laut.de-Kritik

Ein Hoch auf uns - und den deutschen Radio-Pop.

Review von

"Ohne Chaos Keine Lieder" bohrt sich dem durchschnittlichen Radio-Pop-Hörer wahrscheinlich tief ins Ohr. Platte Metaphern, Sommer-Beats und schnulzige Lyrics stellen die Grundpfeiler dieses Longplayers. Der titelgebende Opener erinnert an Andreas Bouranis "Auf Uns". Ein euphorischer Beat baut Spannung auf und bereitet vor auf den Höhepunkt, einen Kinderchor.

Mit "Herz Mit der Post" geht es auf dem bereits dritten Release des Cottbussers ähnlich weiter. Zu einem EDM-Beat erzählt der Track davon, dass Alexanders Ex noch seinen Kram, und, vor allem, sein Herz bei sich hat. Die Cro-CD braucht er nicht, nur sein Herz soll sie ihm irgendwann mal mit der Post schicken. Aber kein Stress, es gehört ja noch ihr, er selbst hat gerade für so ein dummes Ding eh keine Verwendung. Nur ein wahrer Poet verfasst diese Art der Kunst mit Zeilen wie "Ich lass' mein Herz lieber bei dir zurück / Bevor ich dich nochmal vermiss'".

Die Kernaussage von "Farbenblind" klingt besser als der Song selbst: Das Leben ist gar nicht so scheiße, wir müssen nur positiver rangehen. Zu ständigen "Uhhhs" und Gute-Laune-Pop stellt der Songwriter fest: "Das Leben ist nicht grau, wir sind nur farbenblind".

Seine Geliebte ehrt er auf den Songs "Du", "Mittelpunkt" und "Nur Bei Dir Bin Ich Sicher". Während ihn auf "Mittelpunkt" Piano und Gitarre begleiten, reduziert sich das instrumentelle Geschehen bei den anderen beiden Tracks nur auf dramatisches Klavier.

Somit dürfte "Ohne Chaos Keine Lieder" bald problemlos in den zahllosen 08/15-Formatradiosendern dudeln. Weder die Texte, noch seine Stimme, noch die Musik bieten auch nur ansatzweise Wiedererkennungswert. Manchmal sind alle guten Dinge drei, bei Alexander Knappes Alben ist dies allerdings nicht der Fall.

Trackliste

  1. 1. Ohne Chaos Keine Lieder
  2. 2. Herz Mit Der Post
  3. 3. Helden Und Spinner
  4. 4. Farbenblind
  5. 5. Du
  6. 6. Musik An. Welt Aus
  7. 7. Ballons
  8. 8. Mittelpunkt
  9. 9. Ferien Für Immer
  10. 10. Wer Macht Jetzt Die Sterne Aus
  11. 11. Nur Bei Dir Bin Ich Sicher
  12. 12. Instinkt
  13. 13. Heimweg

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LAUT.DE-PORTRÄT Alexander Knappe

Mut ist das Leitmotiv des Cottbussers, in der Musik wie auch im wahren Leben. Mut, Songs zu schreiben, die unter die Haut gehen, mit denen man mitfühlen, …

5 Kommentare mit 21 Antworten

  • Vor 5 Monaten

    Wäre schön, wenn sich bei der nächsten Musikpreisverleihung mal jemand gegen diese Art von "Musik" stark machen würde. Nicht dass hier ich beide Themen gleichsetzen wollen würde, aber Massenverarsche durch untalentierte Pseudokünstler à la Alexander Knappe setzt Deutschland auch schwer zu.

  • Vor 5 Monaten

    Was ich immer wieder faszinierend aber auch ein wenig bedenklich finde ist, wie viele Leute da draußen 'rumlaufen, die felsenfest davon überzeugt sind, dass die von den Forsters, Knappes, Bouranis, Giesingers usw. abgesonderten Allgemeinplätze und Kalendersprüche haargenau ihr Leben wiederspiegelt. Funktioniert vermutlich genauso wie Horoskope, aus denen ja auch jede/r lesen kann, was er/sie will

  • Vor 5 Monaten

    Ein Blick aufs Cover reicht und man sieht, was für einen Fäkalienhaufen man zu erwarten hat. Kommerzgeiler Produkt-Pop ohne Seele, Talent und Herz. Würde es den Echo noch geben, wäre Interpret XY wahrscheinlich Anwärter.

