26. September 2006

"Uru Khais sind wie Death Metal!"

Interview geführt von

Nicht umsonst zählen Unleashed zu den Top-Bands des Death Metal, mit einer sicheren Quote an Killeralben (wenn man vom Comeback "Hell's Unleashed" absieht). Nachdem "Sworn Allegiance" von vielen Kritikern und Fans als das Unleashed-Album schlechthin bezeichnet wurde, stiegen die Erwartungen an das achte Studioalbum natürlich immens.Für mich Grund genug, mir kurz vor der Veröffentlichung von "Midvinterblot" Johnny Hedlund zu krallen, um ihn über das neue Werk auszuquetschen wie einen überreifen Schweden. Bei der Gelegenheit befrage ich ihn auch gleich über die geplante DVD, Rollenspiele und alkoholisierte Fredriks. Viel Druck ist nicht nötig, um etwas aus ihm heraus zu bekommen. Denn als der sympathische Wikinger bei mir durchläutet, ist er ganz offenbar in Quassellaune.

So erzählt mir Frontmann Johnny von dem schwedischen Winter sowie den Albträumen vor einem neuen Album und zeigt sich verwundert, dass es im Film "Herr der Ringe" keinen Death Metal gibt. Zu guter Letzt weiht er mich in sein verrücktestes Erlebnis in meiner Heimatstadt Wien ein.

Hallo, Johnny. Wie geht es dir?

Mir geht es gut. Und dir?

Danke, bei mir ist alles okay. Wie war dein Tag?

Oh, alles war perfekt. Eigentlich wundervoll. Wir haben schönes Wetter in Schweden. Und noch immer kein Winter.

Die Winter in Schweden sollen ja lange sein.

Ja. Obwohl, ich genieße den Winter. Ich mag nur die Zeit zwischen Winter und Sommer nicht. Das ist die langweilige Zeit. Es ist ständig windig und weder Minus noch Plus. Es ist einfach irgendwo dazwischen. Im Moment ist es noch fast sommerlich in Schweden. Aber es wird immer kälter. Trotzdem kann man noch immer rausgehen und alles ist fein.

Das klingt gut.

Ja. Wir tun einfach so, als hätten wir Urlaub.

Zunächst einmal möchte ich euch zu eurem neuen Album "Midvinterblot" gratulieren. Es ist sehr gut geworden. Willst du unseren Lesern etwas darüber erzählen?

Großes Dankeschön. Ja, klar. Was ich zuerst erzählen möchte ist, dass "Midvinterblot" im Grunde ein weiteres Unleshed-Album ist, mit dem grundlegend gleichen Death Metal-Stil, den die Band immer gemacht hat. Da gibt es eigentlich keine großen Überraschungen. Und das macht uns eigentlich aus. Einfach eine solide, geradlinige Death Metal-Band. Aber wir haben versucht, dieses Konzept im Vergleich zum vorigen Album einen Schritt weiterzutragen, mit einer etwas besseren Produktion. Ich hoffe, die Songs sind etwas stärker dieses Mal. Und ich denke, die Songs sind allgemein etwas schneller ausgefallen. Für jene, die Death Metal etwas schneller mögen.

Stimmt es, dass die meisten Songs von "Midvinterblot" großteils schon fertig waren, als ihr "Sworn Allegiance" veröffentlicht habt?

Nicht ganz. Bei uns funktioniert das so, dass wir, wenn wir ein Album fertig haben, schon mit den Arbeiten für das nächste starten. Es ist aber nicht so, dass wir schon im ersten Monat danach rund um die Uhr wie verrückt arbeiten. Wir machen einfach ständig Songs. So gesehen kann man sagen, dass dieses Jahr anderthalb Jahre gedauert hat. Wir haben wahrscheinlich 40 oder 50 Lieder in dieser Zeit geschrieben. Die Songs auf dem Album sind die besten 15 daraus. Es ist ein langer Prozess.

