Neil Youngs Spotify-Boykott schlägt hohe Wellen. Weitere Rockstars und auch Widersacher Joe Rogan meldeten sich zu Wort.

Stockholm (ebi) - Humor mit dem richtigen Timing ist eine Disziplin, in der es James Blunt zur Meisterschaft gebracht hat. "Wenn Spotify Joe Rogan nicht umgehend entfernt, werde ich auf der Plattform neue Musik veröffentlichen", grätschte der Singer/Songwriter auf Twitter selbstironisch in die Diskussion. Ein Humor, wie er wohl nur aus Großbritannien kommen kann.

Blunts Tweet ist Teil der erwartbaren Wellen, die Neil Youngs Rückzug von Spotify in der vergangenen Woche schlägt: Der Rockstar wirft dem populären Spotify-Podcaster Joe Rogan vor, Falschinformationen über Covid-19 und Impfstoffe zu verbreiten sowie Corona zu verharmlosen. In der Konsequenz zog er seinen Katalog von der Streamingplattform ab. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten.

#DeleteSpotify, #CancelSpotify

So folgte Joni Mitchell Youngs Beispiel: "Ich entferne meine gesamte Musik von Spotify. Unverantwortliche Leute verbreiten Lügen, die Menschen das Leben kosten", schrieb sie vergangenen Freitag auf ihrer Website. Crazy Horse- und E Street Band-Mitglied Nils Lofgren zeigte sich ebenfalls solidarisch und wies Spotify an, seine Musik offline zu nehmen.

Parallel nahmen Hashtags wie #DeleteSpotify und #CancelSpotify Fahrt auf. David Crosby twitterte, er sei "stolz" auf Young. Ex-Skid Row-Sänger Sebastian Bach schrieb auf Twitter, er höre lieber weiter Neil Young. Auch andere Promis wie Meghan Markle und Prinz Harry, die selbst bei Spotify unter Vertrag stehen, kritisierten die Plattform: Man habe schon im vergangenen Jahr auf die Verbreitung von Fehlinformation bezüglich Covid-19 hingewiesen.

"Ich bin und war schon immer ein Neil Young-Fan"

Rogan, der als erfolgreichster Podcaster der Welt gilt und u.a. eine Wurmkur gegen Corona empfahl, reagierte mittlerweile ebenfalls und gab sich in einem Instagram-Video betont diplomatisch: "Ich versuche nicht, kontrovers zu sein. Ich werde in Zukunft mein Bestes tun, um die Dinge auszubalancieren ... Wenn ich euch verärgert habe, tut es mir leid", sagte er in Richtung Spotify, und weiter an die Adresse von Young und Mitchell: "Es tut mir sehr leid, dass sie sich so fühlen. Ich wollte das ganz sicher nicht. Ich bin und war schon immer ein Neil Young-Fan". Er wolle nun zukünftig dafür sorgen, einen "besseren Standpunkt" zu beziehen.

Zuvor hatte der US-Comedian auch Unterstützung aus dem Kreise der üblichen Verdächtigen erfahren: "Ich applaudiere Spotify zur richtigen Entscheidung, #FreeSpeech zu schützen und nicht vor dem Mob zu kapitulieren", tönte Disturbed-Frontmann David Draiman. Er sei vielleicht nicht mit allem einverstanden, was Joe Rogan oder seine Gäste sagen würden, aber sie hätten das Recht dazu.

Spotify wird aktiv

Rogans defensive Worte könnten auch damit zu tun haben, dass Spotify seit Youngs Rückzug Medienberichten zufolge über zwei Milliarden Dollar an Marktwert verloren hat, der Aktienwert sei um sechs Prozent gefallen. Ein Trend, der sich schon länger abgezeichnet hatte: Der Wert des Unternehmens war schon zuvor um 25 Prozent gesunken.

Spotify-CEO Daniel Ek kündigte mittlerweile an, jede Podcast-Folge, die sich mit Corona befasse, mit einem Hinweis zu versehen. Der Hinweis führe zu einem speziellen Covid-19-Knotenpunkt, der einfachen Zugang zu "datengestützten Fakten, aktuellen Informationen von Wissenschaftlern, Ärzten, Akademikern und Gesundheitsbehörden auf der ganzen Welt sowie Links zu vertrauenswürdigen Quellen biete". "Diese neue Initiative zur Bekämpfung von Fehlinformationen wird in den kommenden Tagen in allen Ländern eingeführt", betonte Ek, der selbst knapp 10 Prozent der Spotify-Aktien hält.

Fotos

Neil Young und Disturbed

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