Porträt

laut.de-Biographie

T-Low

"'Ordentlich' ist mein beschissenster Song", eröffnet der Itzehoer T-Low im Gespräch mit 16Bars sein Verhältnis zu seinem Hit auf TikTok. TikTok hat die Karriere des Provinzkids aus der Skaterszene nämlich in Rekordzeit nach vorne gebracht. Gleich zwei mal geht er mit seinen einschlägigen Hooks viral und wird zu einer kleinen Independent-Sensation.

T-Low - Everythings Purple Aktuelles Album
T-Low Everythings Purple
Belastender hat Deutschrap lange nicht geklungen.

Aber auch das erarbeitet sich natürlich nicht über Nacht: Rappen interessiert ihn schon mehr seit seiner Jugend, berichtet wird davon, wie er in Teamspeak-Sessions auf populäre Untergrund-Beats der Soundcloud-Ära rappt, $uicideboy$ und so. Er macht sich einen Account als tlowraps auf der Plattform, eröffnet einen YouTube-Channel, eigentlich bleiben keine Fragen offen, aus welcher Richtung sein Wind kommt: Post-2016 melodischer Trap liefert ihm den Blueprint, und dass er sogar ohne den schrägen Lil Peep-Gedächtnishaarschnitt und die Gesichtstattoos ein bisschen wie Lil Xan aussieht, macht alles nur noch ergiebiger.

Die YouTube-Singles aus der Ära sind leider schon längst nicht mehr zu finden. Stattdessen ging er 2018 mit Unterstützung von neu gefundenen Producer-Freunden auf Spotify online. Plattformen wie Distrokid machen es Indie-Artists eben möglich, ohne Umschweife ins Kreuzfeuer der Algorithmen zu treten. "Tyskie" heißt die 2019 erscheinende EP, die als erstes Projekt online geht, 2020 folgt mit "Litty Way" ein erster Langspieler. Verknüpfungen mit etablierten Gesichtern wie Asadjohn, aber auch seinen baldigen Crewkollegen wie Heinie Nüchtern und Sevi Rin müssen sich um diese Zeit bilden.

2021 soll das dominante Jahr für ihn markieren, denn nicht nur ersetzt er "Benzo Diaries" als Debütalbum und behauptet, dass "Litty Way" nie existiert habe. Macht auch nichts, hat eh kaum wer mitbekommen, und mit dem viralen Aufstieg von besagter Single "Ordentlich" geht es für ihn erstmals steil bergauf. Nicht viel später passiert dasselbe mit der Single "Crashen", die vielleicht auch musikalisch sein bestes Offering darstellt. Der Beat macht Hausparty-Gefühle, die Stimme klingt rau, die Hook trifft ins Schwarze. Kein Wunder, dass ihm damit schon das zweite Mal der Sprung in die Charts gelingt.

Er zementiert sich 2021 durch regelmäßigen Output weiter als kommerziell erfolgreicher Indie-Rapper: "Life Changed" knüpft noch im selben Jahr mit einer neuen EP an, an Silvester haut er dann noch das Tape "Everythings Purple" heraus, das sich zwischen den Jahren immerhin den ersten Platz der Hip Hop-Charts sichert. Die großen Connections bleiben mangels Label zwar aus, aber er scheint eh nur sein Ding machen zu wollen, das durch gute Gunst von Fans und Algorithmen kommerziell weiterhin massiv überperformt.

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    https://www.instagram.com/torlocaps/?hl=de

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