Wie ist dabei euer Arbeitsprozess: Wisst ihr schon, welche Lyrics ein Song bekommen wird, wenn ihr ihn schreibt?

Normalerweise nicht. Wir haben für gewöhnlich eine Idee, die aus Vers, Refrain, Vers, Refrain besteht. Denn die Struktur, die wir haben, ist sehr klassisch. Ich denke, diese Struktur kann man bei jeder Heavy Metal-Band erkennen, die Songs macht, die man sich leicht merkt. Dann sehen wir uns die Struktur mal an, um zu analysieren, ob sie stark ist. Etwa, ob es ein Refrain ist, an den man sich erinnert. Wenn wir viel Material zusammen haben, etwa zehn oder 20 Songs, reden wir darüber, welche gut und welche weniger gut sind. Die schlechten schmeißen wir dann weg. Oder wir heben sie einfach mal auf und kramen sie später wieder hervor, wenn sie woanders passen. Ich schreibe ja die Texte. Da versuche ich, erst eine Gesangsmelodie zu machen. Wenn die fertig ist, versuche ich, sie an die Musik anzupassen. Wenn sie passt, schreibe ich die Texte. Also: Erst kommt die Musik, dann die Melodie für den Gesang, dann die Texte.

Viele haben euer letztes Album "Sworn Allegiance" für euer bis dato bestes gehalten. Fühltet ihr euch da etwas unter Druck, das noch zu übertreffen?

Ja, wir hatten tatsächlich ernsthaften Druck. Das ist natürlich unser Ziel: Wir arbeiten hart daran, um noch besser zu werden. Eben weil viele sagten, unser letztes Album sei eines der stärksten. Wir haben wirklich versucht ... ich und Fredrik machen ja das meiste Material. Wir haben echt hart versucht, uns gegenseitig zu pushen, indem wir uns sagten 'Du kannst das besser' oder 'Das ist nicht so gut'. Wir haben uns wirklich hart kritisiert, um zu sehen, ob wir mit noch besseren Songs kommen können. Ich denke, das war ein guter Prozess. So haben wir es geschafft, 14 oder 15 unterschiedliche Songstrukturen zu machen. Am Ende des Tages hatten wir um die 20 Lieder, die wirklich stark waren, die eigentlich alle auf das Album hätten kommen können. Wir haben probiert, das auf 15 Songs runterzusetzen. Es war ein kleiner Krieg, zu entscheiden, welche nicht raufkommen. Ich denke, das war ein guter Prozess, und deshalb kann das Album kaum stärker sein.

Ich würde sagen, ihr habt euren Job gut gemacht.

Danke. Ich habe noch immer Albträume, wie wir es schaffen sollen, das nächste Mal noch besser zu sein (lacht). Aber wir werden es versuchen.

Du sagst oft, dass du mit deinen Texten über die nordische Mythologie den "alten Weg" vermitteln möchtest. Wenn man sich so umsieht, gibt es immer mehr Menschen und Bands, die sich damit befassen. Was denkst du über diese Entwicklung?

Ich muss sagen, dass ich das mag. Das zu verbreiten, ist etwas Schönes, denke ich. Ich mache das ja schon seit 16 oder 17 Jahren. Ich fühle mich sehr gut dabei. Es gibt heute viele Bands, die unterschiedliche Arten der Viking-Musik spielen. Ich freue mich natürlich sehr darüber.

Leider gibt es auch einige Bands, die das für ihre politische Propaganda missbrauchen.

Ich kenne heute keine Band, die das macht und berühmt ist, und das ist gut so. Ich denke, jene Bands, die berühmt sind und sich mit der nordischen Mythologie und Tradition auseinandersetzen, diese Bands, die treu gegenüber dem sind, was sie tun, ohne darin politisch zu sein, die werden überdauern. Bands wie Amon Amarth zum Beispiel sind wirklich cool. Und ich denke, die anderen, die politisch rechten Bands, die werden ohnehin nicht erfolgreich sein. Die werden an ihrem Erfolg gehindert werden, einfach deshalb, weil sie Unrecht haben. Das ist der Grund, warum wir weiterhin das Gute daran verbreiten.

