Gestern startete auf Kabel Eins Markus Kavkas neue Musiksendung "Number One!". Mit U2-Sänger Bono empfing der MTV-VJ Markus Kavka gleich einen der größten Weltstars auf seiner Couch.

München (mis) - Kabel Eins rockt. Der Slogan, der den Start von Markus Kavkas neuer Musiksendung begleitet, verleitet zunächst mal zum Schmunzeln. Kabel Eins? Der auf US-Serien wie "King Of Queens" und "Two And A Half Men" abonnierte Ableger der Pro Sieben-Sendergruppe?

Als wollte man sich und dem Publikum die letzten Restzweifel an diesen doch eher neuen Tatsachen nehmen, setzte der Münchner Sender vor Kavkas Start um 22.15 Uhr den Film-Klassiker "School Of Rock" an. Denn wer wollte nach Jack Blacks Lektionen ernsthaft noch behaupten, hier würde nicht gerockt?

In den Katakomben des Olympiastadions

In der ersten von immerhin acht geplanten "Number One!"-Sendungen lud Kavka U2-Sänger Bono auf Zeitreise. Das Interview wurde kurz vor dem Berliner U2-Konzert in den Katakomben des Olympiastadions aufgezeichnet.

Zu Beginn steht Kavka am Tag des Ereignisses am Marathontor und es wirkt sympathisch, dass selbst ein Profi-Journalist wie er bei einem Interviewpartner vom Kaliber Bono noch Aufregung verspürt.

Aber er hat natürlich das richtige VIP-Bändchen am Arm und sitzt somit bald auf der wichtigen Coach, auf die plötzlich auch Bono aus einem dunklen Gang entgegen schreitet.

Trotz Archivmaterial nicht ermüdend

Ziel der Sendung ist es, innerhalb einer Stunde eine Band von den Anfängen ihrer Karriere bis zur Gegenwart zu porträtieren, wofür per se nur jene Superstars in Frage kommen, deren Werdegang überhaupt eine solche Sendezeit ausfüllen. Ein Köder, der auf Kabel Eins äußerst lukrativ gewirkt haben muss.

Das Konzept gelingt: Kavkas Interviews dienen als aktuelle Intermezzi einer von Archivmaterial dominierten Sendung. Dass dies auf Dauer nicht ermüdet, liegt vor allem daran, dass Kavka die wichtigsten Stationen der Karriere noch einmal persönlich aufsucht.

So steht er etwa an den historischen Windmill Lane Studios in Dublin, wo U2s frühe Platten entstanden sind, besucht danach Bonos besten Freund und schließlich den Mann, der als kleiner Junge auf den U2-Covers von "Boy" und "War" prangte.

Kavka würdiger Abgänger der "School Of Rock"

Im Prinzip funktioniert die Sendung also tatsächlich nach der "School Of Rock"-Machart: Da ist der Experte Kavka, der in einer begrenzten Zeit sein in 20 Jahren angesammeltes Wissen über eine Band auch dem unbedarften Kabel Eins-Zuschauer nahe bringen muss.

Am Ende der Sendung steht wie bei den "School Of Rock"-Abgängern der Erkenntnisgewinn, denn auch handwerklich wurde "Number One!" tadellos konzipiert. Zudem gibt Kavka glücklicherweise nicht den Jubelperser und nennt auch Fehltritte beim Namen (den "Rattle And Hum"-Film, Adam Claytons Alkohol- und Drogenexzesse).

Abstecher nach Kalifornien

Zwar wirkt es kurios, wenn Kavka plötzlich im kalifornischen Joshua Tree-Nationalpark steht, nur um dem Zuschauer den Josuabaum zu erklären, der U2s bekanntestes Albumcover ziert. Kurz darauf sucht er aber das Hochhaus in Los Angeles auf, auf dessen Dach die Iren 1987 ihr mit einem Grammy bedachtes Video zu "Where The Streets Have No Name" drehten.

Außer puristischen Fans dürfte sich daher niemand an der Tatsache stoßen, dass die aktuellen Interviews nur einen äußerst geringen Teil der Sendung ausmachen. "Number One!" ist (trotz dreier Werbeblocks) kurzweilig, informativ und durchdacht.

Die anschließende Queen-Doku wirkte daher gar nicht so fehl am Platze, führte sie doch nur die Appelle des Oberlehrers Jack Black auf ihre Weise fort: Kabel Eins will rock you.

Die nächsten Folgen:

04.11. Bon Jovi
11.11. Depeche Mode
18.11. Bee Gees
25.11. Westernhagen
02.12. Metallica
09.12. Phil Collins
16.12. Robbie Williams

Fotos

U2

U2,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) U2,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) U2,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) U2,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) U2,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) U2,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) U2,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) U2,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) U2,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) U2,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) U2,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) U2,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) U2,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) U2,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) U2,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) U2,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) U2,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) U2,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) U2,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof)

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laut.de-Porträt U2

Die 80er und 90er Jahre sind aus musikalischer Sicht ohne sie undenkbar, ebenso Live Aid 1985 oder der Begriff Stadionrock. Sie kollaborierten mit B.B.

53 Kommentare

  • Vor 10 Jahren

    @matze73 (« Mir kam der Kavka auch früher mal sympathisch rüber. Aber als ich ihn mal bei einer Abschiedsparty irgendwelcher Musikredakteure, die bei MTV gefeuert wurden erleben durfte, kam mir das Kotzen. Die saßen ziemlich betröppelt in einer Kneipe hier in Prenzlauerberg und er fühlte sich als Superstar und nervte den DJ ständig damit seinen IPhone/IPod Kram zu spielen. Als der das dann dankend ablehnte hat er die Jungs ständig damit genervt, was das für eine Scheiß Kneipe wäre. Als hätten die Jungs da keine anderen Sorgen gehabt.

    :conk: »):

    bei mir wars die scheiss mtv news werbung, die ne zeitlang mal lief.
    wo sie ihn so als anchorman dargestellt haben, auch wenn das ironisch gemeint war, hat er da das letzte bissel sympathie bei mir verloren.

    aber es war auch davor schonma was, wo er sich einfach als übermäßig unwissend geoutet hat oder irgendwie dumm populistisch nen pop-sternchen runtergemacht hat, ab da fand ich ihn einfach nur noch :kack:

  • Vor 10 Jahren

    @Fear_Of_Music (« One-Man-Boygroup RW (...) was hat dieser aalglatte formatpop denn auch nur irgendwie mit "rock" zu tun? »):

    Wohl eher als die Bee Gees oder Phil Collins, oder?

  • Vor 10 Jahren

    @Olsen (« @Fear_Of_Music (« One-Man-Boygroup RW (...) was hat dieser aalglatte formatpop denn auch nur irgendwie mit "rock" zu tun? »):

    Wohl eher als die Bee Gees oder Phil Collins, oder? »):

    zumindest phil collins bei genesis war (prog)rock, zumal collins ein gestandener songschreibender musiker ist (egal was man von seiner musik der letzten jahre hält) - was man vom produkt der one-man-boygroup RW nicht behaupten kann

    aber nee, nich schon wieder ne phil collins (früher/heute diskussion) bitte ... hatten wir kürzlich erst

    okay, bee gees streichen wir gerne auch raus, obwohl die wenigstens noch so einen schrägen 70ies-kultfaktor haben, aber rock ist es sicherlich auch nicht