  • Vor 5 Monaten

    Hab Alex mal auf einem ostdeutschen Stadtfest gesehen. Er hinterließ in seinen Bemühungen, sich als Andreas-Bourani-Kopie zu versuchen einen surrealen Eindruck. Eventuell fühlen wir diese Musik einfach nicht deep genug. Vielleicht kommt er mal in den Chat. Einladung ist raus.

  • Vor 5 Monaten

    Was habt Ihr denn für Drogen genommen? Alex soll kein Wiedererkennungswert haben? Schon Mal auf Konzerten gewesen? Ein Junger Mann, der sein Leben in Songs verarbeitet hat mehr Herz und Verstand als Ihr! Er kann wenigstens Herz zeigen, er kann singen und er bräuchte nicht mal ein Piano! Ihr seid Schlechtmacher vom feinsten und sollte euch für Eure Aussagen schämen. Man merkt das euer Herz nicht am rechten Fleck sitzt. Bevor Ihr Euch Eure Meinung über jemanden bildet, solltet Ihr mal ein Konzert besuchen! Aber jemanden so dermaßen in den Dreck zu ziehen ist sehr Charakterlos. Zeigt mir heute einen Musiker der so Fan-Nah und so normal ist wie Alex. Zeigt mir jemanden von den Ach so tollen Musikern, die mit Gitarre durch die Stadt gehen, singen und das Geld einer Kinderkrebsstation spenden. Nicht Musik macht einen Menschen aus, sondern das was drinnen steckt und bei Alex ist es 1000 Mal Mehr Herz als bei euch! Er lebt seine Musik und die Bühne!!! #TeamAlex #BesterSängermitHerzundVerstand #wirkommenimmerwieder

    • Vor 5 Monaten

      Kann ja durchaus sein, dass er ein herzensguter, aufrichtiger Mensch ist und trotzdem beschissene Musik macht. Das schließt sich doch gar nicht aus.

    • Vor 5 Monaten

      Leider war Hobby-Bono auch auf der Bühne nichts weiter als ein profilloser Bourani-Verschnitt.

    • Vor 5 Monaten

      Erst Sun Diego, dann noch dieser Knecht und das an einem Tag. :koks:

    • Vor 5 Monaten

      Ich höre mir ja gute deutschsprachige Pop-Musik mit positiver Message wie Namika und Joy Denalane ganz gerne an. Die besitzen für mich wenigstens noch irgendwie etwas Authentisches. Warum man sich aber irgendwelche Kalenderblattweisheiten in der x-ten Ausfertigung kaufen sollte, erschließt sich mir einfach nicht. Habe aber wahrscheinlich in meiner Julia-Engelmann-Kritik schon alles gesagt dazu.

    • Vor 5 Monaten

      "Zeigt mir einen Musiker der so normal ist wie Alex". Ja eben!!! Manche merken es echt nicht. Anscheinend ist Normal sein also das ultimative Gütesiegel für Musiker, anders ließe sich der Erfolg von talentfreien Kackbratzen wie M. Forster auch nicht erklären. Der ist echt so schön beschissen normal. Top Totschlagargument

    • Vor 5 Monaten

      Vielleicht spielt er gute Konzerte, um von der Musik abzulenken? Warum sollen irgendwelche Konzerte bei der Bewertung der CD eine Rolle spielen?

      Achtung, Tiefsinn die erste.
      "Die alte Kamera und mein Lieblingsshirt
      Liegen immer noch bei dir
      Und die Cro-CD kannste gerne haben
      Hab' sie nur wegen dir gehört
      Und du sagst, dass du nochmal reden willst
      Wenn ich meine Sachen hol'
      Doch ich fass' mich kurz
      Denn du hast schon genug von meiner Zeit gestohl'n"
      Niveau- und ausstrahlungstechnisch sowie rein intellektuell betrachtet ist der Text in etwa vergleichbar mit einer Arschbombe ins Kneipp-Becken. Aufschlag folgt unmittelbar danach:

      "Jetzt steh' ich vor deiner Tür
      'Ne Kiste voll mit Zeug von mir
      Doch eins hast du gerade nicht hier"
      Hätte ich nicht gerade eine Moody Blues laufen, würde ich wahrscheinlich bei den Zeilen hier zu den Klängen von "Die kleine Kneipe in unserer Straße" vor mich hin schunkeln. Seicht.

