laut.de-Kritik

Der Zauber des südafrikanischen Lebensgefühls ...

Review von

Die musikalische Globalisierung funktioniert: nachdem Watershed sich in Südafrika zum Top-Akt gesungen haben kommen sie nun auch nach Europa. Sehr schön, denn obwohl es sich auf den ersten Lausch um seichten Pop-Rock handelt, der im Moment einen wahren Boom durchmacht und irgendwie insgesamt immer gleich oder zumindest ähnlich klingt, gibt es einen kleinen aber bedeutenden Unterschied zu dem Massengeklampfe.

Dass die Platte erfolgreich wird, war spätestens seit der Endlos-Rotation der Single "Indigo Girl" auf sämtlichen Radiostationen offensichtlich. Die Vergleiche mit R.E.M. und The Calling kommen nicht von ungefähr. Dennoch gelingt es der Band um Sänger und Songwriter Craig W. Hinds etwas Eigenes und quasi Neues auf die Platte zu brennen: das südafrikanische Lebensgefühl. Dieser Zauber des "Unbekannten" breitet sich zwischen Süden und Norden und zwischen dem ersten und dem letzten Song der Scheibe aus. Zufälligkeit, Füllelemente und Lücken haben keinen Platz.

Die Songs zerreißen das Herz, aber keine Angst, zugleich schmelzen sie es wieder zusammen, so dass der Chirurg höchstens die eingebrannten Spuren von schallenden Gitarrenmelodien, tropfendem Klavier, flüsternden Saiten und schnuckeliger Stimme aus den Hirnwindungen heraus operieren muss.

Im Winter verwandelt die Platte den elektrischen Kamin in einen aus Naturstein und zaubert ein Bärenfell dazu. Im Sommer macht sie aus Weißwein Champagner und aus dem See einen Ozean. Auf dem fahren Schiffe, am Kap vorbei, von einem Weltmeer in das nächste ...

Trackliste

  1. 1. Shine On Me
  2. 2. Angel
  3. 3. Don't Lie To Me
  4. 4. In The Meantime
  5. 5. Great, Great Day
  6. 6. Indigo Girl
  7. 7. Yesterday Again
  8. 8. Hay Making Time
  9. 9. Think It Through
  10. 10. Rule Of Time
  11. 11. Unfaithful
  12. 12. Unsolved

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