"Uru Khais sind wie Death Metal! Ich finde es eigenartig, dass sie im Film keinen Death Metal haben. Das sollten sie!"


Zurück zu eurem Album. Wann habt ihr euch für "Midvinterblot" als Titeltrack entschieden?

Wir haben über vier oder fünf Songs gesprochen. Es war sehr hart. Ein Kampf, eigentlich. Dann mussten wir noch mit dem Künstler sprechen, der das Cover-Artwork gemacht hat. Wir haben mit ihm geredet und ihm gesagt, wir hätten die Idee für "Midvinterblot". Unsere stärkste Idee war, dass das Cover etwas mit dem Text des Songs zu tun haben soll. Und er sagte, okay, ich habe eine Idee. Er sandte uns das Cover und wir waren alle wie weggeblasen. Wir sagen 'Greif es nicht an und ändere nichts!'. Es war einfach fantastisch. Wir waren richtig aufgeregt. Weißt du, es gibt da draußen Millionen an tollen Covers. Woher soll man eines bekommen, das wirklich außergewöhnlich ist und noch dazu mit einem der Songs zusammenpasst? Es ist nicht einfach. Deshalb waren wir begeistert davon.

Liege ich richtig in der Annahme, dass "We Must Join With Him" wieder ein Song über den "Herrn der Ringe" ist?

Ja (lacht). Ich konnte nicht anders.

Ich habe ja gehört, du wärst ein enthusiastischer "Herr der Ringe"-Rollenspieler.

Ja. Als ich jünger war, habe ich das gemacht. Heute spiele ich ein Spiel, dass sich "Aftermath" nennt. Es spielt nach dem Zweiten Weltkrieg. Eine Art Katastrophen-Kriegsspiel. "Mittelerde" haben wir viel zu oft gespielt, als ich jünger war. Ich hab nicht einmal die Bücher gelesen (lacht)! Aber wir haben das Spiel etwa 1.000 Stunden gespielt, es war verrückt. Es war total verrückt! Als dann die Filme rauskamen, war ich richtig umgeblasen. Es war faszinierend. Ich meine, wenn du darüber nachdenkst, wenn du dir die Filme ansiehst, die Uru Khais und diese Kreaturen... die sind wie Death Metal! Oder nicht? Death Metal. Es passt so gut zusammen, ich kann es gar nicht glauben. Deshalb ist es ziemlich einfach, einen Death Metal-Song darüber zu machen. Ich finde es eigenartig, dass sie im Film keinen Death Metal haben. Das sollten sie (lacht)!

Ja, vor allem bei den Kriegsszenen, den ganzen Schlachten!

Ja, genau. Es würde perfekt passen.

Auf "In Victory Or Defeat" singt ihr: "We are the immortals, death metal, no compromise". Habt ihr euch damit selbst ein Denkmal gesetzt?

Was es eigentlich ist ... wir machen das jetzt schon so lange, wir waren seit 1989 während aller Hochs und Tiefs in der Death Metal-Szene. Wir haben das die guten Jahre und die schlechten Jahre gemacht. Und ich denke, das ist es wert, einen Song zu schreiben, der das verkündet. Es gab so viele Leute da draußen, die sagten, Death Metal würde sich nicht halten. Sie sagten, er sei zu brutal und könne nicht überleben. Wir sagten 'Fuck it then', wir spielen halt nur vor wenigen Leuten. Fuck, auch wenn wir keine Platten verkaufen, wir spielen trotzdem weiter. Wie man sieht, verkaufen wir ja heute Alben, das war aber vor einigen Jahren nicht so klar. Als wir begannen, glaubte niemand an Death Metal. Für uns ist es das, einfach zu sagen 'Death Metal, kein Kompromiss', in dem Sinne, dass wir einfach dieser Musikrichtung loyal sind. Das sind auch die Leute, die auf unsere Shows kommen. All die Leute, alle Freunde, die ich habe, ob in Europa oder Amerika, die sind wie wir. Ich denke, es ist eine überwältigende Familie aus Leuten, die zusammenkommt und sich trifft. Wenn ich zwei Jahre weg war, treffe ich immer noch die gleichen Menschen, wenn ich beispielsweise nach Dortmund komme. Es ist wirklich so: Ohne Kompromiss. Ich denke, das war einen Song wert.

