Der Jazzpianist Dave Brubeck stirbt nur einen Tag vor seinem 92. Geburtstag an Herzversagen. Die Welt verliert damit einen großen Musiker.

Norwalk/Conneticut (sit) - Er wurde als "Popstar des Jazz" gefeiert und stand noch im hohen Alter auf der Bühne. Wie sein Manager Russell Gloyd gestern bekannt gab, ist Dave Brubeck am Mittwochmorgen im Alter von fast 92 Jahren in einem Krankenhaus in Norwalk im Bundesstaat Conneticut verstorben. Die Todesursache war wohl Herzversagen.

Mit Stücken wie "Take Five" begeisterte der Jazzpianist gemeinsam mit Saxofonist Paul Desmond im "Dave Brubeck Quartett" seit den 50er Jahren ein breites Publikum und machte den Jazz erstmals auch in der weißen amerikanischen Mittelschicht salonfähig. Die Combo feierte weltweit Erfolge, die Platte "Time Out" aus dem Jahre 1959 verkaufte sich millionenfach, erreichte Platinstatus und ist bis heute das erfolgreichste Jazz-Album aller Zeiten.

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Immer wieder sorgte Brubeck dafür, dass der Jazz die Leute erreicht, 1961 spielte er an der Berliner Mauer, drei Jahre später im Weißen Haus. Neben Louis Armstrong galt er bald als wichtigste Integrationsgestalt des Jazz.

Brubeck war ein entschiedener Verfechter der Bürgerrechte. Als einer der ersten weißen Musiker trat er in schwarzen Jazzclubs auf. In den späten 50ern sagte er mehrere Konzerte ab, als Clubbesitzer eine Auswechslung des aus Afrika stammenden Bassisten Eugene Wright für Live-Auftritte forderten oder Fernsehsender ihn nicht ins Bild bringen wollten.

Charakteristisch für seine Musik waren vor allem die Verschmelzung von Jazz mit europäischer Konzertmusik sowie ungewöhnliche Taktarten. Außerdem experimentierte er mit Barockmusik und Avantgarde, indischen Traditionen und Clubsound.

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