Ob schlaflos oder beschwipst - die Sendereihe bot Nachtschwärmern fast 20 Jahre lang eine letzte Zuflucht. Nun heißt es: zu teuer.

München (huz) - Still und leise hat der Bayerische Rundfunk die Kultsendung "Space Night" zu Grabe getragen. Die letzte Folge des zeitweise populären Formats, das zuletzt auf dem Spartenkanal BR-alpha zu sehen war, wurde bereits in der Nacht zum 7. Januar ausgestrahlt. Schuld daran habe schlicht die GEMA.

Das Blog "The Research Institute" veröffentlichte hierzu eine offizielle Stellungnahme des BR. Durch die neu mit der ARD verhandelten GEMA-Tarife "wurden die Produktionskosten für 'Space Night' für den Bayerischen Rundfunk erhöht", heißt es dort. Daraufhin habe der Sender beschlossen, die Produktion nicht mehr fortzusetzen.

Im siebenstelligen Bereich

Bisher mussten Fernsehsender für die verwendeten Musikstücke lediglich eine Pauschale entrichten - nun zählt der tatsächliche Musikanteil.

Da die "Space Night" zu einem großen Teil mit Musik unterlegt ist, sei dafür jährlich "von einem niedrigen siebenstelligen Betrag nur für die Musikrechte auszugehen. Diese Mehrkosten wären zu Lasten anderer Programmformate gegangen", so der BR.

Die GEMA indes hält diese Begründung lediglich für einen "vorgeschobenen Grund". Wegen des neuen Rundfunkbeitrags sei man davon ausgegangen, dass die Öffentlich-Rechtlichen die Mehrkosten stemmen könnten.

Update vom 24.1.: Space Night läuft nun doch weiter

Am 23. Januar verkündet der Sender, dass die Ausstrahlung der 'Space Night' am 25. Februar wieder aufgenommen werde: Der Bayerische Rundfunk und die GEMA hätten "im Rahmen der laufenden Verhandlungen den Status der 'Space Night' geklärt".

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21 Kommentare

  • Vor einem Jahr

    @Ragism:
    a) Schon 'ne Überraschung, daß öffentlich-rechtliche Sender was mit der GEMA zu tun haben. So als Randbereich, der sie in Sachen Musik sind ...
    b) Wo sagt die GEMA denn, daß es "eben so ist"?
    c) Der BR hat übrigens schriftlich bzw. durch einen Sprecher zwei weitere Sachen verlauten lassen, die aus dem Bericht nicht hervorgehen: zum einen sprach der Sprecher davon, daß das Konzept ohnehin nach 20 Jahren einer Überarbeitung bedürfe, zum anderen spricht der BR auf seiner Seite davon (Stand: 18. Januar), daß "die laufenden Verhandlungen zur Neugestaltung der GEMA-Beiträge mit der ARD" der Grund seien, also sind die Verträge wohl noch nicht abgeschlossen (bzw. waren es zum Zeitpunkt der Absetzung der "Space Night" definitiv nicht), aufgrund derer sich plötzlich Mehrausgaben in siebenstelliger Höhe ergeben würden, sondern man geht erst mal davon aus.
    Gruß
    Skywise

  • Vor einem Jahr

    Dies ist eine Fernsehsendung. Sicher ist Hintergrundbeschallung hier auch wichtig, aber nicht der zentrale Aspekt einer Fernsehsendung. Ein Fernseher ist so ein rechteckiger Kasten, aus dem Bilder herauskommen, hast Du mit Sicherheit schon gesehen. Auch wenn ihr GEMA-Leute euch mit moderner Technik traditionell etwas schwerer tut.
    Ich habe mit Absicht keine Gänsefüßchen verwendet, aber sinngemäß sagt sie, daß es eben so ist, wenn sie schon keine Fehler einräumt oder Alternativen anbietet. Eine ähnliche Reaktion wie mit den Clubbetreibern, welche um ihre Existenz bangen mussten und die GEMA daraufhin nur lapidar antwortete: "Tja, wenn ihr jetzt mehr zahlen müsst, habt ihr bisher einfach zu wenig bezahlt."

    Ich danke Dir allerdings mal ernsthafterweise für die Zusatzinfos. Immerhin wird noch verhandelt und das ist gut zu wissen.

  • Vor einem Jahr

    wer schaut heutzutage schon noch Fernsehen`? total altmodisches Medium, sowie ein 'Händy' im Zeitalter der Smarties.......