Nach Protesten beider Parteien knickt die Stiftung Bauhaus ein und sagt einen vom ZDF organisierten Auftritt der linken Punk-Band ab.

Dessau (kah) - Anlässlich des 100-jährigen Bauhaus-Jubiläums hätten Feine Sahne Fischfilet eigentlich im November auf der historischen Bühne im Bauhaus in Dessau spielen sollen. Der vom ZDF organisierte Auftritt der linken Punk-Band wird allerdings nicht wie geplant stattfinden. Nachdem sich öffentlicher Protest regte, machte die Stiftung Bauhaus von ihrem Hausrecht Gebrauch und untersagte dem Sender das Konzert.

AfD wittert "Skandal"

AfD und CDU kritisierten den geplanten Auftritt mit der Begründung, die Band sei zeitweise aufgrund linksextremer Tendenzen vom Verfassungsschutz Mecklenburg-Vorpommern beobachtet worden. AfD-Bundestagsabgeordneter Andreas Mrosek sprach in diesem Zusammenhang von einem "Skandal" und wähnt durch den Auftritt einer "linksextremistischen Band" die Verpflichtung zur Ausgewogenheit des öffentlich-rechtlichen Senders in Gefahr.

Außerdem formierte sich in den sozialen Medien rechter Protest gegen den Feine Sahne-Gig. Dazu bezog die Gruppe um Jan "Monchi" Gorkow auf ihrer Facebook-Seite bereits ironisch Stellung:

"Gefährlich und geschichtsvergessen"

In der öffentlichen Begründung der Stiftung Bauhaus heißt es, man wolle nicht erneut zum Austragungsort politischer Agitation und Aggression werden. Cornelia Lüddemann, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag in Sachsen-Anhalt kommentiert die Entscheidung kritisch:

"Das Bauhaus ist 1932 auf Betreiben der Nazis aus politischen und ideologischen Gründen geschlossen worden. Jetzt aus politischen Erwägungen in die Programmgestaltung des ZDF einzugreifen, halte ich für gefährlich geschichtsvergessen." Der TV-Sender sucht nun nach einem alternativen Veranstaltungsort.

Fotos

Feine Sahne Fischfilet

Feine Sahne Fischfilet,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Feine Sahne Fischfilet,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Feine Sahne Fischfilet,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Feine Sahne Fischfilet,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Feine Sahne Fischfilet,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Feine Sahne Fischfilet,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Feine Sahne Fischfilet,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Feine Sahne Fischfilet,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Feine Sahne Fischfilet,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Feine Sahne Fischfilet,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof)

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13 Kommentare mit 72 Antworten

  • Vor 3 Jahren

    Was labert diese Olle da eigentlich? Geschichtsvergessen? Die Entscheidung des Bauhauses beruht doch gerade auf seiner Geschichte, auf derselben Geschichte, auf die sie sich ebenfalls beruft. Scheinbar verfügt sie da über mehr Deutungshoheit als das Bauhaus selbst.

    Dass das Bauhaus weder auf linke noch rechte Idioten Bock hat, ist vollkommen verständlich. Aber mental verfilzte Berufsdemonstranten und Möchtegernmoralisten sehen darin natürlich wieder sowas wie ein Einknicken vor dem "braunen Mob".

    • Vor 3 Jahren

      Öhmm, wenn die einfach von sich kein Bock auf linke Idioten gehabt hätten, meinst du nicht, dass sie die Veranstaltung von vornerein nicht genehmigt hätten? Wenn sie wie hier beschrieben erst nach den Protesten der AfD/CDU reagiert haben, ist es ja schon eine Art von Einknicken, meinst du nicht?

