Kelis beantwortet ein Schreiben von PETA, in dem Tierrechtler sie für ihre Garderobe kritisieren, mit einem offenen Brief.

New York (dani) - "Letztens bekam ich einen an mich adressierten Brief von PETA", amüsiert sich Kelis auf ihrer MySpace-Seite. Ihre Vorliebe für Pelze brachte die Sängerin offenbar ins Visier der radikalen Tierschutzorganisation. Kommentarlos abwatschen lässt sich die Ex-Gemahlin von Rapper Nas aber nicht: "Ich habe ein bisschen überlegt und mir dann gedacht: Schreibste mal zurück."

"Komplett heuchlerisch!"

Da es immer noch die beste Strategie ist, den Feind zu kennen, forschte Kelis zunächst einmal nach: "Mit minimalem Rechercheaufwand fand ich heraus, dass Gründerin Ingrid Newkirk komplett plemplem ist. Ich hatte den Verdacht ohnehin. … "

"Sie ist Diabetikerin, was bedeutet, dass sie Insulin braucht, das aus Laborschweinen gewonnen wird (ich weiß das, weil meine Schwester eine tierärztliche Ausbildung gemacht hat). Es ist also völlig heuchlerisch, etwa in der Art: Man soll Tiere nicht missbrauchen, es sei denn, es hilft mir", zieht Kelis vom Leder.

"Wenn ich anfange, mir gefährdete Arten wie Eisbären oder Orang-Utans anzuziehen, könnt ihr wiederkommen. (Was ich, nur fürs Protokoll, nicht tun würde, ich halte Artenschutz für sinnvoll.) Aber die Nerze und Chinchillas, meine Güte, Nagetiere! Wenn man keine Mäntel aus ihnen machen würde, würde ich trotzdem verlangen, dass man sie tötet. Die sind kein Thema für mich."

"Will sie mich verarschen?"

Wohl aber andere Dinge: Neben ihrer Vorliebe für saftige Fleichgerichte breitete Kelis ihre unverhohlene Empörung über die Haltung von PETA-Aktivistin Newkirk aus: "Was ist mit der Armut in schwarzen Gemeinden überall auf der Welt? Sie hat den Nerv, zu sagen (und ich zitiere!): 'Kommt mal darüber hinweg', über dieses Gerede von Schwarzen und Sklaverei. … Will sie mich verarschen?"

"Es muss wohl so sein. Sie hat Glück, dass die meisten schwarzen Menschen in den Vereinigten Staaten tatsächlich andere Sorgen haben und sich um ihre wahnhaften, privilegierten Ansichten einen Dreck scheren." Die PETA-Kritik an ihrer Garderobe quittiert Kelis mit guten Ratschlägen:

"Sucht euch ein Thema, das es wert ist!"

"Wenn ihr schon predigen wollt, dann über etwas, das es auch wert ist. Verplempert meine Zeit nicht mit dem Versuch, verdammte Streifenhörnchen zu retten. Sucht euch ein Thema, das es wert ist, wie die Verletzung vom Frauen im Mittleren Osten. Oder Beschneidung von Mädchen. Oder Frauenrechte hier in Amerika, wir werden für gleiche Arbeit immer noch schlechter bezahlt als Männer."

Kelis' offener Brief schließt mit der Breitseite: "Ehrlich, wenn ihr die Welt so sehr hasst, verzieht euch und lebt in den Wäldern, wo niemand euer Genöle über die perfekte Nahrungskette hören muss, die der liebe Gott geschaffen hat. Jeder hat das Recht auf eine Meinung, und das ist meine."

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454 Kommentare

  • Vor 10 Jahren

    "Ehrlich, wenn ihr die Welt so sehr hasst, verzieht euch und lebt in den Wäldern, wo niemand euer Genöle über die perfekte Nahrungskette hören muss, die der liebe Gott geschaffen hat."

    Typische dumme Tussi, die denkt sie wär was besseres, nur weil die Tiere sich nicht wehren können. So wie die Könige im Mittelalter sich auf das Gottesgnadentum berufen haben ("Gott hat gewollt, dass ihr als arme Bauern geboren werdet und ihr vor mir im Dreck kriecht!").

