor 3 Monaten

    Hab ich vorgestern im Festsaal Kreuzberg gesehen. Nach anfänglich unausgegorenem Sound fanden sie spätestens zum dritten Stück in ihr Set und ab dann war es eine meditative Erfahrung. Im Vergleich zu Shows in Belgien blieben sie jedoch sehr verhalten, außerdem macht mir persönlich der Sänger inzwischen ein bisschen zu deutlich Maynard in Bühnen-Gestus und -Habitus. Nichtsdestotrotz sind seine Wechsel zwischen fiesem Gore-Gekeife, bei dem die meisten von uns wahrscheinlich nach ner Viertelstunde tatsächlich Blut spucken wurden, und fragilen, aber sauber intonierten Clean-Vocals in jedem Moment absolut untadelig. Es scheint zudem vor allem an ihrer Die-Hard-Fan-Fraktion zu liegen, die als übertrieben fanatisch auftretender Cult of Ra öfters mal Erinnerungen an die ebenfalls in religiös anmutenden Fanatismus ertrinkende Tool-Anhängerschaft weckt, dass Amenra selbst den live dargebotenen Symbolismus vergangener Tage zwischenzeitlich sichtbar runtergefahren haben. Setlist bewegte sich erwartungsgemäß und m.W.n. ausschließlich im Bereich Mass III(I) - Mass VI, der Phase, in der die Band ihren heute zelebrierten Post-Metal/Sludge-Mix ausreiften und bis zur perfekt anteiligen Mischung auf der aktuellsten Studioplatte verfeinerten.

    Abzüglich mancher, den Gesamteindruck leicht trübender Die hard-Fan-Kollision an dem Abend - wofür Amenra selbst jedoch nicht allzu viel können - war es eines der besten Metal-Konzerterfahrungen der letzten 3 Jahre für mich.