Klar! Ihr habt ja auch ein neues Label, Steamhammer /SPV, mit denen ihr einen weltweiten Deal unterzeichnet habt. Wie kam das zustande?

Unser Vertrag mit Century Media ging 2005 zu Ende. Wir fühlten, dass wir nach fünfzehn Jahren beim selben Label eine Art Neubeginn brauchten, damit wieder was passiert. Wir haben uns hingesetzt und lange mit unserem Management gesprochen. Wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass wir mal sehen wollen, wie viele Labels da draußen interessiert sind, Unleashed und Death Metal einen Schritt weiter zu bringen. Ich war tatsächlich überrascht, dass so viele Labels interessiert waren. Nach ein paar Monaten fanden wir, dass SPV das beste Angebot hat. Sie hatten auch viele Ideen für die Zukunft, was extrem wichtig ist. Wir arbeiten jetzt seit etwa sechs Wochen mit ihnen, sie sind sehr professionell, es sind wirklich coole Leute. Alles funktioniert sehr geschmeidig. Wir haben definitiv die richtige Entscheidung getroffen. Also, bis jetzt war alles großartig.

Was ist eigentlich mit der angekündigten DVD. Was können wir davon erwarten und, vor allem, wann können wir damit rechnen?

Ich würde mal sagen ... also, wir würden die DVD noch gerne dieses Jahr herausbringen. Aber weil wir das Label gewechselt haben, brauchen wir einen neuen Plan, eine neue Strategie. Ich glaube, es werden ein, zwei größere Festival-Shows darauf sein. Dann soll es etwa anderthalb Stunden altes Material geben, eine Art Unleashed-Geschichte mit Backstage-Zeug, Party-Zeug, viele Shows, zurückgehend von 1990 bis 2006. Es werden sich bestimmt viele Leute selbst darin wiedererkennen. Also, es werden viele coole Sachen drin sein. Und wir hatten Spaß, es zu machen. Also, ich schätze mal, vielleicht noch vor dem nächsten Sommer. Das ist es, was ich mal schätze, denn das meiste Material haben wir ja schon fertig. Es liegt nur noch daran, wann die Zeit richtig ist, es rauszubringen.

Ihr habt ja teilweise Familien und Jobs. Wie ist das mit einer Band wie Unleashed zu vereinbaren?

Oh, das funktioniert eigentlich gut. Es ist zwar nicht immer einfach, aber es funktioniert gut. Wir haben neben Unleashed alle gute Jobs, die es uns erlauben, uns oft frei zu nehmen. Ich arbeite Teilzeit als Leiter einer Finanzabteilung, was wirklich nett ist, denn wenn ich für drei Wochen auf Tour gehen möchte, dann ist das kein Problem. Ich muss nur vorher und nachher viel arbeiten (lacht). Das ist kein Problem. Es braucht nur einige Zeit, bis man das in Gang bringt. Aber jetzt, wo es funktioniert, ist es wirklich schön. Es war nicht immer so einfach. In den Neunzigern mussten wir ständig Geld machen. Jetzt können wir auch mal ein paar Monate zu Hause sein. Das ist gut. Die Dinge sind wirklich nicht schlecht. Ich meine, es könnte schlimmer sein.

Okay, dann lass uns weiterhin über gute Dinge reden. Wie war die Festivalsaison? Habt ihr sie genossen?

Oh, ich habe alle genossen, wir haben viele schöne Festivals gemacht. Begonnen vom Queens Of Metal, das ein wirklich kleines Festival war, so richtig gemütlich und cool. Wir waren auch am Summer Breeze.