    Es gibt genügend Organisationen, die sich für Menschenrechte einsetzen. Da muss man sich nicht beschweren, wenn es auch Leute gibt, die sich für Natur und Tiere stark machen, also für die, die nicht für sich selbst sprechen können.

  • Vor 10 Jahren

    @laut.de («
    "Komplett heuchlerisch!"

    Da es immer noch die beste Strategie ist, den Feind zu kennen, forschte Kelis zunächst einmal nach: "Mit minimalem Rechercheaufwand fant ich heraus, dass Gründerin Ingrid Newkirk komplett plemplem ist. Ich hatte den Verdacht ohnehin. … "

    "Sie ist Diabetikerin, was bedeutet, dass sie Insulin braucht, das aus Laborschweinen gewonnen wird (ich weiß das, weil meine Schwester eine tierärztliche Ausbildung gemacht hat). Es ist also völlig heuchlerisch, etwa in der Art: Man soll Tiere nicht missbrauchen, es sei denn, es hilft mir", zieht Kelis vom Leder. »):

    :alk:

    Die PETA hat auch mal Judas Priest dazu aufgefordert ihr Album (und den Song) "Hell Bent For Leather" in "Hell Bent For Pleather" umzubenennen. (Pleather = Plastic Leather)

  • Vor 10 Jahren

    @Menschenfeind (« DerCaeptn hat natürlich in allen Punkten Recht. "Krieg" meinte ich auch mehr als Metapher für Zwang/Gewalt allgemein und nicht als wirkliches Bombenwerfen - denn das schadet der Umwelt ja erst recht. Es ist aber schon so, daß ich das Gefühl habe, die Menschen in unserem Kulturkreis müßte man zu ihrem "Glück"/Überleben zwingen. Freiwillig verzichtet doch keiner auf 50 Prozent seines persönlichen CO2-Ausstoßes. Da soll erst mal der Nachbar anfangen, dann sehen wir weiter »):

    Ich fühle mich hier ein bisschen rassistisch gegängelt, von wegen "unser Kulturkreis", "westlicher Mensch" und bla.

    Glaubst du, wenn Milliarden von Chinesen Strom kriegen, dass die ihren Fernseher nicht im Standby laufen lassen? Macht technologische Rückständigkeit die "östlichen Menschen" zu besseren Menschen???

  • Vor 10 Jahren

    Nicht automatisch. Jedoch beurteilen wir Menschen normalerweise nach ihrem Handeln, und nicht nach ihrem Potenzial schlecht zu handeln.

    Ich glaube aber mit an Sicherheit grenzender Warscheinlichkeit sagen zu können, dass kaum eine Gesellschaft mehr Möglichkeiten bez. ihrer Ressourcennutzung hat als die unsere.
    Das betrifft in besonderer Form das Konsumverhalten: die Möglichkeit, durch gezielten Kauf von Produkten die in irgendeiner Form "ethisch korrekt" produziert wurden ( wenn auch häufig zurecht moderner Ablasshandel genannt ^^) positiv auf die Lebensbedingungen von Nutztieren etc.
    oder die Produktqualität Einfluss zu nehmen findet wird kaum oder gar nicht wahrgenommen.
    Die Gründe hierfür sind sicherlich vielfältig, es zeigt sich aber folgendes: nur die bare Möglichkeit ethischen Handelns ohne irgendeine Form gesellschaftlichen Drucks bringt Menschen nicht dazu diese wahrzunehmen. In vielen Fällen sicherlich auch wieder ein klassicher Fall von Verantwortungsdiffusion.
    ==> Moral steht auch in "aufgeklärten" Gesellschaften deutlich hinter der Befriedigung der individuellen Bedürfnisse (Achtung, Meinungsäußerung ^^).

  • Vor 10 Jahren

    @Häretiker (« Hurra! Wir haben wieder einen Freiwilligen für ein Himmelfahrtskommando! »):

    Für so einen Quatsch habe ich keine Zeit. Ich muß in den Wald und die Tiere vor Kelis beschützen!