laut.de-Kritik

Bringt frischen Wind in die deutsche Technolandschaft.

Review von

Nach einer Vielzahl von 12"-Releases drängen Vanguard aka Asem Shama und Axel Bartsch mit ihrem ersten Album auf den Markt, das sowohl auf Vinyl als auch auf CD zu haben ist, wobei die Vinylversion auf die acht clubtauglichsten Tracks reduziert ist, die CD hingegen mit ganzen 15 Tracks glänzt.

Wer ausschließlich dumpfen Technosound erwartet, wird überrascht sein, denn nicht nur die Anhänger von straightem, treibendem Bummbumm kommen auf ihre Kosten. Dem Zuhörer bietet sich ein breites Spektrum elektronischer Klangwelten, teils sogar mit female vocals, was man von den beiden bisher nicht gewohnt war. Ohne ihren Techno-Roots den Rücken zu kehren, präsentieren die beiden Hannoveraner die US-Sängerin Shade mit drei sehr unterschiedlichen Tracks: "Peanut Butter", eine Elektroballade im Mid Tempo-Bereich, ist zweifellos ein Highlight.

Aber auch die Produzenten selbst greifen beim Titeltrack "Alles Oder Nichts" zum Mikrofon, allerdings mittels eines Verzerrers, und knüpfen damit an ihren Clubhit "Dort Wo Alles Begann" an. "Alles oder Nichts" wird mit einem Remix vom bekannten Frankfurter Chris Liebing auch die erste Singleauskopplung sein, die im Dezember zu erwarten ist. Von den "klassischen" Technotracks ist "The Wave", ein sehr tanzbarer Song mit Textsample, besonders hervorzuheben.

Auch die Elektro- und Big Beat-Ansätze gehen äußerst gut ins Ohr; gekonnt werden die Stilmerkmale dieser Musikrichtungen mit dem Vanguard-typischen, fast schon klinischen Technosound gepaart. Alles in allem bringt diese abwechslungsreiche Scheibe frischen Wind in die Technolandschaft. "Alles oder Nichts" ist ein gelungenes Album, von dem sich viele der etablierten Produzenten, mit Garantie auf eine Chartplatzierung, eine Scheibe abschneiden können.

Trackliste

  1. 1. Vanguard Extended
  2. 2. Haunted
  3. 3. Peanut Butter
  4. 4. Rebel Soul
  5. 5. D.I.S.C.O.
  6. 6. Dort wo alles begann
  7. 7. Alles oder Nichts
  8. 8. FUCK
  9. 9. Saratoga
  10. 10. Purity
  11. 11. The Wave
  12. 12. Crosstalk
  13. 13. Chinaman's Beat
  14. 14. Para
  15. 15. Die Ankunft

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