laut.de-Kritik

"Alice Schwarzer pumpt kein' Rap, deswegen gibt es mich."

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Neue Stadt, neues Album: Anstatt von Berlin kümmert sich Lumaraa jetzt von Leipzig aus um neuen musikalischen Output. Sonst verändert sich leider nicht so viel. Zahnschmerzen verursachte letztes Jahr "Gib Mir Mehr" und diese Tradition führt "Ladies First" fort. Vorhersehbare Pop-Melodien aus der Konsole und sinnfreie Texte anstelle knallharter Beats und Battlerap lauten die Ingredienzien.

Dabei hat Lumaraa durchaus Skills, wie sie im Titeltrack "Ladies First" beweist, einer Ode an selbstbewusste Frauen: "Du kritisierst mein Album, sagst ich hätt' ne Kacke-Show / Mein DJ könnt' nicht cutten und ich hätt' nen flachen Po (...) Alice Schwarzer pumpt kein' Rap, deswegen gibt es mich". Man nimmt ihr ab, dass sie Rap lebt und sie weiß, wie man mit Worten umgeht, wenn sie beispielsweise auf humorvolle Art erzählt, wie sie ihrem "Pascha" zu Hause Feuer unterm Hintern macht: "Du sagst 'Ich hab Hunger' / Ey wenn du was unterdrücken willst, nimm deine Nummer!"

Leider sind das die einzigen starken Momente auf "Ladies First". Ansonsten verliert sich die Rapperin in kruden Pop-Geschwülsten, die vor allem nach Lückenfüllern für "Berlin Tag & Nacht" klingen: Trashig, leicht drüber und definitiv zielgruppenorientiert. Dazu Texte, die sinnbefreiter kaum sein könnten. "Zeit Verloren" bildet da ein Paradebeispiel: "Die Parkuhr tickt, Ticket ist am Ablaufen / Pinguine stehen sich die Beine in Bauch wie Kackhaufen" oder "Gestrickte Chucks ausm Tante-Emma-Laden, passend zu mei'm Outfit, jetzt kann ich alle Männer haben".

Unglücklicherweise gibt davon noch mehr. "Hurra Hurra die Schule brennt, in den Trümmern spielt ne coole Band" ("Hurra Hurra"), "Der Thron ist ist fettig / seh Schwalben unten am Boden sitzen, sie picken Reste aus den Bodenschlitzen" ("Grau in Grau") oder "Werfe meinen Anker, wenn nicht jetzt wann dann / bisher war's mir zu Standard, geh raus in den Regen / die Blume des Lebens sieht aus wie ein Mandala / ich mal es aus denn ich will was erleben" (in "Schritt Für Schritt").

Mangelnde Themenvielfalt kann man Lumaraa definitiv nicht vorwerfen. Mal will sie sein wie "Rocky", mal träumt sie von einem "Urlaubsplanet", mal verarbeitet sie vergangene Beziehungen. Dies hat aber den Nachteil, dass es keinen wirklichen roten Faden gibt. "Ladies First" ist ein quietschendes Sammelsurium, dass die anvisierte Teenie-Zielgruppe mit Sicherheit ansprechen wird.

Trackliste

  1. 1. Hypnose
  2. 2. Maske
  3. 3. Zeit Verloren
  4. 4. Ladies First
  5. 5. Hurra Hurra
  6. 6. Grau In Grau
  7. 7. Ich Lauf
  8. 8. Rocky
  9. 9. Schritt Für Schritt
  10. 10. Gift
  11. 11. So Viel
  12. 12. Pascha
  13. 13. Urlaubsplanet
  14. 14. SOS (feat. Mola)
  15. 15. Gewinner

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