10.000 Euro Schmerzensgeld muss der Rapper an Jörg Kachelmann abdrücken, weil er ihn als "verfickten Wetterfrosch" bezeichnet hatte.

Berlin (sla) - Das Landgericht Berlin hat Kool Savas wegen schwerer Persönlichkeitsrechtsverletzung zu einem Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 Euro verurteilt. Wettermoderator Jörg Kachelmann hatte den Rapper verklagt, nachdem dieser ihn auf mehreren Konzerten sowie auf seiner Homepage beleidigt hatte.

2010 hatte Savas auf mehreren Konzerten, unter anderem in Basel und Freiburg, in seinen Ansagen über Kachelmann vom Leder gezogen. Dabei bezeichnete er ihn beispielsweise als "verfickte(n) Wetterfrosch", als "Arschloch" oder als "Bastard". Auf seiner offiziellen Webseite nannte der Berliner den Moderator ein weiteres Mal "Arrrrrrrrschloch".

Künstlerische Freiheit?

Jörg Kachelmann fühlte sich durch die abwertenden Äußerungen in seinem allgemeinen Persönlichkeitsrecht verletzt, verklagte den Rapper und forderte Unterlassung und Geldentschädigung. Vor Gericht verteidigte sich Kool Savas und berief sich auf die grundgesetzlich verbriefte Freiheit der Kunst.

Außerdem erklärte er, dass die Beleidigungen nur vor begrenztem Publikum gefallen seien. Die Konzertmitschnitte auf YouTube seien illegal, er könne schließlich nichts dafür, wenn Fans die Videos ins Netz stellen. Die Beleidigung auf der Homepage habe dagegen kaum einer bemerkt, da die Internetsuchmaschinen die veränderte Schreibweise "Arrrrrrrrschloch" nur schwer finden.

Beleidigen ist keine Kunst

Die Argumentation stieß bei den Richtern jedoch auf wenig Verständnis. Die Beleidigungen seien nicht von der Kunstfreiheit gedeckt, da die Moderation zwischen den Songs an sich keine "für ein künstlerisches Werk typische 'schöpferische Gestaltung'" darstellten, erklärte der Berliner Richter. Viel mehr habe Kool Savas mit seinen Beleidigungen auf Kachelmanns Kosten "Sympathie bei seinem Publikum" gewinnen wollen.

Verdacht der Vergewaltigung war der Anlass

Mit seinen Beleidigungen reagierte der Rapper auf die bundesweite Berichterstattung über Jörg Kachelmann. Dieser saß für längere Zeit in Untersuchungshaft, da die Staatsanwaltschaft Mannheim ihm Körperverletzung und Vergewaltigung seiner Ex-Freundin vorgeworfen hatte. Ende Mai 2011 sprach ihn das Landgericht jedoch von den Anschuldigungen frei.

Fotos

Kool Savas

Kool Savas,  | ©  (Fotograf: Niko Dittmann) Kool Savas,  | ©  (Fotograf: Niko Dittmann) Kool Savas,  | ©  (Fotograf: Niko Dittmann) Kool Savas,  | ©  (Fotograf: Niko Dittmann) Kool Savas,  | ©  (Fotograf: Niko Dittmann) Kool Savas,  | ©  (Fotograf: Niko Dittmann) Kool Savas,  | ©  (Fotograf: Niko Dittmann) Kool Savas,  | ©  (Fotograf: Niko Dittmann) Kool Savas,  | ©  (Fotograf: Niko Dittmann)

Weiterlesen

laut.de-Porträt Kool Savas

"Kool Savas ist der Endboss, gegen mich ist Krieg 'ne Fete / Ich mach' stark auf bester Freund und ramme Schwanz in deine Käthe." (Aus "Schwule Rapper", …

61 Kommentare

  • Vor 4 Jahren

    @Habbinal (« @Cafpow
    Ja, die Unterschiede sind, dass das eine sehr. . . ähm umgangssprachlich formuliert ist, das andere nicht. ;) Von der eigentlichen Aussage machts keinen Unterschied. Was ich meinte war, dass er nicht hergeht und "Anti-Kachelmann-Reden" hält und den total zur Sau macht, oder? Jedenfalls hört man's nicht aus den Quellen raus. »):

    hmm ich finde schon, dass es ein gewaltiger Unterschied ist.
    Das eine kann man als Statement auslegen, welches eine subjektive aber nicht wertende Abneigung beschreibt. Man kann es sogar als konstruktiv kritisch (wir ändern uns, damit wir uns besser verstehen) auffassen.

    das andere ist nur eine 08/15 Beleidigung, die nicht mal besonders Kreativ ausgefallen ist. Daher wundert mich auch das Urteil nicht.

  • Vor 4 Jahren

    dann würds hier doch stehen. :D