laut.de-Kritik

Der True Metal-Thron ist neu besetzt.

Review von

Weggeblasen von einem wahren Drachenfeuer: Tief im klassischen US-Metal verankert, erklimmen Visigoth auf ihrem zweiten Album mit Gesangsgott Jake Rogers dank mitreißender Riffs und wundervollen Chören den True Metal-Thron. Allein der Opener "Steel And Silver" galoppiert wie ein Wildpferd ungestüm aber königlich erhaben über die Tiefebene Rohans. Die Rhythmus-Sektion aus Bass und Schlagzeug treibt die Krieger aus Salt Lake City gnadenlos straight voran. Die Gitarristen nutzen den Raum und duellieren sich so kongenial wie Tipton und Downing zu besten "Defenders Of The Faith"-Zeiten.

Das Naturereignis Visigoth ist Jake Rogers. Wie sagte ein befreundeter Metal-Maniac und Shouter (u.a. Ex-Bonehouse): "Beide Shows, die ich bisher von denen gesehen habe, haben mir fast den Kopf weggerissen. Live ist Jake noch besser!" Vergleiche fallen schwer. Manchmal hört man Magnums Robert Catley heraus, wie er Eric Adams-Strophen singt (checkt den Beginn von "Hammerforged"), doch am Ende bläst Rogers wie anfangs erwähnt jeden Kollegen an die Wand.

Klang er auf Demo, EP und dem 2015er Debüt "The Revenant King" noch ungeschliffen wie die ganze Band und stark nach frühen Omen (Ausnahmen: das fluffige "Creature Of Desire" und das epische "From The Arcane Mists Of Prophecy", unbedingt anhören), so weben seine Gesangsharmonien und die perfekt eingesetzten Chöre neben mächtigen Parts ("Traitor's Gate") einen melancholischen Unterton ins treibende Metal-Gerüst.

Visigoth finden so ihren einzigartigen Trademark-Part ähnlich wie Blind Guardian und agieren grundsätzlich weit über dem Durchschnitt. Selbst in straighten Hot-Rod-Rockern wie "Warrior Queen" und "Salt City" oder bei den metallischen Maschinengewehrsalven in "Outlive Them All" und "Blades In The Night" überzeugen Visigoth mit überraschenden Einfällen. Die "Kriegerkönigin" drosselt zwischen Minute 3:45 und 4:45 das Tempo und Visigoth wechseln zeitweise stimmig in balladesken Bombast, während das folgende "Outlive Them All" einen Bad Religion-Highspeed-Beat adaptiert. Das bärenstarke Album endet klassisch und gebührend mit dem Titelsong als Hymne.

Mit "Conqueror's Oath" - so kraftvoll wie Manowar, so erhaben wie Virgin Steele und so catchy wie Ratt oder Skid Row zu "Slave To The Grind"-Zeiten - übernehmen Visigoth nach den Schweden RAM 2017 nun die Regentschaft im Heavy Metal.

Trackliste

  1. 1. Steel and Silver
  2. 2. Warrior Queen
  3. 3. Outlive Them All
  4. 4. Hammerforged
  5. 5. Traitor's Gate
  6. 6. Salt City
  7. 7. Blades in the Night
  8. 8. The Conqueror's Oath

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3 Kommentare mit 2 Antworten

  • Vor 3 Monaten

    so kraftvoll wie Manowar, so erhaben wie Virgin Steele und so catchy wie Ratt oder Skid Row

    :conk:

  • Vor 3 Monaten

    "Warleader lead us to war." Allein dafür 1/5, izkla.

  • Vor 3 Monaten

    Gestern Abend im Hinterzimmer der Zille zu Göppingen live gesehen. Sehr kraftvolles, schweisstreibendes Konzert. Ja, die Jungs können mit der Zeit auf die großen Bühnen wachsen. Die Gesten und der Gesang von Jake Rogers stimmen (ohne bereits jetzt in Heldenverehrung auszubrechen) und die Band reisst mit. Jetzt noch 1-2 Alben in der Qualität und dann passt das. Dran bleiben Jungs! Aber was Visigoth mit Ratt und mit Skid Row gemeinsam haben erschließt sich mir nicht wirklich.

    • Vor 3 Monaten

      Den Hang zum Rocken und eingängigen Melodien-Refrains (Salt City, Warrior Queen)

    • Vor 3 Monaten

      Zugegeben, ich hatte in den 80ern eine viel zu große Allergie auf die US-Hair-Metal-Bands, so dass mir davon nix auf den Plattenteller kam. Vielleicht die Gnade der frühen Geburt, oder der Nachteil, dass ich mich den Bands nie wieder vorbehaltlos nähern konnte. Aber Visigoth sind klasse und dann können die auch keinen Bezug zu … haben. Isso ;-)