    • Vor 3 Jahren

      Mit linken Idioten war nicht die Band gemeint bzw. die Besucher, sondern die üblichen Verdächtigen, die die Gegenseite zur AfD bilden und das (geplante) Konzert wieder fûr ihre eigene Agenda verwenden wollten.
      Mag sein, dass die AfD da den ersten Schritt gemacht hat, aber wäre das Konzert so durchgegangen, wären massive Proteste/Aktionen beider Seiten zu erwarten gewesen - ergo das Bauhaus wäre zum Schauplatz einer ideologisch-politischen Auseinandersetzung geworden, die es so laut eigener Aussage nicht will. Geplant war ein normales Konzert, fûr die Gäste war (wohl?) das ZDF zuständig.

      Zumal es auch schon ziemlich dreist vom ZDF ist, eine linksradikal tendierende Band gebührenfinanziert in Ostdeutschland auftreten zu lassen. Das ist doch fast schon absichtliche Provokation. :confused:

    • Vor 3 Jahren

      Gleep auch hier verweise ich auf Freiwild: Die wurden ja auch immer erst nach Protesten rausgeworfen. Das heißt es macht einen Unterschied, ob eine Band tatsächlich ein gewisses Lager angehörig ist oder ob sie von anderen öffentlich dahin gestoßen wird mit der Drohung von Absagen oder Nichtkommen. Oder möchtest du behaupten, die Organisatoren vom Echo haben per se Bock auf Rechte Bands aber nicht, wenn dadurch andere Bands absagen?

    • Vor 3 Jahren

      @Mundi: Wenn man bedenkt, von welchen Kanälen das wirsindmehr Konzert propagiert wurde, kann ich deinen Annahme nicht mal revidieren. Aber ich halte von unseren ÖR sowieso nicht viel.

    • Vor 3 Jahren

      @Mundi:
      Oh, ok verstehe. Da steckt für mich dann auch ein bisschen die Frage mit drin, inwiefern man sich, sofern keine konkreten Sicherheitsbedenken bestehen, von irgendwelchen Protestbekundungen oder Empörungen beeindrucken lassen sollte. Sich von irgendwelchen Gruppierungen diktieren lassen, was jetzt zugelassen wird und was nicht ist ja auch nicht gerade unproblematisch. Aber gut, das nur als Randbemerkung, bin mir selber nichtmal zu 100% sicher, wie ich dazu stehe.

    • Vor 3 Jahren

      "Gleep auch hier verweise ich auf Freiwild: Die wurden ja auch immer erst nach Protesten rausgeworfen."

      Grober Logikfehler
      . Die oder irgendeine beliebige andere Band wurden ganz sicher nicht immer erst nach Protesten rausgeworfen. Das sind nur die einzigen Male, dass du oder irgendwer es mitbekommen hat/mitbekommen kann. Die Male die sie "vor den Protesten" herausgeworfen werden, sind die Male bei denen die Veranstaltung gar nicht erst genehmigt wird und die Öffentlichkeit entsprechend überhaupt nicht erst mitbekommt, dass sie nicht toleriert werden. Wie oft sie "vor" und wie oft sie "nach" den Protesten herausgeworfen werden kann also bis auf die Band selber niemand überhaupt beurteilen.

    • Vor 3 Jahren

      Ok das mag sein, so sehr bin ich da auch nicht drin. Ich meine es wurden ja auch schon Reggaekünstler abgelehnt wegen homophober Ansichten. Aber es gab die male wie beim erwähnten Echo, deswegen hab ich es zu deinem Einwand vorgebracht.

    • Vor 3 Jahren

      @Gleep Mir ist das Thema im Endeffekt ziemlich egal, von mir aus können Feine Sahne dort auftreten, gerne auch gebührenfinanziert, solange man es irgendwie begründen kann. Die Band juckt mich nicht und das Bauhaus auch nicht mehr.

      Mich stört nur dieses Eintreten auf den rechten Rand, während ähnliches Verhalten von Links regelmäßig unermahnt bleibt und man auch wirklich vorher schon hätte wissen können, dass das (derzeit) eine bescheuerte Idee ist, als ZDF eine Band wie Feine Sahne Fischfilet für ein Konzert in Sachsen-Anhalt zu engagieren.

