laut.de-Kritik

Gothic Metal mit prall gefülltem Dekolleté.

Review von

Ach du liebe Liesl. Was hat sich der gute Mauser denn dabei gedacht? Es ist ja durchaus ok, wenn man neben dem Geschrote von Vader auch mal ein wenig was Melodischeres spielen will. Und wenn man auch noch eine sehr ansehnliche Dame dabei hat, geht das ja auch alles in Ordnung. Wenn man dafür allerdings bei Vader hinschmeißt, dann sollte das zukünftige Hauptprojekt wenigstens Hand und Fuß haben.

Und genau da liegt der Knackpunkt. UnSun hat weniger Hand und Fuß, dafür aber um so mehr (mit Verlaub) Titten. Die schaden zwar auch nur in den seltensten Fällen, aber allein darauf sollte man sich als Band nun auch wieder nicht verlassen.

Dennoch liegt der Fokus nicht nur optisch, sondern leider auch akustisch voll und ganz auf Sängerin Aya. Deren Stimme ist zwar nicht furchtbar schlecht, piepsig oder sonst wie zum Verzweifeln, aber so herausragend leider auch nicht, um die Songs weitgehend alleine zu tragen. So sehr, wie ihre Stimme in den Vordergrund gemischt wurde, muss sie das aber.

Gerade mal bei "Lost Innocence" greift ihr ein männlicher Gefährte unter die Arme. Wer das ist, darüber schweigt man sich aus, ist allerdings auch nicht sonderlich erwähnenswert. Dass Aya eine stellenweise fast schon lustige Aussprache des Englischen an den Tag legt, ist durchaus verzeihlich, trägt aber auch zum Eindruck bei, es hier gerade mal mit einer mittelmäßigen Veröffentlichung zu tun zu haben. Und das ist für einen begnadeten Gitarristen wie Mauser eigentlich schon eine handfeste Beleidigung.

Aber was will man machen? Der Kerl zeigt gerade mal in ein paar wirklich guten Soli, was er auf dem Kasten hat. Die Gitarre ist dermaßen weit in den Hintergrund gemischt und mit einem dermaßen miesen Verzerrer versehen, dass man sich kaum ein Bild von seiner Arbeit machen kann.

Auch das programmierte Schlagzeug klingt äußerst dürftig, allein mancher Klavierpart dringt gegen Ayas Stimme durch. Seine Fans wird "The End Of Life" sicherlich finden, schließlich gehen fast alle Songs locker ins Ohr. Warum man dafür aber Vader sausen lässt? Ich weiß es nicht ...

Trackliste

  1. 1. Whispers
  2. 2. Lost Innocence
  3. 3. Blinded By Hatred
  4. 4. Face The Truth
  5. 5. The Other Side
  6. 6. Destiny
  7. 7. Memories
  8. 8. Bring Me To Heaven
  9. 9. On The Edge
  10. 10. Closer To Death
  11. 11. Indifference

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LAUT.DE-PORTRÄT UnSun

Gitarrist Mauser ist in der Metal-Szene dank seiner Tätigkeit bei der polnischen Death Metal-Institution Vader bekannt. Allerdings steht dem Mann mit …

3 Kommentare

  • Vor 10 Jahren

    Lacuna-Coil-Klon - das hat man nun, wenn man als Todesmetaller auf seine Ehefrau hört und sich überreden lässt, mit ihr eine Band zu gründen. So als Zeitvertreib, mit dem sich gut Kohle verdienen lässt.

    Genau so ist das Album konzipiert:

    - lineare Songs mit Sängerin in linearer Tonlage
    - ein paar kantige übliche Düster-Riffs,
    - eine Prise Melancholie
    - Versuch, Emotionen und Atmosphäre zu vermitteln (diverse Instrumentierung von Akustik Gitarre bis Klavier)

    Gothik Metal fällt mit dem weiblichen Gesang und der berührt nicht, dem fehlt jegliche Leidenschaft und Energie. Klar ist er, zu klar, um die nötigen Atmosphäre zu wecken. Der Refrain einiger Song zieht unbeachtet an einem vorbei.

    Sieht toll aus diese Aya, trifft auch die Töne, aber lässt einen völlig kalt. Schön singen, davon gewinnt man keinen Blumentopf, wenn man mit Emotion punkten will.

    Dazu der handelsübliche Gothic-Songaufbau, den man von frühen Evanescence und Within Temptation gewohnt ist.

    Das ist nicht viel - 2/5 Punkten

  • Vor 10 Jahren

    Finde die sängerin sieht gar nicht mal so gut aus. Und das foto auf myspace (das foto unter dem man auch die anderen bandmitglieder sieht) Poah das ist mal peinlich. War der Frau kalt beim Fotoshooting?

    zu der notwengdigkeit dieser Band zietiere ich www.whisky-soda.de
    "Unsun machen Gothic Metal mit Frauengesang; anno 2008 ist das in etwa so, als würde man in ein verstopftes Klo einen Haufen setzen."

  • Vor 10 Jahren

    Kann dem Review nur Recht geben, wieso hat man Vader DAFÜR kaputt gemacht, bzw. Zu Grabe getagen, hmpf!