"Ich bin bei zwei Metalheads gelandet, die sagten: 'Aber du bist ein Unleashed!'"


Ja, ich habe euch dort gesehen!

Du warst am Summer Breeze? Alright! Ja, wir haben auch dieses Bang Your Head Festival gespielt, das eher ein Heavy Metal Festival war.

Genau, über das Bang Your Head wollte ich noch mit dir reden. Mein Kollege hat mir erzählt, dass er gemeinsam mit euch das Fußballspiel Deutschland-Schweden geguckt hat.

Yeah (lacht).

Er hat mir erzählt, euer Gitarrist Fredrik war sehr betrunken, und er möchte wissen, ob er denn so verzweifelt war.

Oh nein. Er war ganz einfach zu betrunken. Erzähl deinem Freund, dass Fredrik geschlafen hat ... er schlief am Boden! Weil er so betrunken war. Er hasst Fußball. Es interessiert ihn gar nicht. Es würde ihn nicht mal kümmern, wenn Schwede die Goldmedaille gewinnen würde. Er wusste nicht mal, dass Fußball lief. Er war einfach total weggetreten. Er hatte zu viel getrunken. Weißt du, wir trinken nicht so viel vor den Shows. Aber nach den Shows haben wir eine ganze Nacht. Wir müssen danach nicht heimgehen. Das ist das Coole an Festivals, du musst am nächsten Tag nicht spielen. Du kannst wirklich noch abgehen am Abend. Freddy, er hatte wirklich ernsthaft was getrunken dort. Er war total weg, als die Schweden und die Deutschen aufeinandergetroffen sind und zweihundert Leute 'Deutschland! Deutschland!' schrieen. Die schrieen, und er schlief neben uns (lacht). Das ist ziemlich abgefahren! Tja...

Ein schwedischer Freund meines Kollegen meinte nach Ausgang des Spieles zu ihm: "Offensichtlich sind wir nur ein Haufen Produzenten billiger Möbel".

Haha, unser Fußballteam war nicht so gut. Wir haben gedacht, es würde besser ausgehen, aber sie haben nicht so gut gespielt. Es war einfach schlecht.

Du bist in guter Gesellschaft. Ich bin Österreicherin.

Hehe. Ja, weißt du. Wir glaubten an unser Fußballteam. Aber es hat nicht funktioniert. Trotzdem, es war eine gute Party. Ich meine, die meisten unserer Freunde waren ohnehin Deutsche ... wir hatten eine schöne Party (lacht).

Im November startet die "Masters Of Death"-Tour mit Grave, Dismember und Entombed. Freust du dich schon darauf?

Ja, sehr sogar. Wir arbeiten schon lange daran und versuchen seit Ewigkeiten, das hinzukriegen. Bis jetzt hatte jeder einen anderen Terminplan. Es wird wirklich cool werden.

Da werdet ihr auch meine Heimatstadt Wien besuchen ...

Alright!

Was verbindest du mit Wien, außer dem "Live In Vienna 1993"-Album?