    • Vor 3 Jahren

      Mhh, das kommt jetzt ein bisschen drauf an, finde ich. Allgemein finde ich schon, dass solche Taktiken im Sinne von etwas Druck machen auf den Veranstalter, Protestieren, Boykottieren nicht nur durchaus legitim sondern sogar vielmehr wichtiges Merkmal einer funktionierenden Zivilgesellschaft sein können, vorausgesetzt es richtet sich gegen die "Richtigen". Also gegen Leute, die explizit Hass, Intoleranz etc. propagieren. Wobei man sich da dann wieder fragen muss, ob in solchen Fällen nicht sowieso schon das Strafrecht greift/greifen sollte, aber Grauzonen gibt es da halt immer.

      Von daher kann ich mit solchen Aussagen wie "ja aber die und die" oder "die Linken tun das ja auch andauernd" nicht so super viel anfangen, weil das dann im Zweifelsfall berechtigte mit unberechtigten Anliegen in einen Hut wirft und solche Generalisierungen niemandem weiterhelfen und nur den Tunnelblick weiter schärfen. Ich finde solche Aussagen machen nur im Bezug auf den Einzelfall Sinn und halte es eher für kontraproduktiv, grobe politische Gruppierung/Richtung gegeneinander abzumessen. Gilt dann natürlich für diesen Fall genauso, dass man anstatt einfach nur "oh, diese dummen Rechten" sich den Fall selber mal anschaut und guckt ob sich das irgendwie rechtfertigen lässt oder nicht.

    • Vor 3 Jahren

      Dieser Kommentar wurde vor 3 Jahren durch den Autor entfernt.

    • Vor 3 Jahren

      @nicht der mundi
      leg doch mal ne andere pladde auf. dein furor richtet sich immer, wirklich immer, gegen "linke demonstranten". für das gebaren "rechte demonstanten" zeigst hingegen entweder leichtes verständnis oder du bist auffallend still. manchmal kommt auch ein "jo, aber die linken".
      wenn eine rechte band ein auftrittverbot bekommen hätte, dann kämen hier die üblichen verdächtigen, die was von linker meinungsdiktatur schwadronieren. da es ne linksaussenband betrifft, liest man von den rechten nur häme und zustimmung für das verbot. es ist recht eindeutig, wo die doppelmoral liegt. der fall zeigt doch sehr deutlich, dass es eben keine linke überdominanz in dtld gibt. aber "linke kritiker" arbeiten sich halt lieber an der angeblich stark ausgeprägten doppelmoral der "linken schickeria" ab. aus welchen gründen auch immer.

    • Vor 3 Jahren

      Mundarsch hat über die Jahre echt hart dran gearbeitet, zum härtesten Kotzbrocken auf laut.de zu mutieren. Chapeau, wenns nicht so deprimierend wär.

    • Vor 3 Jahren

      ich bin sicher, du wirst dich auch noch irgendwann zum eigentständigen charakter entwicklen...nicht traurig sein :)

    • Vor 3 Jahren

      Wie soll man hier eine andere Platte auflegen, wenn man auf laut mit tendenziöser Berichterstattung bombadiert wird?

      Wenn laut.de ein rechtskonservatives Portal wäre, das die AfD verzerrt, würde ich Sancho und Co. mit Differenzierungen in die andere Richtung nerven. Wobei User wie Sancho ohnehin schon massakriert werden, also würde ich da wahrscheinlich auch keine Notwendigkeit mehr sehen.

      In dem Faden hier war ausschließlich der Kommentar von Horst71 ausschlaggebend.

    • Vor 3 Jahren

      Mhh, wo/wieso genau empfindest du den obigen Artikel als tendenziös?

    • Vor 3 Jahren

      In dem Fall gar nicht, daher ja der Verweis auf den Userkommentar.

    • Vor 3 Jahren

      Naja, aber hier haben sich ja durchaus mehrere User mit mehreren Perspektiven im fleißigen hin und her geäußert. Von daher wird's dann mit dem Ausgleichsargument schon schwieriger. Aber gut, ist auch nicht meine Sache, kann sich ja sowieso jeder äußern, wie er/sie will.

