laut.de-Kritik

Von einer Ausnahmeband zur x-beliebigen Power Metal Truppe.

Review von

"The End Of Chaos" versprechen Flotsam And Jetsam mit ihrem 13. Studioalbum. Ehrlich gesagt bin ich mir aber nicht sicher, ob es sich damit um eines der leersten Versprechen des noch jungen Jahres handelt, oder ob dies nun die neue musikalische Ausrichtung der Texaner sein soll.

Neu würde in diesem Zusammenhang dann eher alt bedeuten, denn viel näher als auf dem neuen Album dürften sie dem Stil des Debüts nicht mehr kommen. Gab es im Laufe der Zeit doch einige recht chaotische Änderungen im Sound und so manch erschreckend schwaches Album der Band, habe ich ehrlich gesagt mit "The End Of Chaos" meine liebe Mühe.

Das Album läuft nun zum wiederholten Mal und ich weiß immer noch nicht so recht, was ich von der Scheibe halten soll. Legt der Opener "Prisoner Of Time" zunächst wie ein ordentliches Thrash-Brett los, zieht er dann erst einmal die Handbremse, um gerade noch rechtzeitig die Kurve zu bekommen. "Control" lässt im Anschluss musikalisch mal gar nichts anbrennen und knallt wie Sau.

Doch während man sich mehr und mehr in das Album reinhört, wird einem auf einmal klar: Der ehemalige Glanzpunkt der Band, das einzigartige Aushängeschild, die Stimme von Sänger Eric A.K – hat einiges an Strahlkraft verloren.

Genauer gesagt ist es nicht mal seine Stimme. Die ist einzigartig wie eh und je und sofort wiedererkennbar. Aber die Fähigkeit, auch musikalisch mittelmäßige Songs mit einer zwingenden, geilen Gesangslinie zu verzieren, scheint ihm abhanden gekommen zu sein. Oder sie wurde zugunsten der Rück-Orientierung auf die Frühphase der Band eingeschränkt. Spätestens bei "Recover" ist jedenfalls nicht mehr zu überhören, dass die Band auf einmal wie eine x-beliebige US Power Metal-Band klingt.

Ist das jetzt gut oder schlecht? Fällt mir tatsächlich schwer, zu beurteilen. Nummern wie das bereits erwähnte "Control" oder "Slowly Insane" gehen jedenfalls ordentlich ab, der Thrash-Faktor ist so hoch wie schon lange nicht mehr. In Sachen Hooks wird ebenfalls nicht gespart und so sollten eigentlich alle glücklich sein.

Sollten ... Ich nenne jetzt einfach mal "The End" als Beispiel. An sich ein ziemlich geiler Speed/Thrash Metal-Track mit ebenfalls gutem Gesang. Aber sind das noch Flotsam & Jetsam? Ich weiß nicht, Mädels. Ich weiß echt nicht ...

Trackliste

  1. 1. Prisoner Of Time
  2. 2. Control
  3. 3. Recover
  4. 4. Prepare For Chaos
  5. 5. Slowly Insane
  6. 6. Architects Of Hate
  7. 7. Demolition Man
  8. 8. Unwelcome Surprise
  9. 9. Snake Eye
  10. 10. Survive
  11. 11. Good Or Bad
  12. 12. The End

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1 Kommentar

  • Vor 2 Jahren

    Alles gut. Keine X-Beliebigkeit. Stattdessen Z wie Flotz. Sehe das Album in einer Linie mit dem guten Vorgänger. Hervorragender Sound, überzeugendes Songwriting und ein paar ordentliche Rocker mit Demolition Man oder Prepare for Chaos. Und was Eric Knutsons Gesang betrifft: der ist ja per se schon ein Glanzpunkt der Band – Intensität der Strahlkraft hin oder her. Einziger Malus: das kitschige Cover.