      "Schick mir mein Herz mit der Post
      Ich brauch' es gerade nicht
      Denn wenn es überhaupt mal schlägt
      Schlägt es nur für dich"
      ...
      Also, ich finde diesen Vierzeiler einfach nur Bäh. Das sind so zwei Bilder, die nur noch von den Gebrauchsspuren früherer Benutzer zusammengehalten werden. Die Originalität hat die Nulllinie beim Absturz durchschlagen.
      Und dabei kann man mit dem Bild vom schlagenden Herz so wunderschöne Sachen machen. Liedermacher Michael Günther hat sich ein Bild von Liedermacher-Kollegen Bastian Bandt (vormals Sebastian Günther Birr) ausgeborgt, um die Zeilen zu zimmern:
      "Ich spüre, wie dein Herz die Viertel schlägt
      von unser'm Lied, ich hab' es lauter gedreht."
      Ich finde, das hat was. Aber Knappe - nä.

      "Kann nicht warten bis du's findest
      Weil du gerade nicht weißt wo's ist
      Schick mir mein Herz mit der Post
      Ich brauch' es gerade nicht"
      Die Nachwuchs-Liedermacherin Miss Allie hat in ihrem aktuellen Programm zugesehen, wie ihr Herz vor der Welt in die Toilette flüchtet. Sie springt verzweifelt auf der Suche hinterher, schwimmt mit der Scheiße um die Wette, dann kommt ein gelbes Pferd mit lila Punkten und einer Mähne aus Musik und zieht sie aus der Scheiße wieder ans Tageslicht zurück. Nun steht sie vor dem Lokus und singt gemeinsam mit dem Publikum, damit sich ihr Herz wieder aus der Toilette raustraut.
      Ist auch 'n Ansatz.
      Ein durchgeknallter Ansatz.
      Aber irre originell und mit Wiedererkennungswert. Im Gegensatz zu Knappe.

      "Du tust mir nicht gut
      Denn egal was du tust
      Du denkst immer nur an dich"
      Ich finde, Plattitüdenprügeln sollte olympische Disziplin werden.

      "Ich lass' mein Herz lieber bei dir zurück
      Bevor ich dich nochmal vermiss'
      Du wusstest doch noch nie was du wirklich willst
      Und ich hab' daraus gelernt
      Ganz egal was du denkst
      Ganz egal was du sagst
      Ich komm' nie zurück zu dir"
      Sie wird froh sein.

      "Jetzt steh' ich vor deiner Tür
      'Ne Kiste voll mit Zeug von mir
      Doch eins hast du gerade nicht hier

      Schick mir mein Herz mit der Post
      Ich brauch' es gerade nicht
      Denn wenn es überhaupt mal schlägt
      Schlägt es nur für dich
      Ich kann nicht warten bis du's findest
      Weil du gerade nicht weißt wo's ist
      Schick mir mein Herz mit der Post
      Ich brauch' es gerade nicht"
      Die alte Leier.

      "Ich hab' gelernt ohne mein Herz zu überleben
      Doch langsam hätt' ich's gern zurück
      Vielleicht willst du's ja gar nicht finden
      Und brauchst es mehr als ich"
      Es gibt da so ein Liebesgedicht aus den 60er Jahren, befindet sich auf einer Schallplatte ("So hätten Sie's bestimmt noch lieber ...", 1969) des völlig zu Unrecht vergessenen Fred Warden, stammt aus der Feder des mindestens ebenso zu Unrecht vergessenen Gerd Wenzel. Ich hoffe, ich zitiere aus dem Gedächtnis korrekt:
      "Singt ein Herr voll Liebesschmerz
      'Dein ist mein ganzes Herz',
      sagt die Puppe voller Ruhe:
      'Leg' es in die Tiefkühltruhe
      zu der Lunge von Hans-Peter,
      vielleicht brauch' ich es mal später.'"
      (Wenzel, "Transplantationen oder Ersatzteile sehr gefragt")
      Warum ich daran denke? Weil ich's lieber hören würde als das, was Alexander Knappe singt.

