Zwei küssende Männer sind auf dem Artwork zur Premium Edition des neuen B.S.H-Albums zu sehen - schwulenfeindliche Anhänger suchen das Weite.

Konstanz (jha) - Der Vorwurf, homophob zu sein, hängt der Deutsch-Rap-Szene wie ein Klotz am Bein. Mit dem vermeintlichen Cover zur Premium-Version des kommenden Albums "Musik Wegen Weibaz" hat Rapper Bass Sultan Hengzt die diesbezügliche Diskusssion wieder ordentlich angeheizt.

Die Frontseite zeigt zwei Männer beim leidenschaftlichen Kuss. Für manche Fans ist das nicht mit den eigenen Wertvorstellungen vereinbar. Getrieben von der antiquierten Vorstellung, Homosexualität habe im deutschen Hip Hop nichts zu suchen, kündigten dem Rapper binnen kürzester Zeit über 100 Fans die Twitter- und Facebook-Freundschaft, dazu der übliche Wust aus unflätigen Kommentaren.

Bei über 300.000 Likes sollte Bass Sultan Hengzt auf die Zuneigung dieser Gehirnakrobaten verzichten können. Sein offizielles Statement auf Twitter "Schon über 100 Likes verloren #läuft#premium Cover" lässt sogar darauf schließen, dass das Posting als kalkulierte Provokation gemeint war.

Ob das Cover irgendwann tatsächlich in der Version rausgeht, ist noch unklar - in ersten Album-Ankündigungen hatte Hengzt ein anderes Titelbild promotet. Auf Facebook reagiert der Berliner jedenfalls gelassen selbstironisch auf die geschürten Hass-Reaktionen:

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14 Kommentare mit 27 Antworten

  • Vor 9 Jahren

    Das ist echt Trauer für diese Szene. Ob kalkuliert oder nicht, Hut ab für diesen Schritt (Hengzt Musik wird dadurch leider trotzdem nicht besser)

  • Vor 9 Jahren

    Das ist in der Szene sicher nicht anders als in der Gesellschaft, wenn die Homphobie evtl. etwas höher ist dann unter der Sparte Straßenrap. Unter den Homophoben auch viele Kanaks, habe das ganze gestern bei twitter mitverfolgt. Ist ok von Hengst, aber auch hier finde ich es dann doch irgendwie wieder berechnend. 300.000 Follower, 100 die sich verabschiedet haben, wieder 100 die rummeckern, schon ein verschwindend geringer Anteil Homophobie.

  • Vor 9 Jahren

    Bisschen moderne Wertvorstellungen können dieser ominösen Rap-Szene ja nicht schaden. Von daher eine gute Sache (auch wenn ich den Typ nicht kenne).