Der Sound soll besser werden und weniger Platz brauchen, verspricht der Hersteller des neuen Audioformats MP3 PRO. Noch hat diese Neuentwicklung keine Auswirkung auf Microsofts Marktanteile.

Nürnberg (arb) - Das neue Format MP3 PRO wurde von der Coding Technologies GmbH (CT GmbH) in Nürnberg entwickelt. Die CT GmbH besteht aus der schwedischen, auf die Komprimierung von Audiodateien spezialisierten Coding Technologies und dem Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen. Das Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen (IIS), das seit zehn Jahren an der Entwicklung von Audiocodierverfahren beteiligt ist, hatte bereits die wesentlichen Komponenten von MPEG Layer 3 (mp3) und MPEG-2 AAC (Advanced Audio Coding) erarbeitet. Die gemeinsamen Kompetenzen flossen nun in die neue Software, mit der Thompson Multimedia für MP3-Player einen Massenmarkt erschließen und Microsofts WMF Konkurrenz machen will.

Das neue Format bietet mit nur 64 Kilobit pro Sekunde (kbps) eine vergleichbare Klangqualität wie das herkömmliche mp3 Format mit 96- oder 128 kbps. Grund für die Verbesserung soll sein, dass bei der Komprimierung mit dem herkömmlichen Format hohe Frequenzen verloren gehen, diese aber bei MP3 PRO wieder eingefügt werden.

Ein Problem ist noch die Wiedergabe der neuen Dateien, da herkömmliche MP3-Player das neue Format zwar abspielen, aber nur in der Qualität von "normalen" MP3-Dateien. Einen Player für das neue Format gibt es aber auch schon.

Eine wichtige Rolle beim Kampf um die Formate spielen die Digital Rights Management-Lösungen, die es künftig ermöglichen sollen, Rechtsverletzungen wie die durch Napster zu vermeiden. Noch scheint hier Microsoft die Nase vorn zu haben: aus einer firmeneigenen Studie mit Zahlen der Marktanteile geht hervor, dass Microsoft anscheinend Marktführer in der Digital Rights Branche ist und Verfolger wie Liquid Audio abgehängt hat.

In 350 Millionen Haushalten soll der Windows Media Player von Microsoft installiert sein, über 275 Firmen haben Windows Media lizensiert, um digitale Inhalte zu vermarkten. Eine entscheidende Rolle spielen mal wieder die Labels. Da sich Warner Music, Bertelsmann und EMI aber für den Konkurrenten Real Networks entschieden haben, ohne das MP3-Format aufzugeben, bleibt dem Software-Riesen mit Sony und Universal höchstens noch ein Trostpflaster. Die nämlich haben noch keine Lizenzsoftware für ihr Musikportal Pressplay und führen angeblich schon Verhandlungen mit Microsoft.

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