      "Schick mir mein Herz mit der Post
      Ich brauch' es gerade nicht
      Schick mir mein Herz mit der Post
      Schicke mir mein
      Schicke mir mein

      Schick mir mein Herz mit der Post
      Ich brauch' es gerade nicht
      Denn wenn es überhaupt mal schlägt
      Schlägt es nur für dich
      Ich kann nicht warten bis du's findest
      Weil du gerade nicht weißt wo's ist
      Schick mir mein Herz mit der Post
      Ich brauch' es gerade nicht

      Schicke mir mein
      Schicke mir mein"
      Es ist zumindest herzlos, das Publikum solcher Lyrik auszusetzen. Solcher Musik auch, aber das ist ein anderes Thema.

      Gruß
      Skywise

    • Vor 5 Monaten

      Wie viele der Lieder über sein angebliches Leben schreibt der Vogel denn wirklich selbst? Ohne mich jetzt näher mit dieser Fahrstuhlmusik zu beschäftigen würde ich wetten, dass da die gleichen Autoren hinterstecken, die die Songs für Giesinger, Forster & Co. schreiben. Aber vielleicht liege ich auch falsch, und es sind einfach nur 5 Affen aus dem Zoo Gelsenkirchen...

    • Vor 5 Monaten

      @Horst71:
      Also, er ist meines Wissens zumindest an einem Großteil seiner Lieder wenigstens beteiligt, oft genug mit Kai Oliver Krug plus noch ein paar weiteren Weggefährten. Die eigentlich gar nicht mal so untalentierte Wilhelmine Schneider beispielsweise, oder auch die Schweizer Schauspielerin und Musikerin Mia Aegerter, deren letztes Album definitiv taugt.
      http://www.laut.de/Mia-Aegerter/Alben/Nich…
      David Oesterling taucht bei einigen Titeln auf (nicht unbedingt glänzende Referenzen mit DJ Ötzi oder Jürgen Drews), Arezu Weitholz war schon als Autorin für AK4711 aktiv, für Herbert Grönemeyer, Madsen, 2raumwohnung, Adel Tawil, Toten Hosen ... Na ja, noch ein paar andere Leuts halt. Recht gemischte Personalkartei. Ich gehe mal davon aus, daß die meisten Zusatz-Kaspers, sofern vorhanden, am Text mitgewirkt haben, und weiterhin vermute ich, daß Knappe trotzdem das letzte Wort hatte.
      Gruß
      Skywise

    • Vor 5 Monaten

      Danke für die Info. Macht die Zeilen natürlich nicht besser.

    • Vor 5 Monaten

      https://www.youtube.com/watch?v=9YzMJc5tEQA

      Sollte man jeder dieser Gestalten mal um die Ohren hauen.

    • Vor 5 Monaten

      Puh. Also hier gibts entweder die Hater (derzeit in der Überzahl), oder eben verteidigende Fans. Vielleicht mal was dazwischen? Also: Ja, der Alex hat die ein oder andere Pose im Gepäck, die man von den anderen Vertretern der Zunft schon kennt. Ja, er macht Mainstream-Musik und gefühlsduselt mir oft ein bisschen zu viel rum. Die Balladen und die Hauch-Schmelz-Naidoo-Gedächtnisstimme strengen mich oft an. Dennoch: Da ist auch viel schönes dabei, was ich mir gern gebe. "Lauter Leben" nebst Video hat ne schöne Energie, "In den Morgen" ist einfach gut gemachter Pop, "Viel zu lange her" ist zwar null innovativ, aber das muss ja gar nicht immer sein. Aber die Zynismus-Experten hier stehen natürlich immer extrem über solcher Musik drüber und freuen sich an ihrer eigenen Verbalkotze, die sie über jemand anderem rauslassen können. Dann doch lieber ein Bourani-Kopist auf einer ostdeutschen Bühne, der trotzdem künstlerisch hier und da was ganz solides liefert.

    • Vor 5 Monaten

      Ich bin kein Hater. Dafür ist diese Scheiße zu belanglos.