Ich finde Wien sehr schön. Aber weißt du was, ich werde dir ein Geheimnis erzählen: Ich habe mich einmal in Wien verlaufen. Es war unglaublich! Ich denke, es war 1997. Wir haben am selben Tag wie Entombed gespielt, an einem anderen Ort in Wien. Wir waren in irgendeinem Hallenbad, um zu schwimmen. Denn weißt du, wir sitzen jeden Tag in einem hässlichen Tourbus, wir schwitzen und bewegen uns gar nicht. Also sagten wir, lass uns schwimmen gehen. Deshalb war das sehr nett, alle sind etwa eine halbe Stunde geschwommen. Aber ich musste eine Stunde lang schwimmen. Alle sind zum Club zurück gegangen. Und ich hatte keine Ahnung, wo ich hin muss. Ich war irgendwo in Wien und bin zweieinhalb Stunden herumgelaufen. Ich hatte auch kein Handy dabei. Ich konnte nirgendwo hin. Irgendwann bin ich dann bei zwei Metalheads gelandet, die mir erzählten, sie würden zur Entombed-Show gehen. Ich sagte zu ihnen 'Hey Jungs, nehmt ihr mich mit zur Entombed-Show?'. Und sie sagten 'Aber du bist ein Unleashed!'. Und ich sagte 'Ja, das bin ich. Aber ich habe mich verlaufen!'. Ich hatte keine Ahnung, wo ich hin soll, und die dachten natürlich, ich mache Witze. Ich sagte ihnen, dass es überhaupt kein Witz sei und sie sollen mich bitte auf die Entombed-Show mitnehmen, damit ich mir von dort ein Taxi nehmen kann. Ich wusste ja nicht mal den Namen des Clubs, in dem wir spielten. Wir waren auch ziemlich in Eile, weil wir nur eine Stunde spielen sollten. Die haben mich dann zur Entombed-Show mitgenommen, dort haben mich viele Leute erkannt. Die haben mich dann genommen und zum Club gebracht. Also, das ist die verrückteste Erinnerung, die ich an Wien habe. Zweieinhalb Stunden bin ich in Wien herumgekrochen (lacht)!

Da hattest du ja Glück, dass du diese Typen getroffen hast.

Oh ja, ich hatte absolut keine Ahnung, wo ich war! Ich bin einfach herumgelaufen und wusste nicht, wen ich fragen soll. Ich wusste ja nicht mal den Namen des Clubs. Denn als der Tourbus davor hielt, sind wir sofort in das Hallenbad gegangen. Ich dachte, der Weg zurück muss ziemlich einfach sein und ich wäre in zwanzig Minuten zurück. Ich bin in die falsche Richtung gegangen und war absolut verloren. Aber ich liebe Wien trotzdem (lacht)!

Es ist aber einfach, sich in Wien zu verlaufen.

Ja (lacht). Aber das letzte Mal, als wir dort gespielt haben, war es fantastisch. Das war im September letzten Jahres.

Ich hab euch da gesehen. Das war ja mit Nile, Behemoth...

Ja. Wir sind nachher zu dieser Party in eine kleine Bar gegangen. Es war unglaublich. Ich hatte am nächsten Tag keine Stimme, aber es war eine wirklich nette Nacht dort. Wir hatten eine schöne Party in diesem Club. Ich weiß jetzt aber den Namen nicht ...

Es könnte das Escape gewesen sein....

Ja, kann sein. Jedenfalls, ich mag Wien wirklich. Wir hatten eine gute Zeit.

Wie wird es in nächster Zukunft mit Unleashed weitergehen? Wie sehen eure Pläne aus?

Nach der November-Tour gehen wir auf vierwöchige Headlining-Tour in die USA. Danach haben wir noch nichts gebucht. Aber ich bin sicher, dass wir ein Ding in Skandinavien machen werden, mit dem "Masters Of Death"-Package. Entweder im Januar oder sonst April oder Mai. Das sind so die grundlegenden Pläne für die nächste Zeit.

Gibt es noch etwas, das du unseren Lesern sagen möchtest?

Alles was ich sagen kann ist, dass ich hoffe, so viele Verrückte wie möglich von euch auf der November-Tour zu sehen. Denn es ist etwas, das in der Art nicht mehr so bald passieren wird. Und ich glaube, alle Bands sind wirklich scharf darauf, dahin zu kommen und eine gute Zeit zu haben. Jede einzelne Show, die wir auf der Tour spielen werden, wird eine ganz besondere Nacht werden. Es wird wirklich cool werden! Ich hoffe, so viele wie möglich zu sehen. Dich natürlich auch!

Ich werde bestimmt da sein.

Cool, dann sehen wir uns in Wien.

Dann danke für das Interview, ich wünsche euch alles Gute!

Danke sehr. Es war ein gutes Gespräch. Und wenn ich nicht in Wien verloren gehe, werden wir dort spielen!

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