Naked Lunch klagen Rammstein an, unverfroren ihren Video-Clip zu "God" für die neue Single "Ohne Dich" missbraucht zu haben.

Wien/Berlin (chb) - Die Rammsteiner freuen sich derzeit über mehr als sechs Millionen verkaufte Alben und eine neue Auskopplung aus der aktuellen Scheibe "Reise, Reise". Seit dem 8. November 2004 läuft das Video zur zweiten Single "Ohne Dich" auf den Musikkanälen hoch und runter. Darüber ärgert sich jetzt die österreicherische Alternative-Band Naked Lunch.

Im Februar dieses Jahres hatte die Video-Produktionsfirma Amour Fou das Filmchen zur Single "God" der NL-Platte "Songs For The Exhausted" produziert. Mit nur 15.000 Euro Budget hatte die Truppe im alpinen Gelände eine "Form des Scheiterns dargestellt", wie sie selbst formuliert. Dafür bedienten sich Naked Lunch des vielgenutzten Motivs des Berg-Dramas im Schneesturm.

Auch die sechs Männer von Rammstein erklimmen im neuen Clip ein Gebirge und erreichen schließlich, genau wie Naked Lunch, das Gipfelkreuz. Aufgrund dieser Parallelen kommt bei Amour Fou jetzt ein "schales Gefühl" auf. Die Rammstein-Rohlinge hätten den "God"-Clip übernommen, um daraus ein ästhetisch und formal misslungenes Stück Video zu basteln.

Belegt sei der Ideenklau dadurch, dass Universal Ende Februar eine Ansichtskassette des Clips angefordert habe, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Anforderung stehe im Zusammenhang mit der Erstellung eines Video-Clips für die Gruppe Rammstein, habe es damals geheißen. Der lizenzlose Ideen-Klau sei nun ein "frecher und schäbiger Versuch, aus einem kreativen Potenzial und den Leistungen einer hervorragenden Band und eines spannenden Regisseurs Kapital zu schlagen".

Rammsteins Label Universal war auf Anfrage von laut.de zu keiner Stellungnahme bereit. Nun darf man wohl einigermaßen sicher schließen, dass Rammstein sich von Naked Lunch zumindest inspirieren ließen. Andererseits dürfte es nicht ganz einfach sein, Urheberrechtsansprüche auf ein Storyboard "Berg besteigen und Gipfel erreichen" durchzusetzen. Die Klagenfurter wissen das, ihr Statement macht mit seinem haltlosen Selbstmitleid immerhin noch ein wenig Wind.

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