In der Nacht zum Samstag fand an geheimen Orten in New York und Los Angeles eine Fernsehshow ohne Publikum statt, während der die Zuschauer Geld für die Opfer der Anschläge spenden konnten. Michael Jackson war bei der Show angeblich nicht erwünscht.

New York/ Los Angeles (kh) - 60 Superstars aus Musik, Film und Show-Geschäft haben Freitag Nacht in einer Fernseh-Show Geld für die Terroropfer der Anschläge vom 11. September gesammelt. Stars wie Bruce Springsteen, Tom Hanks, U2, Alicia Key, Willie Nelson, Mariah Carey, Billy Joel, Sting, Julia Roberts und Al Pacino wirkten bei der Show mit, wobei die Musiker ihre Songs darboten und einige Schauspieler an den Telefonen die Spenden entgegen nahmen.

Nach einem Bericht von soundchannel.de wollte auch Michael Jackson an der Mammutshow teilnehmen, er bekam jedoch von den Organisatoren eine Abfuhr: "Wir fanden, dass Michael Jackson einfach nicht zum Geist dieser Sendung gepasst hätte. Wir hatten Angst, dass seine Performance ein Egotrip geworden wäre - und nicht ein Tribut an die Opfer", zitiert die Webseite einen Organisator des Fernsehmarathons.

Die Veranstaltung fand aus Sicherheitsgründen ohne Publikum statt. In den Pausen war kein Applaus zu hören, sondern nachdenkliches Schweigen. Die Stars berichteten von heldenhaften Taten der Betroffenen. So erzählte Jim Carrey von einem Helfer, der eine gelähmte Frau 80 Stockwerke herunter trug - beide überlebten. George Clooney wusste von einem Polizisten, der trotz Dienstschluss zu dem brennenden WTC lief und nicht mehr zurück kam. Oder es wurden die letzten Minuten der Passagiere in den Flugzeugen nachvollzogen, in denen noch Auseinandersetzungen mit den Entführern stattfanden.

Neben dieser Heldenverehrung versuchte die Sendung aber auch dem aufkommenden Hass gegen den Islam entgegenzutreten. Ein moslemischer Junge erzählte verständnislos: "Die Leute sagen zu mir: Du hast es getan." Ein Mädchen mit Kopftuch äußerte: "Ich habe Angst, dass sie jetzt unsere Moschee in die Luft jagen." Die zum Islam übergetretene Boxlegende Mohammed Ali betonte: "Alle Moslems sind gegen dieses Töten und gegen Gewalt" und "Islam bedeutet Frieden". Der mehrfache Oscarpreisträger Robert de Niro machte den großen Wert der Religionsfreiheit deutlich.

Bei der Veranstaltung schlossen sich erstmals in der Geschichte der U.S.A. 31 Fernsehsender und 8000 Radiostationen zusammen, allein in den USA verfolgten über 60 Million Zuschauer die Sendung. Auch in vielen weiteren Ländern, unter anderem auch in Deutschland, wurde sie live übertragen. Bereits am Freitag Abend war ein Erlös von 116 Millionen Dollar (244 Millionen Mark) zusammen gekommen.

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Zusammen Destiny's Child und Nick Carter von den BSB will Jackson "What More Can I Give" aufnehmen. Der Erlös soll den Anschlagopfern von New York zugute kommen. Derweil macht die irische Musikerin Enya mit einem sogenannten "WTC-Remix" von "Only Time" Furore.

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