laut.de-Kritik

Da rappelts im Karton.

Review von

Jetzt rappelts aber ordentlich im Karton. Erst erschien mit "Touch Yello" ein weiteres Kleinod der Yello-Diskografie, dann ging ein virtuelles Konzert über die Bühne und nun präsentiert das exzentrische Duo mit dieser Box eine etwas andere Best Of-Compilation.

Anstatt einfach alle wichtigen Tracks in chronologischer Abfolge auf Silberling zu klatschen, haben Yello ihr altes Material soundtechnisch neu bearbeitet und in einer stringenten Reihenfolge auf zwei CDs verteilt. Welchen Sinn das ergibt, merkt man erst, wenn man sich dem Sound hingibt. Obwohl teils Jahrzehnte zwischen der Entstehung der verschiedenen Titel liegen, ergeben sie doch gemeinsam ein homogenes Ganzes.

Meier und Blank nehmen den Hörer an der Hand und geleiten ihn durch ein Yello-Universum aus Klang und Atmosphäre. Letztere entsteht vor allem durch die überarbeitete Produktion, die – ohne zu nivellieren - den Klang aller Songs auf ein ähnliches Level hebt. Ohne irgendwelche Brüche oder Durchhänger werden beide Anthology-CDs zu einem wahren Ohrenschmaus.

Ob es bei der Zusammenstellung dieser "Bostich" in der neuen Version von "Touch Yello" bedurfte, sei einmal dahin gestellt. Eine weitere Kuriosität ist das doppelte Auftauchen von "Desire". Da hat wer mit den Mastertapes geschludert, so dass die erste Auflage dieser Box mit einem Fertigungsfehler daher kommt. Sammler dürfen sich also auf die Fehlpressung stürzen.

Des weiteren findet sich in der hübschen Box noch eine DVD mit vielen (aber nicht allen) Videos der Schweizer. Dass das Duo mit einem kreativen Sockenschuss gesegnet ist, kann man hier in allen Einzelheiten nachvollziehen. Dies bestätigt auch das schön gestaltete Booklet, in dem Meier und Blank die Geheimnisse ihrer Produktions-Skills offenbaren. Die dazugehörigen, vollkommen albernen Bilder und Anmerkungen muss man sich unbedingt zu Gemüte führen. Köstlich.

Eine komplette Werkschau ist "Yello By Yello" bei weitem nicht. Da ist noch Platz für Luft nach oben. Dennoch profitiert auch derjenige, der bereits alle Alben im Schrank stehen hat, von einem stimmungsvollen Mehrwert, der seine Dynamik hauptsächlich aus der druckvollen Neubearbeitung des Sounds zieht. Wer auf reduziertere Klänge und die raueren Originale steht, sollte erst einmal reinhören. Der gesteigerte Wumms von 2010 muss nicht jedermanns Geschmack treffen.

Trackliste

CD 1

  1. 1. Dialectical Kid
  2. 2. Liquid Lies (2010)
  3. 3. Tears Run Dry (feat. Malia)
  4. 4. Out Of Dawn
  5. 5. Distant Solution (feat. Jade Davies)
  6. 6. Soul On Ice
  7. 7. Stay (feat. Heidi Happy)
  8. 8. Junior B. (feat. Jade Davies)
  9. 9. S.A.X.
  10. 10. Tangier Blue
  11. 11. Fat Cry
  12. 12. Time Palace (feat. Jade Davies)
  13. 13. Oh Yeah 2009
  14. 14. Star Breath
  15. 15. Tiger Dust (The Virtual Concert)
  16. 16. Get On
  17. 17. Kiss In Blue
  18. 18. Move Dance Be Born
  19. 19. Poom Shanka
  20. 20. Planet Dada (Flamboyant)

CD 2

  1. 1. Solar Driftwood
  2. 2. Time Freeze
  3. 3. Moon On Ice (feat. Billy MacKenzie)
  4. 4. Evening's Young
  5. 5. Angel No (feat. Rush Winters)
  6. 6. Base For Alec
  7. 7. Capri Calling (feat. Billy MacKenzie)
  8. 8. Sometimes (Dr. Hirsch)
  9. 9. Otto Di Catania
  10. 10. Ciel Ouvert
  11. 11. Swing
  12. 12. You Gotta Say Yes To Another Excess
  13. 13. La Habanera
  14. 14. Koladi-Ola
  15. 15. Daily Disco
  16. 16. Crash Dance
  17. 17. Si Senor The Hairy Grill
  18. 18. Homer Hossa
  19. 19. Downtown Samba
  20. 20. I.T. Splash
  21. 21. Night Flanger

The Singles Collection

  1. 1. Vicious Games 2010 (feat. Heidi Happy)
  2. 2. Tremendous Pain
  3. 3. The Race
  4. 4. To The Sea (feat. Stina Nordenstam)
  5. 5. Planet Dada
  6. 6. Oh Yeah
  7. 7. Expert
  8. 8. Bimbo
  9. 9. Bostich (Reflected)
  10. 10. How How
  11. 11. She's Got A Gun (Lvie At The Palladium NY 1985)
  12. 12. Part Love
  13. 13. Drive/Driven
  14. 14. Rubberbandman
  15. 15. Goldrush
  16. 16. Lost Again
  17. 17. Who's Gone
  18. 18. Squeeze Please
  19. 19. Of Course I'm Lying
  20. 20. Desire
  21. 21. Rhythm Divine (feat. Shirley Bassey)

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