laut.de-Kritik

Mit den alten Ataris hat das wenig zu tun.

Review von

The Ataris heißen die Nacht willkommen. Auf dem Cover entzündet ein Mann eine Zigarette. Er scheint alleine zu sein. Einsamkeit und Dunkelheit waren wohl auch Themen beim Songwriting, denn The Ataris haben so ziemlich alles umgeschmissen, was eine Band so umschmeißen kann.

Vom Sony-Ableger Columbia haben sie sich getrennt und ein eigenes Label namens Isola Recordings gegründet. Vom Line-up des letzten Albums sind nur noch Sänger Kris Roe und Gitarrist Jon Collura übrig, gleich fünf neue Mitglieder sind in der Band. Und dann ging zu allem Überfluss 2004 noch Roes langjährige Beziehung in die Brüche.

Bei den Ataris ist also einiges passiert, und auch wenn der Opener mit schnarrenden Gitarren recht mächtig beginnt, zeigt sich schon bei den einsetzenden Vocals, wohin die Reise geht. Der Punk-Postcore-Emo-Wasauchimmer hat eine gehörige Spritzkur Pop bekommen. Melodie und Eingängigkeit werden groß geschrieben. "Who would've thought we fall so hard, who would've thought we fall so fast," fragt Roe, um dann deprimiert festzustellen: "I'm not capable of love."

Auf "Cardiff-By-The-Sea" hört man dann die neuen Bandmitglieder Angus Cooke und Bob Hoag, die Cello und Keyboard spielen und dem Sound eine zusätzliche Poppigkeit verleihen. Der getragene Gesang und halbschwere Gitarren erinnern an Balladen, wie man sie auch von My Chemical Romance kennt.
Das hat mit den alten Ataris nun wirklich nicht mehr viel zu tun. Das ist allerdings nicht das Problem, Entwicklung per se ist ja nichts Schlechtes.

So wechseln sich Uptempo-Poppunknummern mit langsameren "Powerballaden" ab. Eingängig ist wenig von dem, was man auf "Welcome The Night" zu hören bekommt. "The Cheyenne Line" oder "Connections Are More Dangerous Than Lies" zum Beispiel bilden ebenso willkommene wie seltene Ausnahmen. Die Ataris haben sich eigenem Bekunden nach einen neuen Sound zugelegt. Nur schade, dass es den schon hundertfach gibt. Verkaufen wird sich das Album garantiert, denn schlecht sind die dreizehn Songs nicht. Nur leider kommt zu keinem Zeitpunkt wirklich Spannung auf.

Trackliste

  1. 1. Not Capable Of Love
  2. 2. Cardiff-By-The-Sea
  3. 3. New Year's Day
  4. 4. Secret Handshakes
  5. 5. Cheyenne Line
  6. 6. And We All Become Like Smoke
  7. 7. Connections Are More Dangerous Than Lies
  8. 8. Whatever Lies Will Help You Rest
  9. 9. Far From The Last, Last Call
  10. 10. When All Else Fails, It Fails
  11. 11. Soundtrack For This Rainy Morning
  12. 12. Begin Again From The Beginning
  13. 13. Act V, Scene IV: And So It Ends Like It Begins

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