laut.de-Kritik

Musikalische Umsetzung von Dantes 'Inferno'.

Review von

Oh Mann, da bewege ich mich aber auf unbekanntem und vor allem auch unerwarteten Terrain. Normalerweise kann man ja davon ausgehen, dass eine Scheibe, die auf Relapse Records veröffentlich wird, ordentlich was auf die Nuss gibt. Bei vidnaObmana sieht das aber ganz anders aus.

Mit harten Klängen, extremen Vocals und höchster Geschwindigkeit hat der belgische Künstler Dirk Serries überhaupt nichts zu tun. "Legacy" ist vielmehr der abschließende Teil aus einer Trilogie zu Dantes Inferno.

Nach "Tremor", das sich mit dem Abstieg in die Höllensphären befasst hat, und "Spore", der Umsetzung der einzelnen Kreise der Hölle, ist es nun an "Legacy", die musikalische Umsetzung des diabolischen Gedichtes von Durante Alighieri zu beenden. Dabei spielen Gitarre und Industrialsamples aber ein deutlich untergeordnetere Rolle als noch auf den Vorgängern.

Ist es im einleitenden "Canto" (dem einzigen mit einer Stimme versehenen Stück) doch tatsächlich eine Gitarre, die sogar elektrisch verzerrt in Hintergrund vor sich hin wabert, so greift der Belgier schon im anschließenden "Bloodshift" auf die für ihn typischen atmosphärischen Breitwandsounds zurück. Der Drumcomputer setzt mit einem simplen, unaufdringlichen Beat ein, beinahe unbemerkt mischen sich langsam verzerrte Keys dazu.

Anstatt dabei aber eine ambientartige Chill-Out-Stimmung zu schaffen, wirken die mitunter sehr spärlich gehaltenen Klänge eher bedrohlich und düster und können der literarischen Vorgabe damit durchaus gerecht werden.

Auch wenn für meinen persönlichen Geschmack auf diesem Album einfach zu wenig geschieht, so muss ich dem interessanten Konzept und der musikalischen Umsetzung doch meinen Respekt zollen. Relapse Records sind doch immer wieder für eine Überraschung gut.

Trackliste

  1. 1. Canto
  2. 2. Bloodshift
  3. 3. Torment And Resolution
  4. 4. Sinner's Tongue
  5. 5. The Virtual Insomnia
  6. 6. Cycle Of Agony
  7. 7. Impious Rising
  8. 8. Legacy

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