laut.de-Kritik

Roots Reggae Roots bis in die Fingerspitzen.

Review von

"Change" - in Zeiten wie diesen ein viel strapaziertes Schlagwort. "Things Change", das demonstriert Yah Meek unter anderem mit der Schreibweise seines Namens. Wo es um Inhalt geht, wird das Etikett zur Nebensache.

Ob nun Jah, Yah oder The Most High draufsteht: Mr. Errol Saunders bleibt ein Garant für überaus beseelten Roots-Reggae. Ein Gebet zur Einleitung, eins zum Abschied. Dazwischen bringt Yah Meek einen kompletten, Gesang gewordenen Gottesdienst unter. Er erhebt seine kräftige, glasklare Stimme zu Ehren des Allmächtigen.

Ihm notfalls auch ohne jede Begleitung Lob, Dank und Preis zu singen, dazu fühlt sich Yah Meek von seinen "Roots Reggae Roots" bis in die Fingerspitzen hörbar berufen. Erstaunlich dabei, dass die alles durchdringende Spiritualität so wenig nervt, wie sie langweilt.

Die stete Beschäftigung mit höheren Mächten führt hier einmal nicht zu Weltabgewandtheit. Yah Meek legt seine Finger in offene, schwärende Wunden, an denen die Gesellschaft nicht erst seit gestern krankt. Ihn treiben insbesondere Themen wie der Raubbau an "mama nature", die globale Erwärmung und die Vernachlässigung der Jugend um.

Neben unerschütterlichem Gottvertrauen hat er dem so schlichte wie effektive Ratschläge entgegen zu setzen: "Stop a little, think a little." Das könnte schon viel helfen. "Children learn what you teach them." Stimmt auffallend, nicht einmal die Supernanny wird da widersprechen.

Wer eine kluge Mutter hat, die sich im Drogensortiment und den zugehörigen Wirkungen verblüffend gut auskennt, hört die Empfehlung "No Hard Drugs" vermutlich nicht zum ersten Mal. An Richtlinien wie dieser oder denen der Mutter eines Kollegen ("My mama said don't take more than a mouthful.") lässt es sich schon halbwegs unbeschadet entlang hangeln.

Bei aller irdischen wie geistigen Betroffenheit bleibt Yah Meek stets Zeit, die Liebe zu feiern. Entsprechend positiv, optimistisch und nach vorne gerichtet gestaltet sich der Sound auf "Things Change". Mit versierten Recken wie Sam Gillys House of Riddim im Rücken lässt es sich leicht guter Dinge sein.

Gelegentlich schießt das übers Ziel hinaus. Fröhlich quietschende Orgeln erscheinen angesichts von dräuendem "Global Warning" und seinen Folgen schlicht unangemessen. Auf die Dauer von 20 Tracks werden harte Ansprüche an die Fähigkeit, gute Laune zu ertragen, gestellt.

Insgesamt gerät die handwerklich unanfechtbare Kombination aus dezent zurück genommenen Bläsern, präsenten, aber das Gesamtbild dennoch nicht erdrückenden Basslinien und effektvoll den Leadvokalisten flankierenden Backgroundgesängen aber derart angenehm, dass ein bisschen Übereifer kaum ins Gewicht fällt.

Trackliste

  1. 1. Prayer Before Battle
  2. 2. Always Around
  3. 3. Without You
  4. 4. Amazing Grace
  5. 5. Wonderful Feeling
  6. 6. Yah Eyes
  7. 7. Global Warning
  8. 8. No Hard Drugs
  9. 9. Tornado
  10. 10. Head Above Water
  11. 11. I Love You Baby
  12. 12. I Am
  13. 13. Something Bout The Time
  14. 14. Things Change
  15. 15. Spinning Around
  16. 16. I Love H.I.M.
  17. 17. Not Alone
  18. 18. Merciful Maker
  19. 19. Rejoice
  20. 20. Roots Reggae Roots
  21. 21. Prayer For Bleesings

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