laut.de-Kritik

Der Weltraum: unendlich schöne Klänge.

Review von

Nicht erst seitdem Underground Resistance den Weltraum mit "The Final Frontier" oder "Stardancer" als letztes Refugium der Freiheit definierten, sind die weiten des Universums für elektronische Musiker eine feste Bezugsgröße. Kraftwerk experimentierten bereits in den 70ern mit wissenschaftlichem Anstrich in ihrem "Space Lab" und auch Techno-Vater Juan Atkins richtet ein Jahrzehnt später seinen Blick nach oben, um zu diagnostizieren: "No Ufo's".

Auch in den Produktionen der Genfer DJane Water Lilly bildet der Weltraum eine Konstante. Mit "Sputnika" erscheint nun ihr Debütalbum auf dem Schweizer Label Mental Groove, wo neben Savas Pascalidis' Lasergun Label auch die bisherigen Tracks der hübschen Schweizerin mit spanischem Blut in den Adern erschienen sind. Somit haben das verträumte "You Kiss" von der gleichnamigen Maxi und der Track "Flashover" von der "Frenzy Flux"-EP nun auch den Sprung auf ihren Longplayer geschafft.

Von Hall durchdrungen machen die ersten Töne des Intros schnell klar, dass "Sputnika" hier nicht nur als bloße Worthülse zu verstehen ist. Der Weltraum ist Programm und geht in den Sounds des Albums auf, ohne dass deren schlichte Eleganz jemals in einem Echogewitter unterzugehen droht. Dazu passen die in akzentfreiem Englisch gesprochenen, ja oftmals geradezu ins Mikro gehauchten Lyrics von Water Lilly bestens.

"Tangle Of Wires" legt gleich zu Beginn vom musikalischen Charme der Schweizerin Zeugnis ab. Der hält auch in der Folge dank Tracks wie "Helium" oder "I Versus Spy" ungebrochen an. Die eher funktionalen Bedürfnisse der DJ-Fraktion bringt Water Lilly mit einem Entspannung verheißenden, gemütlichen Home-Listening unter einen Hut. "Sputnika" hält mit dem knarzigen Electro-Hopser "Flashover" Futter für die Plattenteller bereit und schwelgt im nächsten Moment mit "You Kiss" in romantischen Weltraum-Phantasien. Im letzten Drittel von "Sputnika" packt Water Lilly schließlich noch die gesampelte Gitarre aus und rockt mit "Fit Track" und "Hysterical Sculpture" trocken drauf los, ohne in abgegriffenen Electroclash-Klischees aufzugehen.

Trackliste

  1. 1. The Eye
  2. 2. Tangle Of Wires
  3. 3. Unchained Melody (Hyperbolic Mix)
  4. 4. Helium
  5. 5. I Versus Spy
  6. 6. Flashover
  7. 7. You Kiss
  8. 8. Hysterical Sculpture
  9. 9. Misfit Juzz
  10. 10. Fit Track
  11. 11. Lottotron Reboot
  12. 12. Flirting With Sounds

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