laut.de-Kritik

Die Ersten schreien schon vom Ausverkauf ...

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Nachdem Oomph! jahrelang gute bis sehr gute Alben abgelieferten, aber nie den Erfolg einer Band wie Rammstein einfuhren, stehen sie seit dem letzten Album "Wahrheit Oder Pflicht" ebenfalls recht hoch im Kurs. Schon schreien die Ersten vom Ausverkauf. Doch was kann das Trio dafür, wenn ihre Sounds inzwischen den Mainstream erreichen?

Für die Single "Augen Auf!" griff Dero noch auf einen Kinderreim zurück, den vermutlich jeder in seiner Kindheit unzählige Male aufgesagt hat. Mit "Gott Ist Ein Popstar" geht er noch einen Schritt weiter und greift das Vater Unser auf. Versteht jeder vernunftbegabte Mensch schon nach wenigen Minuten, dass sich die Wolfsburger hier vor allem über den Medienhype um die sogenannten "Superstars" auslassen, schreien Kirche, Radio und Fernsehen gleich was von Gotteslästerung und boykottieren die Nummer bzw. laden die Band von der Echo-Veranstaltung aus.

An Dämlichkeit kaum zu überbieten, aber Oomph! solls recht sein, bringt sowas doch Werbung ohne Ende. Die hat sich für die Single schon ausgezahlt, und der Scheibe wird sie auch nicht schaden. Allerdings muss hinzugefügt werden, dass "Gott Ist Ein Popstar" nichts über "GlaubeLiebeTod" aussagt. Die Band zeigt sich nämlich abwechslungsreich wie selten. Sanft und fast schon poppig tönt "Das Letzte Streichholz", bevor der Chorus von "Träumst Du" ein massives Breitwandriff auffährt. Hat durchaus was von HIM, das Teil.

Für "Die Schlinge" haben sie sich die weltberühmte Titelmelodie des Western-Klassikers "Spiel Mir Das Lied Vom Tod" ausgeliehen und darum herum eine düstere Ballade gebaut. Als Kontrast folgt darauf das rockende "Du Willst Es Doch Auch", das ähnlichen Druck wie der Opener entwickelt. Ganz spartanisch gehen sie anschließend die Vertonung des Erich Kästner Gedichts "Eine Frau Spricht Im Schlaf" vor. Deros geflüsterter Text und die spärliche Instrumentierung geben dem Song etwas verdammt bedrohlich-düsteres.

"Mein Schatz" klingt allerdings wie eine Nummer von Marilyn Manson. Das rockt zwar ordentlich und dürfte die Tanzflächen füllen, sonderlich eigenständig ist das aber nicht. Sehr elektronisch und somit schon fast wie ein Schritt zurück zu den Wurzeln präsentieren sich danach die Strophen von "Dreh Dich Nicht Um". Auch "Land In Sicht" scheint zunächst sehr simpel und spartanisch gestrickt, erfährt aber im Chorus eine deutliche Steigerung, die dem Song beinahe etwas hymnisches gibt.

Ein wenig neu-metallisch aber auch nicht schlecht mutet "Tanz In Den Tod" an - rockt im Chorus ordentlich los. Die Eingangsmelodie von "Ich Will Deine Seele" ist vielleicht doch etwas zu simpel gestrickt, bleibt aber im Ohr hängen. Das abschließende "Zuviel Liebe Kann Dich Töten" klingt tatsächlich wieder ein wenig nach den finnischen Kuschelkönigen aber das macht die Nummer noch lange nicht schlecht.

Letztendlich ist "GlaubeLiebeTod" ein richtig gutes Album mit jeder Menge Hits geworden. Wer den Wolfsburgern Ausverkauf oder Trendanbiederei vorwirft, hat vermutlich nur noch nicht begriffen, dass es hin und wieder tatsächlich eine Band in die Charts schafft, die das auch verdient hat.

Trackliste

  1. 1. Gott Ist Ein Popstar
  2. 2. Das Letzte Streichholz
  3. 3. Träumst Du
  4. 4. Die Schlinge
  5. 5. Du Willst Es Doch Auch
  6. 6. Eine Frau Spricht Im Schlaf
  7. 7. Mein Schatz
  8. 8. Dreh Dich Nicht Um
  9. 9. Land In Sicht
  10. 10. Tanz In Den Tod
  11. 11. Ich Will Deine Seele
  12. 12. Zuviel Liebe Kann Dich Töten
  13. 13. Gott Ist Ein Popstar - Videoclip

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