laut.de-Kritik

Soundtrack zum Chillen beim Klötenstretching.

Review von

Macht die Augen zu, wenn ihr die CD eingelegt habt, dämpft das Licht und ich wage es fast zu garantieren, dass euch schon allein beim Klang des Wikingerhorns im Einstieg von "Ár Var Alda" ein Schauer über den Rücken läuft.

Die Wenigen, die im Vorfeld der Veröffentlichung schon mit dem Namen und der musikalischen Ausrichtung von Wardruna vertraut waren, wissen wovon ich spreche. Allen anderen sei gesagt, dass sie bei dem eigenwilligen Projekt von Kvitrafn, der sonst die Drums für Dead To This World vermöbelt, nichts zu hören bekommen, was ansatzweise mit Metal zu tun hat. "Gap Var Ginnunga" ist der Versuch des Musikers, die Runen des alten Futharks musikalisch darzustellen. Dazu hat er sich ausschließlich auf alte traditionelle Instrumente verlassen und auch in freier Natur, an mythologisch bedeutsamen Plätzen aufgenommen.

Was dabei heraus kam, erinnert ein wenig an "Calling The Rain" von Atrocity, verzichtet aber vollkommen auf elektrisch verstärkte Instrumente. Viel mehr hat man es mit soundtrackartigen Klängen zu tun, die sich hervorragend zu Filmen wie der 13. Krieger, Computer-Games wie Rune oder Büchern wie Elric Of Melniboné eignen. So chillig, wie die einzelnen Songs allerdings sind, taugen sie durchaus auch dazu, sich einfach nur auf dem Sofa, in der Badewanne oder nach belieben auch beim Klötenstreching zu entspannen.

Mystische Tribals mischen sich mit nordischer Folklore und Ambient-Sounds, die nur hin und wieder mit weiblichen und männlichen Gesängen angereichert werden. Einzelne Nummern heraus zu heben, ist nicht sonderlich sinnvoll, da die Atmosphäre viel wichtiger ist, als bestimmte Titel. Auch das Namedropping in Sachen Gorgoroth spielt eigentlich keine Rolle, da wohl kaum jemand mit Sicherheit wird sagen können, wo auf dem Album Gaahls Stimme und wo die von Kvitrafn zu vernehmen ist.

Trackliste

  1. 1. R Var Alda
  2. 2. Hagall
  3. 3. Bjarkan
  4. 4. Lyndomsriss
  5. 5. Heimta Thurs
  6. 6. Thurs
  7. 7. Jara
  8. 8. Laukr

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18 Kommentare

  • Vor 10 Jahren

    @Thelema (« Georg Deuter = Stephan Micus für Arme; Die Haleakala fand ich noch recht hörbar, aber die "Philosophie" hinter Deuter/Bhagwan war wohl, bloß nicht zu viel Störendes/Dissonantes/Anregendes hineinzubringen. Also alles schön glätten, "angenehm" machen, für die Traum/Fluchtwelten des Esoterik-Mainstreams. Die Fahrstuhlmusik der ehemaligen Gegenkultur.
    Wenn dann noch von Runenmagie die Rede ist, werd ich echt misstrauisch. »):

    Ich stimme dir zu. Ich stimme auch Kukuruz zu.
    Was ihr schreibt, kommt (bei mir) jedoch leider ein wenig schnöselig rüber....obwohl ich weiß, daß es ziemlich sicher von euch beiden nicht so rüberkommen sollte oder gar tatsächlich so gemeint ist.

    Es gab eine Zeit, da hörte ich z.B. Deuter -und mit ihm noch 2 oder 3 "New Ager"- recht gerne...zumindest in bestimmten Situationen.
    Es muss nicht immer anspruchsvoll sein bzw. höheren musikalischen Ansprüchen genügen. Und es muss auch nicht immer die berühmten Ecken und Kanten aufweisen oder "Störendes und Dissonantes", um anregend zu sein.

    Manchmal genügt es, wenn mich eine solche Musik nach einem...ähh...etwas seltsamen Tag in eine kleine, esoterische Traumwelt gleiten lässt. Mich ganz ohne Anstrengung einfach nur entspannt oder mich ein wenig schläfrig macht, obwohl ich eigentlich (auf Grund des seltsamen Tages) hundert Gedanken im Kopf wälze.

    Sehr ähnlich ergeht es mir, wenn ich mir einige Songs aus dem Album da oben anhöre. Und wenn es dann so bei mir wirkt, wie es wirkt, hat das Album seinen Zweck für mich mehr als erfüllt. Anspruch hin oder her.

  • Vor 10 Jahren

    @Jan Dilba («
    Ich stimme dir zu. Ich stimme auch Kukuruz zu.
    Was ihr schreibt, kommt (bei mir) jedoch leider ein wenig schnöselig rüber....obwohl ich weiß, daß es ziemlich sicher von euch beiden nicht so rüberkommen sollte oder gar tatsächlich so gemeint ist. »):

    Was mich betrifft: Doch, sollte.

    :D

    Nein. "Runenmystik" geht bei mir wirklich gar nicht. Ich kann da auch irgendwie nicht die Klappe halten, obwohl ich's doch einfach nur nicht zu hören bräuchte.

    Die nehmen sich so dermaßen ernst. Und es ist so dermaßen lächerlich.

  • Vor 10 Jahren

    Hauptsache man kann sich die Klöten dabei stretchen, scheiß drauf wie die sich nehmen, oder nicht.