    • Vor 3 Jahren

      "Zumal es auch schon ziemlich dreist vom ZDF ist, eine linksradikal tendierende Band gebührenfinanziert in Ostdeutschland auftreten zu lassen. Das ist doch fast schon absichtliche Provokation. :confused:"

      Was ist das denn für ein Quatsch?! Erstmal: Das IST eine ostdeutsche Band. Zweitens: Wieso impliziert du, dass Ostdeutschland, ganz Ostdeutschland, was gegen "linke" Bands hätte? Das ist doch ausgewachsener bullshit.

    • Vor 3 Jahren

      Wollen wir das jetzt wirklich ausdiskutieren? :D

      Könntest auch einfach sagen, dass du das ähnlich siehst wie covfefe und Zapata. :O

    • Vor 3 Jahren

      @CAPS Impliziere ich nicht, allerdings gab es vor nicht allzu langer Zeit schon rege Proteste gegen genau diese Band in genau diesem Bundesland. Das wurde seitens der AfD und Konsorten schon als "linksradikale Hetze" empfunden (bei privaten! Veranstaltern). Jetzt kommt das ZDF, ein staatsfinanzierter Sender und hofiert eine Band, die in den Augen ihrer Gegner Gewalt gegen Polizei und Staat fordert. In einem Bundesland, in dem Polizei und Verfassungsschutz ziemlich rechtslastig unterwegs sind. Dazu noch dieses olle Verfassungsschutz-Argument, was ja so scheinbar nicht mehr zu gelten scheint, da sich die Band von den betroffenen Liedern distanziert haben (zwar nicht inhaltlich, aber vom "Stil" her).

      Dass dort mehr Leute zum rechten Rand tendieren als zum linken, haben wir doch in den letztem Monaten zuhauf beobachten dürfen? Und selbst, wenn dem nicht so wäre, scheinen sich die Rechten in der Region wesentlich leichter und schneller mobilisieren lassen.

      In seiner Erklärung verweist das Bauhaus im Übrigen darauf, dass es bereits 2017 zu einer Bedrängung durch Rechtstradikale kam und dass man das vor diesem Hintergrund nicht mehr möchte, da sie damals von den Behörden im Stich gelassen wurden.

    • Vor 3 Jahren

      Hm, eine Band nicht auftreten lassen, um keine rechtslastigen Gruppierungen zu provozieren ist allerdings nichts anderes, als vor rechten Strukturen einzuknicken. Wenn die Zustände in Sachsen-Anhalt tatsächlich wie beschrieben sind, dann ist der Auftritt bitter nötig.

    • Vor 3 Jahren

      Muss man nicht verstehen, oder? :suspect:
      RIP

    • Vor 3 Jahren

      Tippe auf selbstbestimmten Abgang, da war doch schon mal was. Trotzdem natürlich RIP Mundi und hoffentlich auf bald. Kontroverse biste doch eigentlich gewohnt :kiss:

    • Vor 3 Jahren

      Tippe auf diesen evtl. nicht von den laut.de-Alleinherrschern als Sarkasmus wahrgenommenen und vllt auch so nicht ganz unkontroversen Post:

      https://www.laut.de/News/Feine-Sahne-Fisch…

      Wobei der dann ja eigentlich gelöscht sein müsste? Naja, wird sich alles zeigen mit der Zeit.

  • Vor 3 Jahren

    Sollen sie halt Slime als Ersatz auftreten lassen. Problem gelöst!

  • Vor 3 Jahren

    Ist zwar genau so eine kack wir-gegen-die Schlager Band wie Freiwild, die Onkelz oder die Hosen, aber auch genauso ungefährlich.
    Die sollten diese ganzen Bands, egal aus welcher politischen Richtung einfach spielen lassen, ansonsten wird denen dadurch doch nur zusätzlich Promo für das Outlaw Image gegeben…