laut.de-Kritik

Gekonnte Verbindung aus Style und Message.

Review von

Endlich! Endlich mal jemand, der sich gegen diesen ganzen Big-Brother-Bildzeitungsmüll und die immer erschreckendere Ausmaße annehmende Volksverblödung zur Wehr setzt! Der der Gesellschaft einen Spiegel vorhält, abseits aller Kunzeschen Betroffenheitslyrik, und der dabei auch noch eine verdammt gute Reggaeplatte gemacht hat.

Jan Delay, alias Eißfeldt mag nicht mehr mit "irgendwie, irgendwo, irgendwann" identifiziert werden, zumal er wesentlich mehr zu sagen hat. Schon die erste Single "Ich möchte nicht, dass Ihr meine Lieder singt!" zeigt ganz klar, wo's lang geht: kleingeistige Fans, die Jan Delay in irgendwelche Schubladen stecken wollen, können ihm gestohlen bleiben.

"www.hitler.de" richtet sich auf intelligente Weise gegen den Alltagsrassismus, in "An die Bürger von Konsolien" bekommen die Computernerds unter uns ihr Fett weg. Der Song "Die Söhne Stammheims" könnte noch zu Diskussionen führen. Zeilen wie "Nun kämpfen die Menschen nur noch für Hunde und Benzin - folgen Jürgen und Zlatko und nicht mehr Baader und Ensslin" rufen sicherlich die nächste Bettina Röhl auf den Plan.

Doch bei aller Ernsthaftigkeit der Themen geht der lockere Sound doch nie verloren. Und hier decken Jan Delay und seine "Sam Ragga Band" das komplette Reggaespektrum ab, mal klassisch Marley-mässig, mal mit Dancehall Einflüssen.

Der Groove zieht sich neben den kritischen Texten wie ein roter Faden durch die ganze Platte und gipfelt schließlich in "Flashgott" mit Xavier Naidoo. Egal wie man zu dem Mannheimer steht, das Wechselspiel zwischen seiner und Delay's Stimme macht hier gerade den Reiz aus.

Wer so gekonnt und intelligent Style und Message miteinander verbindet, der hat jede Menge Respekt verdient!

Trackliste

  1. 1. Sam Ragga Styler
  2. 2. Ich Möchte Nicht, Dass Ihr Meine Lieder Singt!
  3. 3. www.hitler.de
  4. 4. An Die Bürger Von Konsolien (feat. Sam Semilia)
  5. 5. Vergiftet
  6. 6. Rebecca & Svenja (feat. King Rockodub Schamoni)
  7. 7. B-Seite
  8. 8. Söhne Stammheims
  9. 9. Der Rote Knopf
  10. 10. Flashgott (feat. Xavier Naidoo, Dennis Dubplate)
  11. 11. Die Sonne, Die Scheint (feat. D-Flame)
  12. 12. Die Party Ist Zu Ende

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14 Kommentare

  • Vor 9 Jahren

    Ich kann meinen Musikgeschmack nicht in bestimmte Kategorien quetschen.
    Aber wenn das Album wirklich "Funk" ist und nicht doch eher "Pop", mag ich Funk wohl.

    Denn außer den drei Ausfällen gefällt mir das Album. Aber son Instrumental-Stück ist extrem langweilig, da ist halt nur "Raveheart" schlimmer.

  • Vor 9 Jahren

    @alexandra135 (« Aber wenn das Album wirklich "Funk" ist und nicht doch eher "Pop", mag ich Funk wohl. »):
    Naja..."Gasthaus zum lachenden Stalin" ist halt am aller ehesten Funk von dem Zeug auf der Platte...
    @alexandra135 (« Aber son Instrumental-Stück ist extrem langweilig »):

    Da bin ich entschieden anderer Meinung. 3/4 Meiner Plattensammlung ist rein instrumental... ;)

  • Vor 7 Monaten

    Beim weiten sein bestes Album, trotz Xavier Naidoo