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Ally Katja

Okay, ich trete kurz einen Schritt beiseite. Es gab vor einer Weile einmal einen Taylor Swift-Song, der nach Jahren der politischen Stille endlich verschiedene Themen ansprach. Allem voran ging es um Homophobie, "You Need To Calm Down" war eine klar formulierte Akzptanz-Single für die LGBTQ-Community mit einem Video, in dem viele queere Stars an dummen, homophoben Hinterwäldlern vorbeistolzieren durften.

Der Song hatte viele Probleme, das drängendste aber bestand darin, dass all das nur im zweiten Part passiert ist, während Part eins und drei sich darüber beömmelt haben, wie schwer Taylor es doch mit ihren Hatern habe. Dass sie gemeine Tweets lesen müsse, sei also in etwa das gleiche und gleich wichtig wie das andere Zeug.

So. Was hat das jetzt mit Katja Krasavice zu tun?

Auch sie hat nun ihren großen Ally-Song geschrieben. Zumindest ... scheint er das zu sein. "Neonlights" nimmt quasi denselben Ansatz: Wir haben ein Video, das sehr auf queere Symbole setzt, immerhin ein, zwei konkrete Lines ("Nicht nur unsere Fahnen sind bunt"), und dann eine ganze Menge Talk von Katja darüber, es geschafft zu haben, obwohl keiner an sie geglaubt habe.

Erst einmal: Ich finde gut, dass sie dieses Thema aufgreift. Es ist wichtig. Es ist besser, es komisch zu machen als es gar nicht zu machen. Aber irgendwie geht sie die Sache mit so einem immensen Egobezug an, und nicht einmal mit einem, der darauf fußt, dass sie selbst auch queer ist, so dass es am Ende wirkt, als wolle sie die Schwere und den Glamour dieses Themas eigentlich nur nutzen, um sich selbst geil zu finden. Abgesehen davon: Verdammt, dieser Song ist langweilig. Ich hoffe, dass selbst der FDP-Wagen auf der Pride nicht hängengeblieben genug ist, um so etwas zu spielen.

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