laut.de-Kritik

Opulenter Future Pop - mit weniger Techno.

Review von

Keine leichte Aufgabe, vor die einen Ronan Harris und Mark Jackson mit "Automatic" stellen. Zum einen gibts natürlich den gewohnt opulenten Future Pop, den man sich als Fan von den Iren wünscht. Auf der anderen Seite hat man das Gefühl, dass VNV Nation auf hohem Niveau stagnieren, sich dessen durchaus bewusst sind und dem entgegen wirken wollen.

Zunächst müht man sich durch das viel zu lange Intro "On-Air", das dem Tinnitus nicht wirklich zuträglich ist, auch wenn die Klaviermelodie wirklich wunderschön ist. Den eigentlichen Einstieg in die Scheibe gibt "Space & Time", das mit leichten Variationen des typischen VNV Nation-Sounds spielt und ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Der Track strotzt nur so vor positiver Energie und erfüllt einen wahrlich mit Zuversicht.

Dieses Gefühl setzt sich mit "Resolution" nahtlos fort, das sich auf zahllosen Tanzflächen dieser Nation wiederfinden wird. Dort dürfte auch "Control" zum Zuge kommen, allerdings kehrt Ronan hier die aggressivere Seite von VNV Nation hervor. Sowohl die Beats, als auch seine Stimmlage und natürlich die musikalischen Effekte sind deutlich härter geraten.

Das instrumentale "Goodbye 20th Century" leitet den zweiten Teil der Scheibe ein, der sich auf bewährte Kost stützt - womit sich die Überraschungen in Grenzen halten. Was aber nichts daran ändert, dass sechs weitere, starke Songs anstehen.

So wäre "Goodbye 20th Century" tatsächlich bestens für die Abschiedsszene eines Film geeignet: Im Kopfkino laufen melancholische Szenen vor einem dunklen Himmel ab. Ein beinahe trostloses Szenario, ehe am Ende doch noch Sonne aufgeht und Hoffnungsschimmer aufs Geschehen wirft. Der melancholischen Linie folgt Ronan auch in "Streamline" und "Gratitude" sowie der süßen Ballade "Nova".

Auffällig bleibt, dass die Techno-Elemente auf "Automatic" deutlich in den Hintergrund gerückt sind. Gerade mal das instrumentale "Photon" und "Radio" mit seinem leichten C64-Touch halten die technoide Fahne hoch.

Der ganz große Wurf ist "Automatic" zwar nicht, zumal sich nach wiederholten Durchläufen kaum ein Hit heraus kristallisiert. Die Fans der Band werden dennoch zufrieden sein, denn Enttäuschungen gibts auf dem achten Studialbum keine.

Trackliste

  1. 1. On-Air
  2. 2. Space & Time
  3. 3. Resolution
  4. 4. Control
  5. 5. Goodbye 20th Century
  6. 6. Streamline
  7. 7. Gratitude
  8. 8. Nove (Shine a Light On Me)
  9. 9. Photon
  10. 10. Radio

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1 Kommentar

  • Vor 8 Jahren

    Kein HIT !?
    Schonmal was von "Control" gehört?
    Läuft mittlerweise in den Clubs rauf runter, und auch "Space Time" "Resolution" sind nicht schlecht, sicher nicht so aggressiv und dance/trance lastig wie der Vorgänger aber immer noch genial und erste Sahne, das BESTE was "Future POP" zu bieten hat!!!!